23:35 - TG Münden verliert Saisonstart gegen Nienburg deutlich

Anweisungen: TG-Trainer Dominic Leinhart (Mitte) spricht während einer Auszeit in der ersten Halbzeit zu den Spielern. Fotos: Brandenstein

Hann. Münden. Das hatten sich die 250 Zuschauer in der Mündener Gymnasiumshalle wohl anders vorgestellt: Ihre Aufstiegsmannschaft war gleich im ersten Spiel der Handball-Oberliga deutlich unterlegen.

Schon nach der ersten Partie wissen nun alle, woran sie in der Handball-Oberliga sind: Rückkehrer TG Münden verlor gegen die HSG Nienburg mit 23:35 (13:16), wurde praktisch gleich mal eingenordet. Wir belichten den Start im Frage-Antwort-Stil:

? Warum waren die Mündener Chancen schon vor dem Anpfiff gesunken?

!Vor allem weil mit Christian Grambow der Torschütze vom Dienst ausfiel (Entzündung am Steißbein). Das hatten die TG-Trainer erst kurzfristig am Samstagmorgen erfahren. Zuvor hatten bereits Stefan Benda und Pelle Schilke auf der Liste der Ausfälle gestanden.

? Wie reagierte die TG auf Grambows Fehlen?

! Seinen Part im linken Rückraum übernahm Pascal Pfaffenbach, der kein schlechtes Spiel machte, mit der neuen Verantwortung gut umging, aber gegen die bewegliche Abwehr auch Probleme hatte. Auf der nach dem Abgang von Brand verwaisten Spielmacherposition rackerte Jens Wiegräfe. In der ersten Halbzeit sorgten seine drei Treffer dafür, dass es spannend blieb. Björn Prinz komplettierte auf Halbrechts den neuen TG-Rückraum. Auch er zeigte ansteigende Tendenz und traf dreimal. Trotzdem: Nach Grambows Ausfall war das bisherige Prunkstück der TG aus der Aufstiegssaison - der überragende Rückraum - endgültig gesprengt.

? Wie war am Samstagabend der Spielverlauf?

!Dass es schwer würde, zeigten schon die Anfangsminuten: Erst der sechste Angriff sorgte für den ersten Saisontreffer. Danach holte die TG aber den Rückstand auf, jetzt wechselte die Führung mehrmals. Die Gastgeber wiesen ihr Oberliganiveau durchaus nach, waren mit den Gästen absolut auf Augenhöhe. Nach 25 Minuten hatte Nienburg, in der vergangenen Saison Tabellenachter, erstmals einen Drei-Tore-Vorsprung herausgeworfen. Besonders der erst 20 Jahre alte Neuzugang Lars Bergmann war als Linkshänder im Rückraum kaum zu stoppen. Als es in der zweiten Halbzeit ans Eingemachte ging, fehlten der TG die Reserven: sichtbar an der jetzt steigenden Fehlwurfquote. In den letzten 15 Spielminuten traf Münden nur noch viermal.

? Was war der entscheidende Unterschied?

!Es gab zwei. Der erst Unterschied: Nienburg hatte ein klares Plus auf der Torhüterposition: Christopher Fraj zeigte unzählige Paraden und krönte seine Leistung mit dem Wurf ins verlassene TG-Tor zum 22:17 (42.)

Der zweite Unterschied: Nienburg konnte nach Lust und Laune Spieler wechseln - und zwar ohne Leistungsabfall. Wie auch, wenn man sich den Luxus leisten kann, einen echten Torjäger zunächst auf die Bank zu setzen. Den kannte die TG nur zu gut: Liebenaus letztjähriger Goalgetter Malte Grabisch (war noch vor Grambow Verbandsliga-Torschützenkönig) kam, sah und siegte. Vor der Saison war der SV Aue Liebenau der HSG Nienburg beigetreten, sodass Grabischs Einsatz möglich wurde. Wenn das ein Fingerzeig auf die Ausstattung der Oberligisten ist, kann die TG nur hoffen, dass ihre Ausfälle schnell wieder auflaufen können. Am Samstag geht es immerhin zu einem der Meisterschaftsfavoriten, zum MTV Vorsfelde.

TG Münden: Mindermann, Görtler - Backs 5/4, Wiegräfe 4, Rentsch 4, Lieberknecht 3, Prinz 3, Pfaffenbach 2, Bolse 1, Neuhaus 1, Michalke, Hartig. Beste Nienburger Werfer: Bergmann 7, Grabisch 6/3.

Von Manuel Brandenstein

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