Männer-Derby in Rosdorf: Deutlicher Kampf der Kulturen

Vier Rosdorfer schauen zu, wie Mündens Jendrik Janotta (am Ball) sein einziges Tor wirft. Menn, Zech, Brandes und Avram sind in dieser Situation zu passiv. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Spannung kam beim 28:23 (14:9)-Sieg der HG Rosdorf-Grone gegen die TG Münden nie auf. Münden verkaufte sich in ausverkaufter Halle zwar deutlich besser als vor Jahresfrist (14:35), doch die Fehlerquote des Handball-Oberligisten war einfach zu hoch.

Besonders in der ersten Halbzeit provozierten die Gastgeber Fehlpässe und technische Fehler (13 an der Zahl), die die Weichen für das Team von Gernot Weiss schon früh auf Sieg stellten.

Wieder einmal bei diesem Duell erhitzte die körperbetonte Spielweise der Hausherren die Mündener Gemüter. „Hier hätte es heute eigentlich Zeitstrafen hageln müssen!“, meinte TG-Trainer Frank Janotta erbost, dessen Mittelblock durch den Ausfall von Georg Mendisch gesprengt worden war. Gernot Weiss hatte für die Beschwerden kein Verständnis: „Sollen wir Grambow zum Beispiel einfach laufen lassen? Dann wirft er wie in Hameln 16 Stück!“

Ganz so hart wie das letzte Aufeinandertreffen in Münden verlief die Partie nicht. Aber erneut geriet das Duell zum Kampf der Kulturen. Während Münden von der Spielanlage her die feine Klinge bevorzugt, setzt die HG darauf, den Gegner zu schocken und ihm regelrecht den Mut zu nehmen. Das funktionierte auch am Freitagabend.

Allerdings fehlte dem Göttinger Schiedsrichtergespann Brandl/van Dort auch die klare Linie. Hatten sie bereits im zweiten Mündener Angriff den Rosdorfer Avram für zwei Minuten vom Feld gestellt, konnten sich die Gastgeber im Anschluss deutlich mehr erlauben. „Ich kann die Aufregung heute aber nicht nachvollziehen“, meinte Weiss. „Wir waren ein paar Mal zu spät am Gegenspieler und haben dafür Strafen kassiert. Ansonsten hatte unsere Abwehr die Kontrolle. Nur im Angriff war noch viel Luft nach oben.“

TG mit schwacher Wurfquote

Gerade aus diesem Grund hätte Münden deutlich mehr erreichen können. „Wir haben die einfachen Würfe nicht reingemacht“, haderte Frank Janotta über die schwache Wurfquote in Halbzeit eins. Dass die Spannung tatsächlich fehlte, hatten sich die Mündener selbst zuzuschreiben.

Wenn man schon in der Anfangsphase einen Strafwurf an die Latte setzt und es von Außen mit Hebern versucht, scheint man die alarmierende Lage im Tabellenkeller noch nicht erfasst zu haben. Deutlich konsequenter die Rosdorfer, bei denen Rückraumschütze Maximilian Zech den vorentscheidenden Vorsprung herauswarf. Später löschten Marlon Krebs und Hubertus Brandes mit ihren Treffern zum 22:16 das Mündener Strohfeuer.

Handball: HG Rosdorf-Grone gegen TG Münden

HG: Krüger, Ziegler - Ruck 1/1, Osei-Bonsu 2, Zech 6, Brandes 3/1, Quanz, Krebs 4, Menn 2, Naß, Bruns 1, Avram 2, Bohnhoff 2, Warnecke 5.

TG: Voß, Gerland - Hohmann 2, Grambow 10/6, J. Janotta 1, Michalke 5, Evora 3, Backs 1, Rentsch 1, Bolse, Prinz, Spangenberg.

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