Grambow in Topform reicht der TG Münden nicht

Anspiel an den Kreis: Jendrik Janotta (Mitte) legt den Ball auf Georg Mendisch. Sascha Kühlbauch (links) kann nicht mehr eingreifen.

Hann. Münden. Eine personell geschwächte TG Münden konnte gegen den Tabellendritten der Handball-Oberliga, MTV Vorsfelde, nichts ausrichten. Letztlich hieß es 22:27 (12:13).

Dabei war ein überragender Christian Grambow zu wenig, um bestehen zu können. Trotz elf Treffern des Rückkehrers lief die TG immer einem Rückstand hinterher. In der Tabelle ging es sogar um drei Plätze nach unten, da Lehrte, Wittingen und auch Schaumburg an der TG vorbeizogen.

Den ersten Tiefschlag mussten die Gastgeber schon vordem Anpfiff verdauen: Thomas Eisenbach, der bislang eine starke Saison spielt, musste krank das Bett hüten. Für ihn übernahm Jan Ritz die Position im rechten Rückraum. Schnell wurden die Folgen von Eisenbachs Ausfall deutlich: Wirklichen Angriffsdruck entfachte die TG nur über die linke Seite. Hier war Christian Grambow kaum zu stoppen. 20 Spielminuten lang war der 26-Jährige Alleinunterhalter und erzielte bis zum 6:6 alle Mündener Tore.

Zeigte ein gutes Debüt von Beginn an: Mündes keeper am Samstag Julian Eilers.

Es war vor allem in der ersten Hälfte eine Partie mit zwei ausgezeichneten Torhütern. Bei der TG stand nach Alexander Klockes Ausfall Julian Eilers zum ersten Mal von Beginn an im Kasten und präsentierte sich überraschend stark. Auf der anderen Seite war aber Thomas Krüger der überragende Mann. Er wehrte zahlreiche schwere Bälle ab und bereitete gleich mehrere Kontertore vor. Höhepunkt war der Pass zum 1:4, als Krüger noch auf dem Boden saß. Auch seinen Ex-Mannschaftskameraden aus Magdeburger Jugendzeiten, Christian Grambow, entzauberte er zumindest einmal im Siebenmeterduell. „Wenn wir in in der erste Halbzeit nur einen Teil unserer Chancen verwerten“, sagte TG-Trainer Frank Janotta, „sieht die Sache vielleicht anders aus.“ So aber ging es mit einem Tor Rückstand in die Pause.

Wer dieses Spiel gewinnen würde, wurde nach dem Seitenwechsel schneller klar als gedacht. Vorsfelde zog sein Konterkonzept beeindruckend durch und der bis zum Schluss kämpfenden TG, bei der während der Woche mehrere Akteure gesundheitlich angeschlagen waren, schwanden die Kräfte. Christian Grambow war längst in Manndeckung genommen worden, fiel aber weiterhin als gefährlichster Mündener auf. Unzählige harte Attacken des stabilen Vorsfelder Mittelblocks mit Schwoerer und Knaack hatte er bereits weggesteckt, als der Ex-Gensunger beim Stand von 15:18 (42.) erneut zu Boden ging. Kurioserweise wurde nicht sein Widersacher auf MTV-Seite, sondern Grambow selbst nun mit einer Strafzeit vom Feld geschickt. Der TGer soll geschauspielert haben, so die angebliche Begründung der Schiedsrichter, deren Leistung auch von Frank Janotta nicht gerade beklatscht wurde: „Sie haben viel zu selten die Härte aus dem Spiel genommen.“ Ausgerechnet den davon am meisten betroffenen Grambow vom Feld zu schicken, bewies wenig Gespür für das Spiel.

Entscheidend für die Mündener Niederlage waren aber nicht die Schiedsrichter. Entscheidend war, dass Vorsfeldes Trainer Mike Knobbe die homogenere Mannschaft aufbieten konnte. Die TG hingegen konnte Eisenbachs Ausfall nie kompensieren. Fehlende Gefahr aus dem Rückraum schadete zugleich dem Kreisläuferspiel. So kam Georg Mendisch kaum einmal in Wurfposition. Am Samstag gegen Helmstedt müssen wieder alle Positionen Torgefahr ausstrahlen.

TG Münden: Eilers - Grambow 11/1, Janotta 4/2, Mendisch 2, Ritz 2, Neuhaus 1, Michalke 1, Rentsch 1, Backs, Oppermann. Beste Werfer Vorsfelde: Basile 7, Hartfiel 5.

Von Manuel Brandenstein

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