Handball-Oberliga: Rosdorfs Frauen-Trainer Frank Mai vor Bundeswehr-Pensionierung

Nur Handball statt „Bund“

Dirigent am Spielfeldrand: Vor seinem Engagement bei den Rosdorfer Viertliga-Frauen war Trainer Frank Mai bei Oberliga-Männern des TV Jahn Duderstadt. Archivfoto: gsd/nh

Göttingen. Handballer ist er seit vielen Jahren mit Leib und Seele. Bald kann sich Frank Mai (50) ganz auf sein Hobby konzentrieren. Nach mehr als 30 Dienstjahren wird der aus Hattorf stammende Bundeswehrsoldat vorzeitig pensioniert. „Am 31. Janaur ist Schluss“, sagt Mai, der seit 2005 in Hannover Dienst schiebt. Der Staabsfeldwebel verlässt den „Bund“ vier Jahre früher als gedacht.

Verantwortlich dafür ist das „Personalstärkegesetz“, erklärt Mai. Er gehört zu einem Jahrgang, den die Bundeswehr-Oberen gefragt haben, ob eine vorzeitige Pensionierung infrage komme. Der Trainer von Frauen-Oberligist HG Rosdorf-Grone hat „ja“ gesagt. „Damit kann ich gut leben“, meint Mai, der sich danach voll und ganz seinem Zweit-Job widmen kann. „Ich werde keine Langeweile haben.“

Trainer mit vielen Plänen

„Ich möchte mich weiter als Trainer betätigen“, sagt der HG-Coach, der mit „seinen“ Frauen als Aufsteiger weitaus besser dasteht als vermutet. Vorerst ist er bei den Rosdorferinnen unter Vertrag, aber der A-Lizenz-Inhaber würde gern auch nochmal höherklassig trainieren. Andere Ideen sind, Handball in Schul-Arbeitsgemeinschaften oder auch in Kindergärten zu vermitteln.

Seinen Handball-Job hat Mai, der Bürokaufmann gelernt hat, immer wie seine berufliche Tätigkeit bei der Bundeswehr „ehrgeizig und akribisch“ versehen. „Die Zeit hat mich geprägt, Disziplin und Pünktlichkeit sind für mich immer wichtig gewesen.“

Beim „Bund“ blickt er auf eine lange Zeit zurück. 1985 kam er in Osterode zur Bundeswehr, seit 1992 ist er Berufssoldat. Zuerst war er in Hammelburg stationiert, dann in Rotenburg/Fulda und auch im nordhessischen Schwalmstadt. 2005 wurde Mai nach Hannover versetzt. „Seit 23 Jahren bin ich Berufspendler“, lächelt Mai, der viele 1000 Kilometer abgerissen hat. „Dabei war Hannover fast wie ein Heimspiel für mich“, sagt Mai, der seit 2006 mit der Ex-Handballerin Denise Kricheldorf verheiratet ist. Kennengelernt hatte sich das Paar 1997 über den Handball.

Bis zur Bezirksliga gespielt

Selbst gespielt hat Mai seinerzeit bei der TSG Hattorf bis in die Bezirksliga. Die HSG Hattorf-Schwiegershausen (jetzt HSG OHA) war als Frauen-Drittligist auch sein höchstklassiger Klub, den er trainierte. Vorherige Stationen waren auch Gillersheim und Sudershausen. Vor seinem Job in Rosdorf war Mai Trainer bei den Oberliga-Männern des TV Jahn Duderstadt. Noch fünf, sechs Jahre will er jetzt im Handball tätig sein.

Interessiert verfolgt Mai natürlich auch die derzeitige Handball-WM. „Unsere Nationalmannschaft spielt richtig gut. Trainer Sigurdsson hat eine klare Ansprache.“ Eben so wie Mai selbst!. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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