Bilanz der TG Münden in der Handball-Oberliga: Trainer Frank Janotta musste improvisieren

Saison ein Gemeinschaftswerk

Übernahmen auch abseits des Spielfeldes viel Verantwortung: Mannschaftskapitän Jann Rentsch (links) und TG-Trainer Frank Janotta. Foto: Schröter/nh

Hann. Münden. Sie wollten einen einstelligen Tabellenplatz und sie bekamen ihn. Handball-Oberligist TG Münden hat trotz schwieriger Bedingungen sein Saisonziel realisiert, auch wenn sich so mancher Fan nach dem erfolgreichen Saisonstart vielleicht etwas mehr erhofft hatte. „Ich ziehe alles in allem ein positives Fazit“, meint Trainer Frank Janotta. „Schließlich gab es viele Unkenrufe, doch wir haben trotz eines sehr schmalen Kaders unser Ziel erreicht.“

Der Trainer musste aus der Not eine Tugend machen. An ein herkömmliches Mannschaftstraining war aufgrund von Verletzungen (besonders Grambow und Evora) sowie unter der Woche fehlender Spieler (Eisenbach, Knieps) kaum zu denken. Janotta musste improvisieren, in Kleingruppen arbeiten und die zweite und dritte Mannschaft mit ins Boot holen. Dass sich dabei niemand querstellte, war innerhalb der TG ein sehr erfreuliches Signal. „Die Trainingsgestaltung war eigentlich das Schwierigste“, meint Janotta. „Man musste es so hinbekommen, dass wir trotz aller Probleme am Wochenende erfolgreich sein konnten.“ Es wuchs die Erkenntnis im Team, dass mit Willenskraft und dem Glauben an die eigene Stärke eben doch einiges möglich war.

Siege gegen Topteams

Das bewies die TG unter anderem in den Spielen gegen Meister HSG Nienburg, dem die Mündener drei Punkte abknöpften. Auch bei Vizemeister Vorsfelde wurde gewonnen. Doch mit Beginn des neuen Jahres zogen dunkle Wolken auf. Zwischen dem 10. Januar und dem 21. Februar gab es lediglich einen Sieg zu feiern. Beim 22:29 in eigener Halle gegen Lehrte, verletzte sich Christian Grambow so schwer, dass er für den Rest der Saison ausfiel. „Auf ihn war alles ausgerichtet, das hat die Mannschaft natürlich getroffen“, gibt Frank Janotta zu. Die Abstiegsplätze rückten bedrohlich nahe. „Da sind wir schwer ins Schlingern geraten und mussten uns erst mal wieder berappeln“, erinnert sich der Mündener Trainer.

Aber es war typisch für diese Saison, dass einem Tief auch schnell wieder ein Hoch folgen konnte. Und so bedeutete das völlig unerwartete 25:25 in der Gymnasiumshalle gegen Nienburg den Auftakt zu einer Erfolgsserie von sechs Partien ohne Niederlage. In dieser Phase, in die unter anderem der 25:22-Derbysieg gegen Duderstadt und das 27:25 in Vorsfelde fielen, gelangen der TG die entscheidenden Schritte zum vorzeitigen Klassenerhalt.

Frank Janotta bleibt auch für die kommende Oberligasaison realistisch, spricht von einem sicheren Mittelfeldplatz als Ziel. „Schließlich tun uns die Abgänge besonders von Alex Klocke und Thomas Eisenbach weh.“ Janotta plant künftig natürlich wieder mit Torjäger Christian Grambow. „Er ist derzeit in der Reha gut aufgehoben und kommt voran. Wir werden nach seiner Schulterverletzung aber in der Saisonvorbereitung noch vorsichtig mit ihm umgehen. Diese Vorbereitung soll Anfang Juli beginnen. Am kommenden Wochenende begeben sich Mannschaft und Trainer aber erst mal zur Abschlussfahrt nach Prag. Eine Woche später ist in Volkmarshausen eine Helferparty geplant.

Von Manuel Brandenstein

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