Oberliga

35:14-Sieg gegen Münden, aber Rosdorf hat ‘nen Dachschaden

Rosdorfs erfolgreichster Torschütze: Marlon Krebs (am Ball) holt gegen Mündens Jan Ritz (links) und Georg Mendisch mächtig aus und erzielt einen seiner sieben Treffer im Oberliga-Derby. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. So klar hat die HG Rosdorf-Grone wohl noch nie ein Derby gegen die TG Münden in der Handball-Oberliga gewonnen! Nach 60 diesmal eher spannungslosen Minuten deklassierte das Team von Trainer Gernot Weiss Südniedersachsen-Nachbar TG Münden vor ausverkaufter Halle mit sage und schreibe 35:14 (16:6). Für die Gästemannschaft von Coach Frank Janotta kam diese Niederlage einer Bestrafung gleich.

Unschöner Nebenaspekt: Nach 34:29 Minuten musste das Nachholderby, das am 13. Dezember vergangenen Jahres ausgefallen war, weil die Schiedsrichter aus Hannover im Stau standen, unterbrochen werden. Wie schon beim Spiel der HG-Frauen am vergangenen Sonntag tropfte es durch das lecke Hallendach durch aufs Spielfeld. Die Schiedsrichter Boyraz und Hoppe vom MTV Geismar unterbrachen die Partie für 13 Minuten, eifrig versuchten die Rosdorfer Helfer, das Wasser aufzuwischen. Um 21.18 Uhr ging es dann beim Stand von 17:6 für die HGer weiter.

TG klar unterlegen

Zu diesem Zeitpunkt war das Match bereits gelaufen. Zu klar war die TG unterlegen, die neben Manuel Evora und den an der Schulter operierten Christian Grambow auch noch kurzfristig auf Trainersohn Jendrik Janotta verzichten musste, während Rosdorf mit „voller Kapelle“ antrat.

„Wir konnten nur die ersten 20 Minuten mithalten“, meinte TG-Trainer Janotta hinterher. „Wir wollten natürlich bei der HG nicht so hoch verlieren, aber unser Fokus liegt auf dem Samstagsspiel gegen Soltau. Im Halbfeld hat nichts geklappt bei uns, und hinten haben wir wie die Lämmer verteidigt. Die Niederlage ist aber kein Genickbruch!“

Die HG legte einen Blitzstart hin, führte schnell 4:0, ehe Münden durch den Ex-HGer Jan Ritz der erste Treffer gelang Auch eine fast zweiminütige doppelte Überzahl (Strafen gegen Rosdorfs Heske und Bohnhoff) konnte die TG nur zu einem Tor durch Ritz nutzen. Nach dem 5:7 durch Lukas Michalke zogen die Rosdorfer unaufhörlich davon. Das 12:6 war das 70. Saisontor von Rosdorfs Marlon Krebs, der aus dem Rückraum fast nach Belieben traf.

Nach der Zehn-Tore-Führung zur Pause folgte dann keine zehn Minuten nach der Pause die Unterbrechung, bei der HG-Coach Weiss noch Gelb sah, weil er die Schiris fragte, warum sie nicht mit ihm über die Zwangspause sprachen, sondern nur mit TG-Kollege Janotta. Aber dies letzten Endes auch völlig egal. Mehr als zehn Minuten waren die gehandicapten Mündener vor und nach der Pause ohne Tor geblieben.

Höchster HG-Saisonsieg

Rosdorf stürmte immer weiter davon (21:8/40., 29:10/50.) – Münden wirkte zunehmend auch lustlos. So wurde das 35:14 auch Rosdorfs höchster Saisonsieg, durch den die HG nun auf Platz zwei der Oberliga vorrückte, nur noch einen Punkt hinter Spitzenreiter Vorsfelde.

„Wir haben sehr diszipliniert gespielt und Geduld gehabt. Münden war einfach zu sehr geschwächt“, meinte HG-Coach Gernot Weiss. „Dass es so leicht wird, hatte ich natürlich nicht erwartet.“

Während Münden nun Soltau erwartet, hat die HG am Sonntag Schaumburg zu Gast. Hoffentlich ohne Dachschaden...

HG Rosdorf-Grone: Krüger, Döscher - Ruck 5/2, Kupzog 1, Heske 2, Quanz 3, Molzahn, Müller 4, Brandes, Herthum 4, Krebs 7, König 3, Bohnhoff, Fritsch, Osei-Bonsu 1, Bruns 4/1.

TG Münden: Klocke, Eilers - Ritz 2, Mendisch 1, Eisenbach 5/3, Michalke 1, Backs 2, Spangenberg 1, Rentsch 2, Hess, Oppermann, Rust. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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