Handball-Oberliga Frauen: HG Rosdorf-Grone setzt sich nur knapp mit 29:27 durch

Geismar hält Derby offen

In den Wurfarm gegriffen – klarer Fall von Siebenmeter: Geismars Meryem Stielow (am Ball) wird von Rosdorfs Miriam Leonard (links) an der rechten Hand festgehalten. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Kurz nach dem Abpfiff tanzten sie im Kreis und ließen das obligatorische „Derbysieger, Derbysieger“ los. Doch bis zum zweiten Erfolg gegen den MTV Geismar in dieser Saison war es für die Frauen der HG Rosdorf-Grone in der Handball-Oberliga ein durchaus beschwerlicher Weg.

Nach einem deutlichen Pausenvorsprung ließ das Team von Trainer Frank Mai in der zweiten Hälfte stark die Zügel schleifen und brachte beim 29:27 die zwei Zähler mal gerade so eben über die Ziellinie.

„Wir haben glücklich gewonnen, weil wir in der zweiten Halbzeit zu nachlässig gespielt haben“, sprach Mai dem Kontrahenten ein Lob aus. „Respekt vor Geismar, wie es wieder herangekommen ist. Wir haben den MTV allerdings auch erst wieder stark gemacht.“

MTV-Kollege Lars Rindlisbacher konnte sich für die Wertschätzung des Gegners natürlich nichts kaufen. Als Tabellenvorletzter bleibt Geismar hochgradig abstiegsgefährdet – wenn der Klassenerhalt nicht eigentlich schon dahin ist. „Uns fehlt die Kaltschnäuzigkeit im Angriff. Wir hatten aber durch Veränderungen in der Abwehr wieder etwas neuen Mut gefasst.“

Fünf Siebenmeter von Seifert

Derbys haben ihre eigenen Gesetze – diese Floskel bewahrheitete sich einmal mehr. Die Rosdorferinnen führten von Beginn an, kamen mehrfach über die rechte Seite zu Torerfolgen und zeigten dabei auch wiederholt sehenswerte Kombinationen. In Freda Seifert hatte die HG zudem eine sichere Siebenmeterschützin. Am Ende hatte sie allein fünfmal „vom Punkt“ getroffen. Bis zur Pause zogen die HGerinnen Tor um Tor weg, Geismar fand kein Mittel, um den Gast zu stoppen.

Doch im Gefühl des klaren Vorsprungs ging bei Rosdorf nach dem Wechsel fast nichts mehr. Bis zur 40. Minute konnten die MTVerinnen tatsächlich dank eines starken 7:1-Laufes zum 18:18 ausgleichen. HG-Trainer Mai schwor sein Team per Auszeit neu ein, Anna Lucenko und Miriam Leonard sorgten mit zwei Treffern wieder für eine 20:18-Führung, die Rosdorf danach auch nicht mehr aus der Hand gab.

Über 23:20 und 27:24 hielten die HGerinnen den Gastgeber auf Distanz. Dass Geismar aber die zweite Halbzeit mit 16:12 noch gewinnen sollte – damit war nach der Pause eigentlich nicht mehr gerechnet worden. „Die zweite Halbzeit hat mir nicht gefallen, wir haben einfach zu viel verworfen“, meinte Frank Mai nach dem Derby, das enger als gedacht endete. Rindlisbacher kündigte an, auch bei einem Abstieg beim MTV zu bleiben.

MTV: Neumann – Heiers 3, Stielow 3, Plotzki 4/1, Habermann 5/3, Wienecke 4, Hille 4, Gebhardt 3, Birner 1, Brauschke, Voigt, Neuffer.

HG: Schlote, Bergholte - Eichhofer 2, Jäger, A. Gutenberg 1, Lucenko 4, Jeep 2, Ruck 1, Seifert 8/5, Schrader 6, Kehler 2, Schneider, Leonard 3, Richardt. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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