Handball-Oberliga: Böddiger liegt 7:16 zurück und holt dank Schene noch ein 25:25

Unfassbare Aufholjagd

Garantin der erfolgreichen Aufholjagd der Eintracht: die 17-fache Torschützin Christin Schene (Nummer 18), die hier ausnhamsweise mal von Isabel Göbel (Mitte) und Lisa Weißer (rechts) gestoppt wird. Foto: Hahn

Felsberg. Was für ein Spiel! Das Top-Duell der Frauenhandball-Oberliga zwischen dem TSV Eintracht Böddiger und TuS Kriftel endete 25:25 (7:16), strapazierte eine Halbzeit lang die Nerven der heimischen Fans und endete doch mit viel Applaus. Für eine unglaubliche Aufholjagd und eine überragende Christin Schene, die nach dem Seitenwechsel traf wie sie wollte.

Dabei war die Partie vor der Pause eigentlich durch. Die Gäste erwischten den besseren Start zweier nervöser Mannschaften, gingen schnell mit 4:0 in Führung und bauten den Vorsprung auf 9:2 aus (16.). Kurios: Mareike Drucks im Tor der Gäste hatte bis dahin nur einen Ball halten müssen. Die meisten Eintracht-Angriffe waren in technischen Fehlern vor der Abwehr oder am Torgebälk (Dietrich, Duknauskaite, Hasper, Schene) geendet. Spätestens als Jacqueline von Moltke per Siebenmeter auf 16:6 erhöhte (29.), setzte kaum jemand mehr in der Halleetwas auf das Heimteam.

In der Kabine gab es dann einen Appell der Trainerin. „Wir können das hier verlieren, aber nicht mit dieser Einstellung“, sagte Rocsana Negovan. Und ordnete gleichzeitig die Umstellung auf ein 5:1-Abwehrsystem an. Der wohl entscheidende Schachzug der Partie. Denn: „Damit haben wir den Faden verloren. Es fehlte uns die Erfahrung, mit einer solchen Veränderung umgehen zu können“, sagte Gästetrainerin Ilka Fickinger.

Der Ertrag waren viele Ballgewinne, die vorn fast ausnahmslos von Christin Schene veredelt wurden. Sechs Tore steuerte sie zum 7:0-Lauf bei, der den TSV auf 14:16 heran brachte (41.). Auch der erstmalige Ausgleich zum 18:18 (49.) ging auf ihr Konto. Danach allerdings wachten die Gäste wieder aus ihrer Schockstarre auf.

Zehn Minuten vor dem Abpfiff erhielt Schene eine kurze Deckung durch von Moltke. Trotzdem traf sie einfach weiter. Aus 16 Versuchen nach der Halbzeit machte sie 15 Treffer, davon nervenstark neun Strafwürfe. Die wurden in der Mehrzahl von Jenny Pioro herausgeholt. Was Böddigers Rückraum-Rechte auch ohne eigenen Torerfolg zu einer weiteren Schlüsselspielerin der zweiten Hälfte machte. „Sie ging dahin, wo es weh tut“, sagte Negovan.

Auch der Siebenmetertreffer in der Schlussminute ging auf das Konto von Pioro/Schene. „Ich habe abgeschaltet. Da war nur noch ich“, beschrieb Schene den Moment an der Linie. Bevor das Leder im Netz einschlug und den Punkt bescherte. • TSV: Frommann, Köhler; Benda 1, Pioro, Volk 2, Kaspar, Pregler1, Rojan, Hasper, Duknauskaite 3/1, Hildebrand 1, Schene 17/10, Dietrich. TuS: Drucks, H. Weißer; Körber, Lorenz 3, Pfuhl 4, Ruppert 3, Volke 2, Nietzig, Göbel, L. Weißer 5, von Moltke 6/3, Ruchti 2, Scholl. SR: Kerth/Knodt (Erfelden). Strafzeiten; 4:8-Min. Z.: 300.

Von Michael Koch

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