Eintracht-Handballerinnen lassen sich trotz Punktabzug und drohendem Abstieg aus Oberliga nicht hängen

Viel Frust und trotzdem Lust

Sie ziehen trotzdem voll durch: Jacqueline Hahn und die Oberliga-Handballerinnen des GSV Eintracht baunatal. Archivfoto: Schachtschneider

Baunatal. Immer das gleiche Spiel: Weil der GSV Eintracht Baunatal das Schiedsrichtersoll nicht erfüllt, wird er vom Hessischen Handballverband (HHV) zusätzlich zur Geldstrafe mit einem Punktabzug belegt. Jahr für Jahr trifft es die Frauenmannschaft hart. Heuer noch mehr als sonst. Denn sie belegt in der Oberliga den letzten Platz, holte erst drei Punkte und ist somit sogar im Minus. Wie aber geht die Eintracht mit dem Dilemma um?

Nachdem in der vorigen Saison ein einziges Tor in letzter Sekunde den Klassenerhalt bescherte, sieht es diesmal düster aus. „Das ist ja nichts Neues. Wir laufen von Saison zu Saison den Punkten hinterher. Runterziehen lassen wir uns davon nicht mehr, auch wenn es ärgerlich ist“, erklärt Kreisläuferin Jacqueline Hahn, eine der Dienstältesten beim GSV. Schlecht sei die Mannschaft jedenfalls nicht: „Ohne Punktabzug waren wir in der letzten Serie Fünfter. Und diesmal hätten wir auch wieder die Chance zum Klassenerhalt gehabt.“

Den Abstieg vor Augen

So aber beschäftigt sich die Eintracht mit dem Abstieg. „In einer Mannschaftssitzung haben wir uns mit dem Gedanken vertraut gemacht. Die Enttäuschung darüber ist natürlich groß. Aber die Frauen arbeiten trotzdem konzentriert weiter und wollen zusammenbleiben“, ist Trainer Rolf Schröder vom Durchhaltewillen seines Teams angetan. Auch er selbst macht sich nicht verrückt: „Ich habe ein dickes Fell und versuche, die Spielerinnen und mannschaft unabhängig von der Situation zu verbessern.“

Kein Vorwurf an Verein

Doch auch die kommende Serie, vermutlich in der Landesliga, wirft bereits negative Schatten voraus. „Wir könnten dann wohl oben mitspielen. Aber es droht ja der nächste Punktabzug“, weiß Melina Kelterborn. Entmutigen lässt sich die Rückraumspielerin davon nicht: „Das alles wäre für mich kein Grund, den Verein zu verlassen. Wir haben neben dem Frust noch genug Spaß miteinander.“

Einen Vorwurf wegen der fehlenden Schiedsrichter machen beide Spielerinnen dem Klub nicht. „Der Schuldige ist der HHV mit seiner Form der Doppelbestrafung, wir sind die Leidtragenden“, sagt Kelterborn.

Das Ziel wird neu gesteckt. „Wir wollen nach sportlichen Kriterien die Liga halten, also so viel punkten, dass wir ohne Abzug nicht absteigen würden“, betont Kelterborn. Geht die Hoffnung von Hahn in Erfüllung, ist dies vielleicht gar nicht so schwer: „Wir können jetzt befreit aufspielen und noch viele Punkte holen.“ Und wenn es dann nicht zum Klassenerhalt reicht, hat es zumindest Spaß gemacht.

Von Wolfgang Bauscher

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