Handball-Oberliga Männer: Rosdorf und Northeim 23:23 / Ausschluss für NHC-Stöpler

Im Derby war zu viel Gift

Reißfestigkeitstest misslungen: Rosdorfs Daniel Menn (am Ball) wird von Northeims Dennis Friedrichs festgehalten. Menns Trikot hält dem „Textil-Foul“ nicht stand. 2 Fotos: Jelinek/gsd

Rosdorf. Derbys gleich in welcher Sportart sind eine feine, spannende und besondere Sache. Dieses Derby in der Handball-Oberliga zwischen der HG Rosdorf-Grone und dem Northeimer HC war es nicht. Im Südniedersachsen-Duell waren viel zu Gift, Härte, Emotionen, Verbal- und Trikot-Fouls. So war es denn auch alles andere als schiedlich-friedlich, auch wenn es am Ende vor ausverkaufter Halle 23:23 (9:9) hieß. Den Sieg hatten beide Teams nicht verdient, wobei der Punkt für Rosdorf höher zu bewerten ist als für Northeim, denn der Drittliga-Absteiger war als klarer Favorit ins Spiel gegangen.

Trauriger Tiefpunkt war schon in der 13. Minute der Ausschluss für Northeims Christian Stöpler, der den herausstürmenden HG-Keeper Krüger an der Mittellinie „in der Magenkuhle“ (laut Schiedsrichterbericht) traf. Eine Sperre ist nun die Folge. Kommentar von NHC-Coach Carsten Barnkothe: „Gute schauspielerische Leistung von Krüger.“ Darauf kann sich jeder selbst seinen Reim machen.

Rot auch für Northeims Effler

Zum Spiel meinte Barnkothe: „Wir haben bravourös gekämpft, müssen mit dem Punkt zufrieden sein. Am Ende waren wir nicht clever genug.“ NHC-Regisseur Tim Gerstmann: „Rosdorf hat gut gespielt, die roten Karten haben uns durcheinandergebracht.“ Gut möglich, denn in der 56. Minute musste auch noch Kai Effler, den die HG gut im Griff hatte, nach der dritten Zeitstrafe vom Feld.

Die Partie verlief über die meiste Zeit auf Augenhöhe, keine Mannschaft vermochte sich abzusetzen. Der NHC führte zunächst, dann lag die HG vorn, ehe die Northeimer erneut einen kleinen Vorsprung herausgeworfen hatten. 9:9 zur Pause, das war gerecht.

Ausgeglichen war das Match auch im zweiten Durchgang: 13:13 nach 39 Minuten. Den ersten Zwei-Tore-Vorsprung erarbeitete sich der NHC nach 48 Minuten beim 19:17. Doch obwohl die Rosdorfer vor und nach der Pause mehr als Dutzende bester Chancen und zudem noch vier Siebenmeter (Brandes/2, Krebs, Ruck – die NHC-Keeper Armgart und Pförtner hielten je zwei) vergaben, kamen sie wieder heran: 21:21 durch Jan-Philipp Nass.

Nochmals aber führten die NHCer durch Effler und Seekamp 23:21, doch Daniel Menn und Marlon Krebs glichen für die HGer noch aus. Menn (vormals Müller) hatte den letzten Wurf, doch es blieb beim Remis.

„Wir hätten gewinnen müssen, waren das bessere Team“, meinte HG-Trainer Gernot Weiss (Dienstag 49 geworden). „Ich dachte, wir verlieren 20:42. Ich bin zufrieden.“ Rosdorfs Kreisläufer Daniel Menn: „Eine Energieleistung von uns. Wir sind jetzt über ein Jahr zuhause ungeschlagen.“

HG: Krüger, Ziegler – Ruck 1, Krebs 7/2, Osei-Bonsu, M. Zech 3, Brandes 1/1, Menn 6, Nass 5, Avram, Osei-Bonsu, Quanz, Bruns, Warnecke, Bohnhoff.

NHC: Pförtner, Armgardt, Gobrecht - Meyer 5, Friedrichs 1, Lapschies, Benda, Lange 2/1, Seekamp 4/1, Effler 3, Gerstmann 5/1, Henniges 1, Dewald, Stöpler 2, J. Zech. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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