Handball-Oberliga: Wedemeyer rettet Punkt

Schiedlich-friedliches Unentschieden zwischen Jahn und Münden

Kein Durchkommen: Duderstadts Mark Tetzlaff (am Ball) wird von den Mündenern Jann Rentsch (links) und Likas Michalke unsanft gebremst und in die Zange genommen. Foto: Jelinek

Duderstadt. Es war eines dieser typischen Lokalderbys: heiß umkämpft, eng im Spielverlauf, von großem Einsatz und von Emotionen geprägt. Spielerische und technische Feinheiten waren dagegen beim Duell zwischen dem TV Jahn Duderstadt und der TG Münden in der Handball-Oberliga eher selten. Für beide Teams blieb nach dem 26:26 (13:12) ein Punkt. Ein schiedlich-friedliches Ende.

„Das waren 60 Minuten Kampf, zum Schluss war es ein gerechtes Ergebnis“, fasste Mündens Trainer Frank Janotta zusammen. „Aber es war sicher kein Derby-Hochgenuss.“ Geprägt war die Partie nicht nur in der Anfangsphase von technischen Fehlern und Fehlabspielen auf beiden Seiten. Eher unglücklich für die TG die rote Karte für Nico Backs schon nach 7:48 Minuten, als er Duderstadts Carlos Swoboda stoppte. Die Disqualifikation war hart, aber vertretbar. Janotta versuchte, seinen Spieler in Schutz zu nehmen. Es gehe eben auch mal hart zu, „sonst könnten wir ja Murmeln spielen“.

Neun Tore von Grambow

Weitaus erfreulicher war in der ersten Hälfte der Auftritt von Christian Grambow. Der stämmige Rückraummann setzte seine Wucht immer wieder torbringend für die Mündener ein, traf vor der Pause siebenmal, scheiterte aber in der zweiten Halbzeit mit einem Siebenmeter am herausragenden Jahn-Keeper Christian Wedemeyer, der schon im ersten Abschnitt eine zweistellige Anzahl an Paraden zeigte.

War Grambow Mündens Mann der ersten Halbzeit, so avancierte dazu nach dem Wechsel Thomas Eisenach, der sein Torkonto mit vier Treffern auf insgesamt sieben ausbaute. Zum „Freitagabend-Helden“ der TG hätte indes Jann Rentsch werden können, der drei Sekunden vor Schluss von Linksaußen frei zum Wurf kam, aber an Wedemeyers geschätzter 22. Parade scheiterte. „Wir können uns bei unserem Torwart für den Punkt bedanken“, meinte denn auch Jahns Jan-Philipp Nass nach dem Abpfiff.

Den einzigen Zwei-Tore-Vorsprung des gesamten Spiels hatte sich Duderstadt, das neben Matthias Heim (Nasenbeinbruch) im Rückraum auch auf Justin Brand (Fingerbuch) verzichten musste, nach 44 Minuten beim 19:17 erarbeitet. Doch die Gäste blieben hartnäckig dran, glichen auch diesen Rückstand aus.

Swoboda setzt Schlusspunkt

Allerdings reichte dann auch die vierte Führung der TG beim 25:24 (56.) nicht zur Auswärts-Überraschung. Swoboda glich aus und schaffte 32 Sekunden vor Schluss mit seinem sechsten Treffer auch das 26:26.

„Ein gutes Spiel für unsere Situation“ hatte Jahn-Coach Christian Caillat gesehen. „Wir spielen im Moment zu verkrampft, uns fehlt die Leichtigkeit“, bilanzierte Jahn-Rekonvaleszent Heim. Aus den letzten fünf Spielen holten die Eichsfelder nur 3:7-Punkte. Und wer die drei südniedersächsischen Oberligisten zuletzt gesehen hat, muss feststellen: Den momentan „schönsten“ Handball spielt nicht Münden oder Duderstadt, sondern die HG Rosdorf-Grone. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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