Kliesch nach Fritzlar

Notbremse: Zwehrens Handballerinnen ziehen zurück aus der Oberliga

Ausgespielt: Die Handballerinnen der HSG Zwehren/Kassel gehen in der kommenden Saison vermutlich in der Bezirksoberliga auf Punktejagd. Wo Jana Hoppe dann spielen wird, ist noch ungewiss. Foto : Christian Hedler

Kassel. Schon länger zeichnete sich ab, dass es für die HSG Zwehren/Kassel schwer werden würde, auch in der kommenden Handball-Oberligasaison eine konkurrenzfähige Frauenmannschaft aufzubieten. Nun zog der Verein die Notbremse und das Team zurück.

Die Personalprobleme: Den Klassenerhalt schaffte die HSG, aber ihr gehen die Spielerinnen aus. „Bereits seit Herbst wussten wir, dass viele der Frauen aus Alters- und beruflichen Gründen aufhören würden“, berichtet der Vorsitzende Andreas Müller. Trotz intensiver Bemühungen und vieler Gespräche mit potenziellen Kandidatinnen sei es nicht gelungen, ausreichend Ersatz zu finden: „Die meisten wollten nicht leistungsorientiert spielen oder scheuten die weiten Reisen zu den Auswärtsbegegnungen.“

Übrig blieben laut Müller neun Spielerinnen. „Das ist zu wenig für die Oberliga, geht auf die Knochen und macht weder Spaß noch Sinn“, sagt Müller. Vor allem sei es schwer gewesen, gute Rückraumspielerinnen zu finden.

Der Trainer: An der Suche war auch Trainer Gunnar Kliesch beteiligt, der sich ein Bleiben hätte vorstellen können. Als sich abzeichnete, dass die Zwehrener keine Lösung finden würden, orientierte er sich anders. Der 47-Jährige wechselt zum SV Germania Fritzlar II und kehrt damit zu seinem früheren Klub zurück. Kliesch übernimmt dort die in die Oberliga aufgestiegene zweite Mannschaft des Drittligisten. Trotz aller Widrigkeiten seien alle Beteiligten, so Müller, „im Guten und nicht im Unfrieden auseinandergegangen“.

Gunnar Kliesch

Die Zukunft: „Wir hätten gern in der Landesliga weitergemacht. Aber das geben die Satzungen des Verbandes wohl nicht her. Es gibt verschiedene Lösungsansätze“, sagt Müller. Wahrscheinlich ist, dass die HSG Bezirksoberliga spielt. Der gehörte schon bisher die zweite Mannschaft an. Sie würde nun zur ersten. Ein Trainer wird noch gesucht. Keine Auswirkungen hat der Rückzug auf den Jugendbereich. Die HSG unterhält acht Mannschaften, drei davon kämpfen um die Oberliga-Qualifikation.

Klarheit in Baunatal

Klarheit gibt es auch bei den Frauen des GSV Eintracht Baunatal. Sie stiegen von der Landesliga in die Bezirksoberliga ab. „Dort werden wir an den Start gehen und den Wiederaufstieg anstreben“, erklärt Abteilungsleiter Claus Umbach. Nach momentanem Stand bleibt Susanne Bachmann Trainerin. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.