Zumindest der Abgang stimmt TG Münden positiv

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Drehte in der zweiten Halbzeit mächtig auf: Mündens Youngster Tim Weinberger, der hier Jan-Erik Schmidt anspielt, warf zehn Tore.

Hann. Münden – Lange hatten sie es sich vorgenommen, aber erst am allerletzten Spieltag der Saison hat es für die Mündener Oberliga-Handballer mit einem Sieg geklappt. Den Gang in die Verbandsliga konnte das natürlich nicht mehr verhindern.

Zum Saisonabschluss hätte die Stimmung in der Mündener Gymnasiumshalle fast über den längst feststehenden Abstieg der TG-Handballer hinwegtäuschen können. Doch verdient war der Applaus allemal. Die so oft in dieser Oberligasaison überforderte Mannschaft bezwang die HSG Plesse-Hardenberg mit 26:22 (12:9) und kam damit ganz am Ende zu den einzigen beiden Punkten.

Auch die Kulisse ließ nicht erahnen, dass die TG zum zweiten Mal in ihrer Geschichte in die Verbandsliga absteigen muss. Rund 300 Zuschauer hatten das Angebot des freien Eintritts genutzt und wurden für ihr Kommen belohnt. Die TG zeigte eine klasse Leistung, wobei allerdings auch gesagt werden muss, dass die Plesser vor allem in der ersten Halbzeit wenig inspiriert wirkten. Immer wieder warfen die Gäste völlig unvorbereitet. Mit diesen Bällen hatte der diesmal bestens aufgelegte Torhüter Mario Görtler kaum Probleme, sodass die TG Münden ausnahmsweise selbst in Führung gehen konnte (8:7/22.). Bis zur Pause wurde der Vorsprung sogar auf drei Treffer ausgebaut.

Nach dem Seitenwechsel trauten die Zuschauer kaum ihren Augen. Die Gastgeber verzichteten auf den zuvor schon oft gesehenen kollektiven Blackout, blieben konzentriert und legten durch den überragenden Youngster Tim Weinberger und seinen beidfüßigen Sprungwurf zum 15:10 nach.

Jetzt wechselte die HSG ihren Routinier Christian Wedemeyer ins Tor ein. Das schien Wirkung zu zeigen, denn die Mündener Abschlussquote sank. Nach dem Plesser Anschluss zum 14:16 (42.) nahmen die Gäste auch noch Christian Grambow in Manndeckung. Doch der fast schon erwartete Einbruch der Gastgeber gegen nun mit dem eingewechselten Eike Gloth aufs Tempo drückende Plesser blieb aus. Statt Torjäger Grambow, der nun endgültig sein letztes Spiel bestritt, sprang Tim Weinberger in die Bresche. Mit zehn sehenswerten Treffern hatte er großen Anteil am einzigen Mündener Saisonsieg.

So steckte die TG auch den 16:16-Ausgleich durch den diesmal unglücklich agierenden Christian Brand weg. Schilke und Weinberger stellten auf 19:17 (50.). Nach dem 24:19/56.) – unter anderem durch zwei wichtige Treffer von Niklas Bolse – war der Erfolg perfekt. TG Münden: Görtler, Görtelmeyer – Weinberger 10/1, Grambow 5/2, Bolse 3, Kleinschmidt 2, Schilke 2, Hartig 2, Pfaffenbach 2, Fehling, Mangels, Zischka.

Abschied, die Zweite: Christian Grambow stellte sich nochmal zur Verfügung, hört aber jetzt endgültig auf. Links Co-Trainer Jens Wiegräfe. Fotos: Manuel Brandenstein

Die meisten bleiben an Bord

Bei anderen Vereinen fliegt nach einer solch desaströsen Saison alles auseinander. In Münden gelten anscheinend andere Gesetze. Die in die Handball-Verbandsliga abgestiegene Mannschaft bleibt zu einem großen Teil zusammen. Unter anderem, weil es trotz 25 Niederlagen in 26 Spielen menschlich passte.

„Ich muss vor der Mannschaft wirklich den Hut ziehen“, sagte TG-Co-Trainer Jens Wiegräfe, der bald auch wieder als Spieler einsteigen möchte. „Die Jungs haben zu jedem Zeitpunkt mitgezogen und niemand hat die Lust verloren.“ Verabsiedet wurden lediglich Christian Grambow und Björn Prinz (während der Saison in die Zweite versetzt). Grambow hatte sich nach seinem Abschied 2018 zu einem Comeback überreden lassen, will nun aber die Schuhe endgültig an den Nagel hängen. Mit Pascal Pfaffenbach wird ein weiterer wichtiger Rückraumspieler aus beruflichen Gründen künftig fehlen. Oldie Benjamin Fehling weiß noch nicht genau, ob er seine Laufbahn fortsetzt.

Begeistert vom erfolgreichen letzten Saisonauftritt war auch Jann Rentsch, der mittlerweile das Torhütertraining übernommen hat: „Wir wollten unbedingt schon ein positives Signal für die kommende Serie aussenden. Schön dass es geklappt hat.“ Ob aber gleich der Wiederaufstieg ein Thema wird, steht in den Sternen.

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