Oberligist will sich keinen Illusionen hingeben

TG Münden: Abstieg wohl schon nach der Hinserie Realität

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Konnten bislang zumindest die Mannschaftsmoral aufrecht erhalten: Matthias Linke (links) und Jens Wiegräfe.  

Hann. Münden. Noch nicht einmal die Hälfte der Saison ist vorüber, da muss sich Handball-Oberligist TG Münden einer unangenehmen Wahrheit stellen.

Die Mannschaft, die am Sonntag auch das Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten HV Barsinghausen verlor (29:30), ist praktisch abgestiegen. Auch Trainer Matthias Linke will der Realität ins Auge sehen und frühzeitig für die Verbandsliga planen. Zusammen mit Linke haben wir die Situation zusammengefasst:

Der Rückstand

Die TG weist acht Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz auf (Platz zwölf). Eigentlich sind es sogar neun Punkte, denn das miese Mündener Torverhältnis wirkt sich zusätzlich aus. „Der Zug ist nach der Niederlage gegen Barsinghausen abgefahren“, sagt Linke. „Es wäre vermessen, daran zu glauben, dass wir den Rückstand noch aufholen. Dazu müssten wir ja voraussichtlich jedes zweite Spiel der Rückserie gewinnen, denn die Konkurrenz punktet ja auch noch.“ Angesichts des großen Rückstands macht es für die TG Münden auch keinen Sinn, in der bald anstehenden fünfwöchigen Spielpause neue Akteure nach Münden zu lotsen.

Der Kader

Bislang wollen alle Spieler bis Saisonende bei der Stange bleiben. Das trifft auch auf Christian Grambow zu, der am Samstag wieder einmal bester TG-Spieler war. „Er hat nach seiner Rückkehr noch mal gezeigt, welche Klasse er hat“, meint Matthias Linke. Da nun aber die Würfel für die TG schon gefallen sind, dürfte Grambow künftig fast nur noch bei Heimspielen zum Einsatz kommen. Eine Ausnahme könnte das kommende Gastspiel bei der HSG Plesse darstellen (Samstag, 19.30 Uhr), zu dem es nur eine kurze Anreise gibt. Dann soll auch Rückraumspieler Pascal Pfaffenbach nach überstandener Verletzung wieder auflaufen. Darauf muss Jens Wiegräfe wohl noch länger warten. Zwar hat er ein zusätzliches Aufbauprogramm absolviert, doch lässt seine Knieverletzung eine Rückkehr vermutlich erst Mitte Februar zu. Bis dahin bleibt er auf seinen Posten als Co-Trainer beschränkt.

Der Blick voraus

Die TG wird bereits nach der Weihnachtspause den Blick in die Zukunft richten. Matthias Linke unterstreicht, dass er und Jens Wiegräfe die Saison als Trainergespann durchziehen werden. „Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass wir weitermachen“, so Linke, „aber Gespräche hat es darüber noch nicht gegeben.“ Der Verein darf sich also auch in der Trainerfrage möglichst schnell eine Meinung bilden.

Als Erstes will die TG laut Linke ausloten, wie groß im bestehenden Kader die Bereitschaft ist, auch in der Verbandsliga zu bleiben. In diesen Prozess werde natürlich auch der neue Geschäftsführer der Spielbetriebsgesellschaft, Jannik Kratzenberg, einbezogen. Zudem solle noch mal genauer auf die zweite Mannschaft und die A-Jugend geschaut werden. Vielleicht halten sich ja auch dort noch Talente versteckt. Danach werde die TG ihre Fühler weiter ausstrecken.

Der 2. TG-Vorsitzende, Reiner Schmitz, meinte am Rande des jüngsten Heimspiels: Ziel müsse es sein, in der Verbandsliga eine Mannschaft aufzubauen, die später auch in der Oberliga wieder gut mithalten könne.

Der Blick nach unten

Der TG könnten in der Verbandsliga zuschauerträchtige Südniedersachsenderbys entgehen: Nachbar HG Rosdorf/Grone steht mit 4:20 Punkten am Tabellenende und dürfte zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres zum Abstieg verurteilt werden. Am anderen Ende der Tabelle scheint der TV Jahn Duderstadt als Spitzenreiter die sofortige Oberliga-Rückkehr realisieren zu können. Blieben als kleine Derbys noch die Duelle gegen Rhumetal und eventuell den MTV Geismar.

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