Frauen-Derby in Rosdorf: HG schlägt Favorit Plesse-Hardenberg

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Wurfversuch aus dem Rückraum: Rosdorfs Mandy Schrader (am Ball) zieht vor Plesses Miriam Achler ab. Beide Spielerinnen kamen jeweils nur zu einem Treffer für ihr jeweiliges Team. 

Göttingen. Damit war nicht unbedingt zu rechnen: Etwas überraschend bezwingen die Oberliga-Handballerinnen der HG Rosdorf-Grone im Lokalderby Nachbar HSG Plesse-Hardenberg mit 25:24 (13:11) – die erste Niederlage für die Mannschaft des Trainergespanns Tim Becker und Felix Lambrecht im vierten Saisonspiel. Die gutklassige Partie war vor allem in der unmittelbaren Schlussphase nichts für schwache Nerven.

Mit ihrem vierten Treffer hatte Vicki Wette Rosdorf 25:24 in Front gebracht. Dann vergaben die bei Plesse mit elf Treffern herausragende Lisa Sander den Ausgleich und bei der HG Wette das mögliche 26:24. Zwölf Sekunden vor Schluss scheitert Plesses Kristin Bäcker an Rosdorfs eingewechselter Torfrau Anna Katharina Lange. Auszeit HSG. Noch acht Sekunden. Scharfschützin Sander zwirbelt den Ball mit dem letzten Wurf über die Querlatte. Aus, Sieg für Rosdorf gegen den Favoriten.

Wechselnde Führungen

„Das hatten wir uns natürlich anders vorgestellt“, kniff HSG-Coach Becker die Lippen zusammen. „Wir haben das Spiel im Angriff verloren. 25 Gegentore sind in Ordnung. Wir waren aber nicht variabel genug im Angriff und in der Deckung nicht so stark wie in den ersten Partien.“

Vor allem im ersten Durchgang kam die HG immer wieder zu „einfachen“ Toren – dabei wechselte die Führung hin und her. 2:0 für Plesse, 3:2 für die HG, dann wieder 6:4 (15.) und 8:6 für die Gäste, ehe Rosdorf die Partie auf 10:8 kippte, trotz vieler Ballverluste in der Offensive. Devi Hille warf gegen die Plesser 3-2-1-Deckung zum Rosdorfer 13:11 zur Pause ein.

Nach dem Wechsel kam dann Rosdorfs Vicki Wette „aus dem Gebüsch“. Mit dem Treffer zum 14:11 und drei weiteren (siehe oben) wurde sie zur Matchwinnerin für die HG. Dabei parierte Plesses Torfrau Filiz Bühn gleich mal zwei Siebenmeter von Maite Gutenberg und Freda Seifert. Half aber wenig, ebenso wenig wie die Treffer von Lisa Sander, die von Rosdorf nicht zu kontrollieren war. Plesse kam zwar wieder heran und glich nach 53 Minuten durch Kristin Bäcker zum 21:21 und in Unterzahl zum 23:23 aus, doch die Führung wollte den Gästen nicht gelingen. Und nun behielt Rosdorfs Maite Gutenberg zweimal „vom Punkt“ aus die Nerven und traf zum 23:22 und 24:23 – bevor die heiße Schlussphase begann.

Frauenderby in Rosdorf: HG schlägt Favorit Plesse-Hardenberg

„Es war sogar gerecht“, gab HSG-Torhüterin Carolin Menn zu. „Die HG hatte mehr Biss, wollte den Sieg etwas mehr. Wir sind der Favoritenrolle nicht gerecht geworden.“ HG-Trainer Lenny Pietsch war happy: „Wir waren geduldig im Angriff, hatten eine gute Rückzugsbewegung. Plesses offensive Deckung haben wir geknackt. Die vier Paraden von Kata Lange zum Schluss waren einfach geil. Es gibt nichts Schöneres als einen Derbysieg.“ Und im Hause Menn hatte wenigstens Carolins Ehemann Daniel am Freitag gegen Münden gewonnen.

HG: Schlote, Lange – Hille 2, V. Wette 4, Lucenko 4, Eichhofer 4, Kehler 2, Leonard 3, Seifert, M. Gutenberg 5/2, Schrader 1, R. Wette.

HSG: HSG: Menn, Bühn - Herale 3, Henne, Sander 11/1, Strahlke 1, Hollender 1, Rettberg 2, Achler 1, Calsow, Rombach 1, Bäcker 2, Kunze 1, Hemke 1. (gsd)

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