TG Münden unterlag gegen HG Rosdorf/Grone mit 20:36

Handball-Oberliga: Kritik an Schiris beim Südniedersachsen-Duell

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Großer Einsatz: Jann Rentsch erkämpfte sich vier Treffer. Hier ist er im Zweikampf gegen Hubertus Brandes. Hinten rechts Clemens Warnecke.

Hann. Münden. Nichts zu holen gab es im Derby für die Oberliga-Handballer der TG Münden. Vor rund 300 Zuschauern unterlagen die Gastgeber der HG Rosdorf/Grone mit 20:36 (8:17).

Eins sei vorweg klargestellt: Dass der Sieg der Gäste verdient war und am Ende auch in der Höhe völlig in Ordnung ging, daran gibt es keinen Zweifel. Zu groß war der Unterschied, sowohl was die Spielanlage als auch was die körperliche und mentale Stärke beider Teams angeht.

Doch andererseits hatte das, was sich da auf dem Parkett der Gymnasiumshalle abspielte, über weite Strecken mit Handball nur sehr wenig zu tun. Von der ersten Minute an gingen die Rosdorfer mit ihrer extrem offensiven 4:2-Abwehr derart aggressiv zu Werke, dass einem angst und bange um die Gesundheit der Mündener Spieler sein musste. Stets blitzschnell den Ballführenden attackierend wurde gezogen, gestoßen, gerungen und immer wieder auch ins Gesicht gegriffen.

Und was taten die beiden Unparteiischen Hendrik Diekmann und Alex Riemer? Nichts! Anstatt von Beginn an derartige Attacken zu unterbinden (wie es das Regelwerk ja vorsieht), ließen sie den Gästen bis zur 23. Minute auch die gröbsten Fouls ohne eine einzige Zweiminutenstrafe (geschweige denn einer Roten Karte) durchgehen. Gerade mal sechs Zeitstrafen gab es für den Tabellendritten im gesamten Spielverlauf. Ein Witz angesichts der Tatsache, dass kaum ein Mündener ohne Blessuren am Körper und im Gesicht das Spiel beendete.

Der Torjäger in Bedrängnis: Besonders auf Christian Grambow (rechts) hatte es die Rosdorfer Abwehr abgesehen. Hier beenden Jan Patrick Bohnhoff (Mitte) und Mathis Ruck den Angriff.

Dass Markus Piszczan nach dem Schlusspfiff nicht gut auf die Schiris zu sprechen war, verwundert da kaum. „Ich habe sie gefragt, ob sie heute nach den Rugbyregeln gepfiffen haben, aber da haben sie mich nur ganz verwundert angesehen“, meinte er. Wie genervt die Mündener Spieler von den zurückliegenden 60 Minutenwaren, ließ sich am besten am Beispiel von Christian Grambow ablesen. Nachdem der „Shooter“, der es diesmal nur auf fünf Treffer brachte (davon drei Siebenmeter), permanent zumeist gleich von zwei Spielern in die Mangel genommen worden war und im Spielverlauf sein zerrissenes Trikot hatte wechseln müssen, verschwand er unmittelbar nach dem Schlusspfiff in der Kabine. „Der ist ziemlich angefressen“, hatte Trainer Piszczan vollstes Verständnis für seinen Leistungsträger.

Erstaunlich selbstkritisch zeigte sich nach dem Spiel TG-Kapitän Jann Rentsch. „Wir wussten, was da auf uns zukommt“, sagte er. „Trotzdem haben wir es nicht geschafft, uns auf diese aggressive Abwehr einzustellen und haben viel zu viele technische Fehler gemacht.“ Mit einer solchen Leistung, wie sie die Mannschaft heute gezeigt habe, habe man von Beginn an auf verlorenem Posten gestanden.

TG Münden: Voss, Gerland - Hohmann 3. Prinz, Mendisch 2, Bolse, Grambow 5/3, Endig 1, Backs 2, Janotta 1, Stajic, Rentsch 4, Lieberknecht 2.

HG: Krüger, Kurz - Ruck 5, Frölich 4, Osei-Bonsu 1, Zech 6/1, Brandes 1/1, Quanz, Krebs 8/1, Menn 2, Bruns 1/1, Avram 3, Warnecke 2, Bohnhoff 3.

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