Knieps fällt wohl länger aus

TG Münden beklagt Härte, HG-Coach geht

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Immer von mehreren Göttingern umringt: Hier versucht sich Matthias Linke durchzusetzen (hinten). Kevin Knieps am Kreis wird am Trikot gehalten.

Hann. Münden. Die Verantwortlichen der TG Münden reagierten nach dem Südniedersachsenderby der Handball-Oberliga ziemlich aufgebracht.

Nicht in erster Linie wegen der klaren 25:33 (12:15)-Heimniederlage, sondern wegen der harten Gangart der Gäste. Das hatte zumindest für Kevin Knieps Folgen. Der junge Rückraumspieler dürfte so schnell nicht mehr auflaufen können.

Bei ihm wurden laut TG-Trainer Frank Janotta mehrere Muskelfaserrisse im Oberschenkel festgestellt. Schon im zweiten Angriff hatte sich der Halblinke einen Pferdekuss eingefangen und musste in der zweiten Halbzeit nach einer ähnlichen Aktion, gestützt auf Mannschaftsarzt Georg Fieseler, vom Feld begleitet werden. Fieseler selbst sprach von einigen „schmutzigen Fouls“, die seine Schützlinge im Verlauf dieser hartumkämpften Begegnung trafen. Zirka acht bis zehnmal musste der Doc zu einem am Boden liegenden Mündener sprinten. Getroffen hatte es auch den sich ausgezeichnet einfügenden Matthias Linke aus der Landesliga-Mannschaft. Nach einem Zweikampf mit dem ehemaligen Mündener Daniel Müller war in der zweiten Halbzeit auch für ihn das Spiel vorzeitig zu Ende. Der befürchtete Jochbeinbruch wurde nicht bestätigt. Was blieb, war eine schwere Prellung.

Das alles führte dazu, dass das Duell selbst während der Interviews mit den Trainern nach dem Abpfiff weiterging. „Wenn die Rosdorfer Spielweise nicht entsprechend geahndet wird, hast du keine Chance“, meinte TG-Trainer Frank Janotta. Das wollte Gästecoach Gernot Weiss nicht so stehen lassen. Nachdem er seine Mannschaft verteidigt hatte („wir haben nicht hart gespielt, sondern nur keinen Spielfluss zugelassen“) verließ er die Befragung unter dem Protest der Zuschauer vorzeitig.

Rund 350 Zuschauer hatten erwartungsfroh ihre Mündener Mannschaft mit einem Meer aus blauen und weißen Papptafeln empfangen. Das hatte der Fanklub auch mit einigem finanziellen Aufwand bestens organisiert. Trotz des Ausfalls von Thomas Eisenbach im rechten Rückraum erzwangen die Gastgeber zumindest eine Halbzeit lang ein ausgeglichenes Spiel. Die TG vergab aber zu viele hundertprozentige Chancen, verwarf mehrere Konter und auch drei Siebenmeter. Trotzdem sorgte TG-Torhüter Alexander Klocke für den Höhepunkt des Spiels: Der ansonsten starke Rosdorfer Keeper Julian Krüger spekulierte oft weit vor seinem Tor, um Mündener Konter abzufangen. Klocke nutzte das in der 26. Minute aus und traf mit einem Wurf über das gesamte Feld hinweg zum 9:12.

Nach der Pause konnten die kämpfenden Gastgeber drei Strafzeiten gegen Rosdorf binnen kurzer Zeit nicht nutzten, um vielleicht doch noch mal Spannung aufkommen zu lassen. Nach dem 18:21 durch Kapitän Jann Rentsch zogen die Gäste mit ihren starken Rückraumspielern Kupzog und König sowie dem treffsicheren Linksaußen Fröhlich uneinholbar davon. TG Münden: Klocke 1 Tor, Gerland - Mendisch 7/1, Knieps 7/3, Lieberknecht 3, Linke 3, Rentsch 2, Backs 1, Michalke 1, Ritz, J. Janotta, Oppermann, Dörfler.

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