Handball-Oberliga: Niederlage gegen Meister HSG Nienburg

Zu viele Mängel in Mündens Defensive

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Auf ihn war wieder einmal Verlass: Christian Grambow traf 13-Mal für die TG, was letztlich aber auch keinen Punktgewinn einbrachte.

Hann. Münden. Nichts wurde es für die Oberliga-Handballer der TG Münden mit dem erhofften dritten Sieg in Serie. Die Lage im Abstiegskampf bleibt äußerst ernst.

Vor erneut guter Kulisse in der Gymnasiumshalle unterlagen die Gastgeber dem amtierenden Meister HSG Nienburg klar mit 28:34 (13:18). Eine ärgerliche Niederlage für die Mündener, zumal Abstiegskonkurrent Hildesheim II in Schaumburg mit 20:32 baden ging und die TG es somit verpasste, den Abstand auf den (vermutlichen) Nichtabstiegsplatz auf zwei Punkte zu verkürzen.

„Dieses Ergebnis geht völlig in Ordnung“, musste auch Markus Piszczan nach dem Spiel zugeben. Besonders enttäuscht zeigte sich der TG-Coach vom Rückzugsverhalten seiner Mannschaft, dass in den letzten beiden Wochen noch so gut geklappt hatte. „Die Abwehr beginnt im Angriff“, sagte er. „Wenn du aber nach Fehlwürfen oder Ballverlusten zu langsam nach hinten arbeitest, hast du gegen einen so schnellen Gegner keine Chance.“

Doch der Reihe nach. Die Partie begann schon schlecht für die Gastgeber, die nach drei Minuten und mehreren unkonzentrierten Abschlüssen im Angriff schnell mit 0:3 hinten lagen. Zwar konnte die TG durch Christian Grambow (sah sich erstmals seit langem über die volle Spielzeit keiner Manndeckung ausgesetzt) und Jendrik Janotta auf 2:3 verkürzen. Doch dann zogen die mit nur acht Spielern angereisten Gäste über 5:2 (6.) und 10:5 (14.) auf 12:7 (18.) davon und sorgten so schon früh für eine Art Vorentscheidung. Und das, obwohl eine Fünf-Tore-Führung normalerweise im Handball innerhalb weniger Minuten kippen kann.

Aber nicht am Samstag! Obwohl Hallensprecher Thorsten Schmook die Fans mit Parolen wie „hier ist noch lange nichts entschieden“ immer wieder zum Anfeuern ihrer Mannschaft antrieb, hatte man nämlich nie wirklich das Gefühl, dass die Gastgeber den Spieß noch einmal umdrehen könnten. Zu wenig Druck aus dem Rückraum, wo an diesem Tag alle bis auf den 13-Mal erfolgreichen Alleinunterhalter Christian Grambow blass blieben. Zu schwach in der Abwehr, wo man nie Zugriff auf die drei Rückraumschützen Arnar Gudmundsson (traf acht Mal), Sebastian Heller (vier Tore) und Steffen Kaatze (3) sowie Kreisläufer Kristaps Ence (6) bekam. Und dann waren da noch die beiden Torhüter Tim Gerland (in den ersten 18 Minuten) und der anschließend für ihn eingewechselte Daniel Voß, die die Fehler der Abwehr an diesem Tag auch nicht ausbaden konnten.

Als Fazit dieses insgesamt enttäuschenden Mündener Auftritts bleibt stehen, dass ein Christian Grambow alleine gegen einen Gegner wie die HSG Nienburg einfach nicht ausreicht. Und will man dem Abstieg tatsächlich noch vermeiden, dann muss auch der Rest der Mannschaft in den nächsten Spielen wieder mehr Initiative zeigen und auch eine ordentliche Schippe drauflegen.

TG Münden: Gerland, Voß - Grambow 13/4, Mendisch 4, Lieberknecht 4, Janotta 2, Prinz 1, Endig 1, Michalke 1, Backs 1, Stajic 1, Rentsch, Bolse, Toll.

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