Not macht erfinderisch

Auf neuer Position: Nico Backs wird seit einigen Wochen auch im Rückraum der TG eingesetzt. Foto: Brandenstein

Hann. Münden. Im Abstiegskampf der Handball-Oberliga hat die TG Münden große personelle Sorgen. Gut, wenn man in dieser Situation flexible Spieler hat.

Als Mündener Eigengewächs übernimmt Nico Backs immer mehr Verantwortung. Trotz seiner erst 23 Jahre hat er bei der TG schon viel erlebt. Derzeit arbeitet er mit seinen Mannschaftskameraden am Klassenerhalt. Dazu könnte ein Heimsieg gegen den Lehrter SV (Samstag, 19.15 Uhr, Gymnasiumshalle) beitragen.

Angesichts von erst sechs gespielten Partien lässt die Mannschaft die Köpfe trotz der kniffligen Lage in der Tabelle als neues Schlusslicht nicht hängen. „Um die Stimmung im Team muss man sich wirklich keine Sorgen machen“, meint Nico Backs. „Natürlich wissen wir, dass wir jetzt gerade zu Hause und gegen Mannschaften, die nicht ganz oben stehen, punkten müssen. Dafür werden wir gegen Lehrte alles tun.“

Brenzlige Situationen hat der 23-Jährige, der an der Kasseler Uni Wirtschaftsingenieurwesen studiert, schon einige erlebt. Als junger Kerl aus der Jugend der JSG Münden/Volkmarshausen wurde er im letzten Mündener Drittligajahr in die 1. Mannschaft befördert. Natürlich auf seiner angestammten Position als schneller Linksaußen. Nach dem Abstieg blieb der gebürtige Volkmarshäuser der TG treu, auch als es noch eine Etage tiefer ging. Am Wiederaufstieg in die Oberliga hatte er mit 95 Toren seinen Anteil, und seit Ende September muss er sich mit einer völlig neuen Rolle anfreunden: Aufgrund der Mündener Aufstellungssorgen beorderten ihn die Trainer auf die Spielmacherposition. Dort überraschte er mit zahlreichen torgefährlichen Aktionen.

Mittlerweile ist Nico Backs, der in der Jugend gemeinsam mit Jendrik Janotta, Kevin Knieps und Alexander Klocke Oberliga spielte, sogar bester TG-Werfer. Durchschnittlich sechs- bis siebenmal netzt er pro Spiel ein und Trainer Matthias Linke meint: „Wir haben ihm das zugetraut und er macht seine Sache richtig gut.“ Damit ist Backs nun in die Spielsteuerung eingebunden und es lastet noch mehr Verantwortung auf seinen Schultern. „Diese Verantwortung übernehme ich aber gerne, denn ich bin schon der Meinung, dass ich mich mittlerweile zu einem Führungsspieler weiterentwickelt habe“, sagt er selbstbewusst.

An den Wochenenden dreht sich bei Familie Backs alles um den Handball, denn auch der jüngere Sohn Fin (19) ist dann unterwegs. Der Jugendnationalspieler, der noch zur MT Melsungen gehört, kommt mit Zweitspielrecht bei Zweitligist Eintracht Hildesheim zum Einsatz. „Wir telefonieren mehrmals wöchentlich und dann ist Handball natürlich Thema Nummer eins. Auf meinen Bruder bin ich richtig stolz!“, gibt Nico zu.

Auch sein Bruder spielt Linksaußen und dürfte dort auch bleiben. Währenddessen wird Nico im Mündener Rückraum noch für längere Zeit gebraucht. „Mir macht das aber unheimlich Spaß und ich hoffe, dass es so weitergeht.“ Stolz auf sich selbst würde er übrigens dann empfinden, wenn am Samstagabend mit der TG der erste Saisonheimsieg gelänge.

Von Manuel Brandenstein

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