TG Münden dreht Partie gegen Hameln

Drunter und drüber: Nach dem Abpfiff war der Jubel groß. Ganz links Haupttorschütze Christian Grambow neben Jendrik Janotta. Fotos: Brandenstein

Hann. Münden. Unverhoffter Heimsieg für die TG Münden in der Handball-Oberliga: Gegen den VfL Hameln gelang ein 27:26 (10:13). Die TG ist damit punktgleich mit dem Drittletzten aus Hildesheim.

Er hat es tatsächlich noch einmal getan: Nach seinen 16 Toren im Hinspiel war TG Mündens Rückraum-Ass Christian Grambow auch im zweiten Saisonvergleich mit dem VfL Hameln nicht zu halten. Wieder traf er 16-Mal. Allerdings reichte das den abstiegsbedrohten Mündenern diesmal zum Sieg.

Der war erst zehn Sekunden vor dem Abpfiff unter Dach und Fach. Das entscheidende Tor - natürlich durch Grambow - hatte eine solch kuriose Vorgeschichte, dass sie erzählt werden soll:

Beim Stand von 26:26 kommen in der Mündener Abwehr Niklas Bolse und Jendrik Janotta gegen Hamelns André Brodhage zu spät - Strafwurf für die Gäste. Doch jetzt spielen die Nerven von VfL-Schütze Torben Höltje nicht mehr mit. Er setzt den Ball an die Latte, nachdem er Minuten zuvor bereits an TG-Keeper Daniel Voß von der Siebenmeterlinie gescheitert war.

Auf der Uhr stehen noch 40 Sekunden. Die TG hat also noch einen Angriff, um den Sieg perfekt zu machen. Doch ausgerechnet Rechtsaußen Daniel Lieberknecht scheint zum Pechvogel zu avancieren. Kurz zuvor hatte er mit seinem Tor zum 26:26 (59.) erstmals in der zweiten Halbzeit für den Ausgleich gesorgt, doch nun wird ihm ein Stürmerfoul abgepfiffen. Zumindest von Andreas Hoppe, dem Feldschiedsrichter. Dessen Geismarer Kollege Yunus Boyraz erkennt aber offensichtlich gleichzeitig ein strafwurfwürdiges Vergehen von Lieberknechts Gegenspieler. Nach kurzer Beratung gibt das Schiri-Gespann tatsächlich Siebenmeter für die TG - zehn Sekunden vor Spielende.

Doch die Dramatik findet kein Ende: Jetzt scheint auch Schütze Christian Grambow die Hand zu zittern. Seinen Wurf pariert Frank Rosenthal prächtig. Allerdings springt das Leder zurück in Grambows Hände, und per Nachwurf ist die Sensation perfekt! Jetzt gibt es auf den Rängen kein Halten mehr. Trainer, Ersatzspieler und Betreuer stürmen das Spielfeld. Genauso übrigens wie Hamelns Trainer Henning Sohl, der natürlich restlos bedient ist und die Schiedsrichter zur Rede stellt.

Der gefeierte Christian Grambow fand seine ruhige Art schnell wieder: „Da war heute viel Glück dabei. Aber immerhin zeigte sich unsere Abwehr und auch der Torhüter stark verbessert. Der Sieg ist umso wertvoller, da er nicht eingeplant war.“

Die TG hatte am Samstag eigentlich immer mit zwei bis drei Treffern hinten gelegen. Die spielerisch deutlich stärkeren Hamelner schienen keinem überragenden aber einem sicheren Sieg entgegenzusteuern. Erst als Christian Grambow in der Schlussphase förmlich heiß lief, rückte eine Überraschung in den Bereich des Möglichen. Der 28-Jährige erzielte zwischen der 48. und 54. Spielminute fünf Tore in Folge. Von den letzten acht Mündener Treffern des Spiels warf Grambow sieben. Eine ähnliche Bilanz konnte sein hochgelobter Gegenüber im Hamelner Rückraum, Tim Otto, nicht aufweisen. Seine letzten beiden Würfe wurden von Georg Mendisch abgeblockt, außerdem traf er den Pfosten. Aufgrund dieser Aktionen und großer Moral konnte die TG das Spiel noch drehen.

TG Münden: Voß, Gerland - Grambow 16/5, Lieberknecht 2, Mendisch 2, Janotta 2, Stajic 2, Rentsch 1, Prinz 1, Bolse 1, Hohmann, Backs.

Beste Werfer VfL Hameln: Höltje 8/4, Otto und S. Maczka (je 5).

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