Handball-Oberliga: Vorsitzender Weißke weg, Inken Seebode neue Chefin bei der HG Rosdorf-Grone

Trainer-Kompetenzen als Zündfunke

Jürgen Weißke

Göttingen. Ist der Rosdorfer Lokomotiv-Führer aufgrund von neuen Weichenstellungen auf ein Neben- oder sogar Abstellgleis gefahren? Dieses Bild beschreibt die Veränderungen in der Führungsetage von Handball-Oberligist HG Rosdorf-Grone zumindest annähernd. Fakt ist, dass Jürgen Weißke (62) nach zwölf Jahren als Vorsitzender zunächst zurücktrat und dann bei der Mitgliederversammlung auch abgewählt wurde. Während Weißke, als Fahrdienstleiter bei der Deutschen Bahn in Eichenberg tätig, nun von der „Oberleitung“ abgeklemmt wurde, betrat Inken Seebode (45, Bürokauffrau) den Führerstand des Rosdorfer Handball-Expresses und stellt nun mit ihren Vorstands-„Schaffnern“ selbst die Weichen des Klubs, dessen sportliche Aushängeschilder bei den Männern und Frauen durch die 4. Liga dampfen.

Der Zündfunke für die Demission und Abwahl von Weißke („Das war zwölf Jahre mein Verein“) und die Wahl von Seebode war nach HNA-Informationen offenbar die Verpflichtung des neuen Trainers Christian Caillat. An seinen neuen Zuständigkeiten, Kompetenzen und der Art seiner Bezahlung schieden sich die Geister. Der neue Coach der Viertliga-Männer sollte auch als Jugend-Koordinator tätig sein, was der bisherigen 2. Vorsitzenden Seebode und Kassenwartin Sandra Ackert unter anderem in Sachen Entlohnung Caillats nicht gepasst haben soll. Ebenso nicht die Art der Klubführung durch Weißke, der schon am 21. März zurückgetreten war, in Form eines Vereins-Patrons. Sie seien nicht nur zum Abnicken von Weißkes „Alleingängen“ da, war zu hören.

So wurde Weißke bei der Mitgliederversammlung in einer Kampfabstimmung abgewählt: 52 Stimmen für Seebode, 46 für Weißke (der sein Herzblut in die seit dem 1. Juni 2006 existierende HG investierte) bei vier ungültigen Stimmen. „Es gab unterschiedliche Meinungen wie üblich in einer Demokratie, aber nichts Dramatisches, alles im grünen Bereich“, sagt ein anderer Insider.

Der Knackpunkt war aber wohl die mangelnde Kommunikation und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen. Weißke wollte nicht mit Seebode im neuen Vorstand arbeiten, umgekehrt genauso. Ein dritter Szenekenner berichtet sogar von „Schlammschlachten“ im Hintergrund“. Klubchefin Seebode zollt Weißke, der sich zurückhält, „Hochachtung“ für die gute Arbeit. Die gute Nachwuchsarbeit weiterzuführen und der Klassenerhalt der Oberliga-Teams sei nun die Aufgabe. Ein Insider meint, dass Seebode nun zeigen müsse, dass sie es besser kann. Ohne das Know-how und die vielen informellen Kontakte von Weißke.

Zu allem Überfluss hat die HG auch noch einen Dachschaden. Beim Unwetter letzte Woche gab es einen Hagelschaden an den Dachfenstern der Halle am Siedlungsweg. Auch das noch. (haz/gsd-nh)

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