TG Münden gibt Rote Laterne ab

Hinein damit: TG Mündens Linksaußen Nico Backs verwandelt einen Konterangriff gegen Alfelds Torhüter Istvan Kallai. Foto: Schröter

Hann. Münden. Handball-Oberligist TG Münden fuhr gegen den SV Alfeld den zweiten Sieg in Folge ein. Die Hoffnung auf den Klassenerhalt lebt wieder.

Als am Samstagabend um kurz nach halb neun in der Gymnasiumshalle die Schlusssirene ertönt, ist die Hölle los. Man sollte meinen, Handball-Oberligist TG Münden habe gerade das Spitzenspiel gewonnen und die Tabellenspitze erobert. Und auch wenn das Team von Trainer Markus Piszczan davon meilenweit entfernt ist, so ist es doch ein enorm wichtiger Sieg, den Spieler und Anhang gleichermaßen enthusiastisch feiern. Durch den 31:25 (17:14)-Erfolg im Kellerduell über den SV Alfeld haben die Mündener erstmals seit dem achten Spieltag Ende Oktober das Tabellenende verlassen und aufgrund des besseren Torverhältnisses die Rote Laterne an die nun punktgleichen Alfelder übergeben.

„Das war genau das Spiel, das ich erwartet habe“, nahm Piszczan den Sieg wohl als einziger TGer einigermaßen unterkühlt zur Kenntnis. „Wir haben wieder einmal viel zu viele Chancen ausgelassen, aber am Ende hat sich die größere individuelle Klasse meiner Mannschaft durchgesetzt“, so der Trainer.

Mann des Abends auf Seiten der Gastgeber war ohne Zweifel „Shooter“ Christian Grambow, der es trotz 60-minütiger Manndeckung auf zehn Tore brachte (davon drei Siebenmeter) und der damit klar bester Werfer seines Teams war. Großen Anteil am Erfolg hatte aber auch Torwart Tim Gerland, der nach 20 Minuten für den bis dahin einigermaßen unglücklich agierenden Daniel Voß zwischen die Pfosten ging und die gegnerischen Angreifer vor allem bei Würfen vom Kreis oder von außen ein ums andere Mal zur Verzweiflung brachte.

Wirft man einen Blick auf den Spielverlauf, so sah es zunächst überhaupt nicht nach einem derart klaren Mündener Erfolg aus. Bis zur 15. Minute fanden die Gastgeber überhaupt nicht ins Spiel und leisteten sich im Angriff vor allem von den Außenpositionen zahllose Fehlversuche, mit denen sie gleichzeitig SV-Torwart Istvan Kallai so richtig warm schossen. Erst mit der Einwechslung von Tim Gerland (eine Entscheidung, die nicht Trainer Piszczan, sondern Torwart Daniel Voss selbst traf) ging ein Ruck durchs Team. In den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit wandelten die Mündener einen 11:12-Rückstand in eine 17:14-Pausenführung um und legten damit den Grundstein für den Sieg. Gegen Gäste, die von ihren beiden ungarischen Neuzugängen nur Mihaly Toth (zwei Tor-Erfolge) einsetzen konnten.

Weil im zweiten Durchgang sowohl Björn Prinz als auch Ivan Stajic auf halbrechts eine gute Figur machten, Georg Mendisch am Kreis seine Chancen konsequent nutzte und Christian Grambow trotz seiner Sonderbewachung aus dem Hinterhalt stets für Gefahr sorgte, kam der Mündener Erfolg zu keinem Zeitpunkt mehr ernsthaft in Gefahr. „Wenn wir so spielen, werden es noch viele Gegner schwer haben bei uns“, nannte der dann doch sichtlich zufriedene Markus Piszczan den Sieg „einen weiteren Schritt in die richtige Richtung.“

TG Münden: Voß, Gerland - Grambow 10/3, Backs 4/1, Mendisch 4, Stajic 4, Hohmann 2, Prinz 2, Endig 2, Rentsch 1, Janotta 1, Bolse 1, Michalke, Lieberknacht. Beste Alfelder Werfer: Haberecht 6, Schöller 4.

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