28:26 nach Sechs-Tore-Rückständen

Handball-Oberliga Frauen: HSG gewinnt verrücktes Spiel

Da war sie noch dabei: Die HSGerin Franziska Gräser (Mitte) rammt sich hier in zwei Hildesheimerinnen rein. Wenig später sah sie nach nur gut acht Minuten die rote Karte. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. So etwas gibt es eben nur im Sport! Nach klarer Unterlegenheit und mehrerer Sechs-Tore-Rückstände dreht die HSG Göttingen ein scheinbar aussichtsloses Spiel.

Gegen den Tabellenzweiten Eintracht Hildesheim gewannen die Göttingerinnen schließlich noch mit 28:26 (12:17).

„Ein nicht erwarteter Sieg. Zum Schluss haben wir wie im Rausch gespielt“, musste sich HSG-Trainer Uwe Viebrans erstmal ein Beruhigungs-Bier aufmachen. In der Tat tauchten die HSGerinnen die Zuschauer in ein Wechselbad der Gefühle. In der ersten Halbzeit lief bei den Göttingerinnen, die kurzfristig auch noch auf Antonia Albrecht verzichten mussten, wenig bis nichts. Die Abwehr der von Frank Mai (früher Rosdorf, Duderstadt) gecoachten Eintrachtlerinnen stand sicher, immer wieder rannten sich die HSGerinnen am Hildesheimer Bollwerk fest. Hinzu kam, dass sich das ehedem schon dünne HSG-Aufgebot noch weiter reduzierte, als Franziska Gräser nach 8:23 Minuten die Rote Karte sah: Bei einem Tempogegenstoß kollidierte sie mit Hildesheims Anja Kothe. So hatte Viebrans nur noch zwei Auswechselspielerinnen auf der Bank.

Entsprechend aussichtslos sah es auch aus: 5:10 (15.), 10:16 (27.) und 12:17 zur Pause. Nichts drin für die HSG? Von wegen! Nach dem Wechsel blieben die Hildesheimerinnen dank ihrer herausragenden Spielerinnen Anja Kothe und Tabea Rook zwar zunächst weiter vorn. Doch das Viebrans-Team verringerte den Rückstand kontinuierlich – auch weil die überragende Torhüterin Jennifer Uhl insgesamt vier Siebenmeter parierte.

Das war für ihre Teamgefährtinnen ein zusätzlicher Ansporn. Janina Lohmann schaffte dann beim 22:21 (51.) die erste Führung, mit der ein Krimi in der Schlussphase begann. Michelle Rösler löste ihn mit dem letzten Tor mit dem Schlusspfiff. Viebrans: „Zwei Umstellungen in der Abwehr auf eine 5-1-Deckung und vorn auf den Halbpositionen waren entscheidend.“ Die HSG feierte den erst zweiten Heimsieg ausgelassen: „Hier gewinnt nur einer – Göttingen und sonst keiner!“

HSG: Uhl - Tischer 5/2, J. Schmieding 5, Jansen 3, Lieseberg 2, Bause 2, K. Schmieding 3/3, Rösler 7, Lohmann 1, Gräser. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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