Handball-Oberliga Frauen: Rosdorf gewinnt nach 1:8 und 4:11 noch mit 33:27

Erfolg mit Ach und Krach

Mit acht toren erfolgreichste HG-Werferin: Rosdorfs Amrei Gutenberg (Mitte)wird hier von Ashausens Ninja Neven (rechts) und Anne Kunzelmann in die Zange genommen. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Nach genau sieben Minuten war Lenny Pietsch schon der Kragen geplatzt. „Absolute Scheiße, was wir spielen!“, donnerte der Trainer von Frauen-Handballoberligist HG Rosdorf-Grone los. „Haut vorne die Dinger rein und deckt hinten aggressiver!“ 1:6 lag sein Team zu diesem frühen Zeitpunkt gegen den Tabellenletzten Ashausen/Gehrden zurück und lieferte wirklich Grotten-Handball ab. Doch nach einem noch folgenden 1:8- und 4:11-Rückstand siegten die Rosdorferinnen schließlich doch noch mit 33:27 (16:16) un d lieferten damit einmal mehr den Beweis dieser oft unglaublichen Sport-Phänomene. Für die HG war es der vierte Erfolg im vierten Heimspiel in Folge.

Die Anfangsphase war aber erneut ein Exempel für die Sport-Phrase „schon vorher gewonnen“. „Die erste Viertelstunde war eine Frechheit, Arbeitsverweigerung“, nagelte Pietsch hinterher los. „Wir haben das Schlusslicht zu leicht genommen.“ Bei den Rosdorferinnen lief wenig bis nichts zusammen, sie agierten drucklos, harmlos, ideenlos. Attribute, die man eher von Schlusslicht Ashausen erwartet hatte.

Erst ganz langsam im Tritt

Beispiel für die Unzulänglichkeiten: Nach 15 Minuten parierte MTV-Torhüterin Pilzecker zweimal bei einem Siebenmeter plus Nachwurf gegen Rosdorfs Freda Seifert. Kopfschütteln bei den wenigen Zuschauern! Nachdem die nachverpflichtete Silvana Eisenhauer die HG zunächst zumindest halbwegs mit drei Treffern im Spiel gehalten hatte, erzielte Amrei Gutenberg, das fünfte, siebte, achte und neunte Tor für die HG und brachte sie auf 9:11 heran. Langsam kam Rosdorf in Tritt, Maite Gutenberg gelang nach Seiferts 1:0-Siebenmeter-Führung zu Beginn endlich wieder der Ausgleich zum 15:15.

Nach dem Pausen-Remis blieb es jedoch auch in der zweiten Halbzeit zunächst eng. Ashausen ging sogar durch Anne Kunzelmann noch einmal beim 22:23 in Führung. Pietsch wechselte danach Torfrau Luisa Schlote für die nicht schlechte Anna-Katharina Lange ein, hatte damit ein glückliches Händchen.

Denn Schlote parierte einen Siebenmeter und zwei folgende MTV Würfe – das Signal zur Wende. Denn vom 23:23 (48.) setzte sich Rosdorf bis zur 54. Minute auf 27:23 ab. Auch wenn Rosdorfs Mandy Schrader noch einen Siebenmeter vergab, wusste Ashausen darauf keine Antwort mehr. Das 33:27 war letztlich ein Sieg mit Ach und Krach.

Pietsch: „Wir hatten die qualitativ bessere Bank, haben die Räume genutzt. In der Halbzeit war es in der Kabine etwas lauter. Die Anfangsphase hat mich ziemlich geärgert.“ Fazit: Ende gut, (fast) alles gut.

HG: Lange, Schlote – Wette 2, Maite Gutenberg 4, Hille 2, Lucenko 4, Jeep 1, Amrei Gutenberg 8/2, Kehler 1, Eisenhauer 4, Seifert 1/1, Schrader 5/3. (gsd)

Von Helmut Anschütz

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.