Plesse wirft Rosdorf weiter dem Abstieg entgegen

Ex-Coach Gernot Weiss: "HG-Abstieg bitter für die Region"

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Tragischer Held: Rosdorfs Hendrik Sievers (am Ball gegen Plesses Malte Jetzke) vergab den letzten Siebenmeter. 

Göttingen. Die einen jubelten natürlich, was das Zeug hielt – die anderen waren fast am Boden zerstört.

Unterschiedlicher konnte die Stimmungslage nach dem Südniedersachsen-Derby in der Handball-Oberliga der Männer zwischen der HG Rosdorf-Grone und der HSG Plesse-Hardenberg kaum sein, das die Gäste mit 24:23 (11:10) glücklich für sich entschieden.

„Für die Handball-Region wäre es bitter, wenn Rosdorf absteigt“, fasste Ex-HG-Coach Gernot Weiss die Partie, die wieder mal nichts für schwache Nerven war, zusammen. In Rosdorf ist die Halle voll, in Bovenden ist die Halle bei der HSG voll – gut möglich, dass es dieses Derby nächste Saison in der 4. Liga nicht mehr gibt. „Es riecht nach Abstieg, wenn du so ein Spiel nicht gewinnst“, meinte auch der Ex-Rosdorfer Jens Norpoth unter den Fans.

„Plesse hatte dieses Quäntchen mehr Glück“, fasste Marcus Wuttke zusammen, der schon Regie auf der Rosdorfer Bank führte. Er soll nächste Saison neuer HG-Chefcoach werden. Und machte in Optimismus: „Wenn wir so spielen wie gegen Plesse, holen wir noch fünf Siege. Es ist alles aufgegangen, was wir uns vorgenommen hatten – wir haben nur nicht gewonnen.“

„Wir haben verdient gewonnen“, meinte HSG-Trainer Dietmar Böning-Grebe, der auf die erkrankten Falkenhein und Gloth verzichten musste. „Rosdorf ist durch seinen körperlichen Einsatz im Spiel geblieben, wir haben aber die Ruhe bewahrt.“ Ein „enges Spiel“ hatte auch Plesse-Torjäger Christian Brand gesehen: „In der ersten Halbzeit hatte Rosdorf ein Torwart-Plus, wir dagegen das bessere Ende.“

In der Tat: Brands abgefälschter Wurf 95 Sekunden vor Schluss brachte den Sieg. Nach Ablauf der 60 Minuten scheiterte Rosdorfs bester Torschütze Hendrik Sievers mit einem umstrittenen Siebenmeter am Innenpfosten des HSG-Gehäuses. Vor der Pause hatte Plesse einen 6:10-Rückstand in eine 11:10-Halbzeitführung gedreht.

Bitter, aber gut möglich, dass sich die Südniedersachsen-Teams nun gegenseitig aus der Oberliga werfen. Nächsten Freitag spielt Rosdorf in Münden, zwei Wochen später in Duderstadt. HSG-Coach Böning-Grebe: „Weitere Lokal-Derbys wären mir am liebsten. Traurig, wenn Rosdorf absteigen müsste.“

HG Rosdorf-Grone: Krüger, Seebode - Ruck 1, Herthum, Osei-Bonsu 3, Bohnhoff, Kutz 2, Menn, Wächter 3, Sievers 8/3, Burgdorf 6, Knorr.

HSG Plesse-Hardenberg: Ahlborn, Wedemeyer - Meyer, Jetzke 2, Smidt 2, Endler, Grobe 2, Herrig 4, Lapschies, Brand 7/3, Schindler 4, Sültmann 1, Glapka 2/2. (haz/gsd)

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