TG Münden schnuppert an Überraschung

Immer eine Hand dazwischen: Northeims Abwehrspieler Paul Seekamp (Mitte) blockt einen Wurf von Björn Prinz. Mit dem anderen Arm hält Seekamp Jann Rentsch am Trikot. Fotos: Brandenstein

Hann. Münden. Am Ende um einige Treffer zu hoch verlor Handball-Oberligist TG Münden das Derby gegen den Northeimer HC mit 22:28 (13:17). Die TG bleibt Vorletzter der Tabelle.

55 Minuten lang lieferten die Handballer der TG Münden dem haushohen Favoriten aus Northeim einen heißen Kampf. In der Schlussphase ging den abstiegsbedrohten Gastgebern im Angriff aber die Luft aus und sie verloren noch deutlich.

Ein vergebener Strafwurf kurz vor Schluss ließ die Köpfe sinken. Das Missgeschick unterlief ausgerechnet TG-Linksaußen Nico Backs. In den 55 Minuten zuvor war er bester Werfer seiner Mannschaft und hatte mit neun Treffern großen Anteil daran besessen, dass die TG gegen den Tabellenzweiten mithalten konnte. Dann kam aber jene Szene, in der er beim Stand von 21:23 aus Mündener Sicht den Ball rechts neben das Northeimer Tor setzte. „Das ist natürlich extrem bitter“, meinte Backs zerknirscht. „Wenn ich treffe, sind wir wieder mit einem Tor an Northeim dran und dann kann alles passieren.“

In der Tat hätten sich die Gastgeber mit ihrem stark dezimierten Kader einen Punkt verdient gehabt. Dass man überhaupt in den Bereich eines Unentschiedens kam, war zu Beginn der Partie nicht abzusehen. Northeim nutzte die Mündener Fehlwürfe gnadenlos aus und ging auch ohne ihr verletztes Rückraum-Ass Kai Effler mit 13:7 in Führung. Besonders Jannes Meyer auf Halbrechts spielte überragend (zehn Tore) und ließ mit seinem starken Eins-gegen-Eins die TG-Abwehr schlecht aussehen. Bei den Gastgebern machte sich der jüngste Ausfall von Ivan Stajic im Rückraum natürlich bemerkbar. Daniel Lieberknecht war trotz eines eingeklemmten Nervs ins Spiel gegangen. Hinzu kam, dass Christian Grambow sich sehr früh im Spiel das Daumen-Endgelenk seiner Wurfhand auskugelte. Teamarzt Georg Fieseler brachte die Sache zwar wieder ins Lot, doch der nun bandagierte TG-Torjäger traf nach dem Seitenwechsel kein einziges Mal mehr.

Probleme beim Torabschluss hatten im zweiten Durchgang aber zunächst die Gäste. Fast zehn Minuten dauerte es, bis ihr erster Treffer fiel. Kurz zuvor hatte Jendrik Janotta den 17:17-Ausgleich geworfen. Das war in erster Linie deshalb möglich, weil sich die Abwehr mit einem kampfstarken Niklas Bolse enorm steigerte.

Die folgenden Minuten hätten das Blatt komplett zugunsten der TG wenden können. Tim Gerland im Tor blieb ungeheuer beständig und parierte nun unter anderem einen Strafwurf von Stöpler, der auch noch eine Zeitstrafe kassierte.

Doch anstatt den Vorteil zu nutzen, gewann Northeim diese Unterzahl sogar mit 1:0 und zog auf 21:18 davon (49.). Gästetrainer Carsten Barnkothe atmete durch: „Ich möchte gar nicht wissen, was passiert wäre, wenn Münden einmal in Führung gegangen wäre. So haben wir uns aber nach dem 18:18 gut rausgezogen.“

TG Münden: Gerland, Voß - Backs 9/2, Grambow 4/1, Janotta 3, Lieberknecht 3, Prinz 1, Rentsch 1, Endig 1, Bolse, Berndt, Oppermann.

Von Manuel Brandenstein

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.