Handball-Oberliga: Handball-Oberliga: Männer- und Frauen-Team jeweils Schlusslicht

HG Rosdorf-Grone: Rote Laternen sind fest umklammert

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Gegen den Abstieg: Das Männerteam der HG Rosdorf-Grone um Trainer Lennart Pietsch (Mitte) kämpft ebenso um den Oberliga-Klassenerhalt wie die Frauen des Klubs.

Göttingen. Der Blick auf die Tabellen muss für alle, die es mit den Handballern und Handballerinnen der HG Rosdorf-Grone (2006 gegründet) halten, der blanke Horror sein. Sowohl die Männer als auch die Frauen sind in ihrer Liga jeweils Letzter.

In Rosdorf leuchten zwei rote Laternen. Wie sehen die aktuellen und ehemaligen Verantwortlichen die besorgniserregende Lage?

Seit Mitte Juni ist Inken Seebode an der Spitze des Klubs. Sie löste nach zwölf Jahren Jürgen Weißke ab. Der Wechsel an der Vereinsspitze ging seinerzeit nicht geräuschlos über die Bühne.

„Wir wussten, dass es beim Männer-Team schwer wird“, sagt Seebode. „Die ersten beiden Siege waren hoffnungsvoll.“ Die gab es am ersten (26:25 gegen Lehrte) und dritten Spieltag (29:24 gegen Hameln). Seit sieben Partien ist das Team von Trainer Lennart Pietsch jedoch sieglos.

Viele Leistungsträger weg

„Es sind einfach nicht die Spieler da, die nötig sind“, meinte Ex-Vorstandsmitglied Lothar Exler. Eckpfeiler wie Krebs, Brandes, Warnecke verließen die HG. „Lenny bräuchte auch einen Co-Trainer zur Unterstützung“, sagt Exler. „Und im Team fehlt eine Leitfigur. Es gibt personelle Probleme, Maxi Zech fehlt seit vielen Wochen.“ Seebode sieht das ähnlich. „Wir setzen uns zusammen, sammeln Ideen. Lenny braucht tatsächlich Unterstützung. Neue Spieler zu holen, wird schwierig.“

Deutliche und auch drastische Worte findet der langjährige Vorsitzende Weißke (62). Was im Moment passiere, tue ihm „in der Seele weh“. Vor allem, wenn man sehe, „wie der Klub kaputt geht. Es dauert nicht lange, bis er in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.“ Weißke hat sich seit seiner Abwahl zurückgezogen, obwohl niemand wohl die HG Rosdorf-Grone so gelebt hat wie er über lange Jahre. Er hat seine Kontakte, seine Umtriebigkeit stets zum Wohl der HG eingesetzt. Weißke: „Ich bin schon angesprochen worden, wie es jetzt weitergeht.“ Kann er sich eine Rückkehr vorstellen? „Momentan auf keinen Fall“, entgegnet er.

Neuer Trainer bei den Frauen

Düster auch die Lage beim Frauen-Team. Nach nur wenigen Spieltagen trennte sich die HG von Tjark Kleinhans, der Pietsch nachfolgte und noch nie zuvor ein Frauen-Team coachte. „Durch den Trainerwechsel war es schwierig“, räumt Seebode ein. „Es passte nicht mit den Damen. Der Kuschel-Kurs funktionierte nicht.“ Jetzt erhoffe man sich von Stefan Albrecht neue Impulse. Dumm nur, dass der Ex-Duderstädter nach nur einem Spiel an der Schulter operiert werden musste – was aber bekannt war. Hoffnung mache, so die Klubchefin, die Rückkehr von Maite Gutenberg nach einem Auslandsemester in Frankreich.

„Es scheint egal, ob die Teams absteigen“, sagt Exler. Seebode widerspricht: „Die Oberliga muss bleiben, dafür werden wir alles tun. Ich bin für den Leistungssport, aber wir dürfen auch den Breitensport nicht vergessen.“ Am Wochenende ist spielfrei, danach steht in diesem Jahr nur noch je ein Spiel fürs Herren- und Frauen-Team an. 

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