1. Startseite
  2. Sport
  3. Handball regional

Ohne Schwächephase auskommen: Vipers rechnen sich durchaus etwas gegen „Angstgegner“ Buxtehude aus

Erstellt:

Kommentare

Hinten gut stehen: Wenn dieser Vorsatz den Wildungerinnen im Pokalspiel in Buxtehude gelingt, könnte auch die nächste Runde drin sein. Das Bild zeigt die Vipers-Spielerinnen (v.l. Lisa-Marie Merck, Anouk Nieuwenweg und Jolina Huhnstock, die den Wurf von ihrer ehemaligen Teamkollegin Maxi Mühlner verhindern wollen.
Hinten gut stehen: Wenn dieser Vorsatz den Wildungerinnen im Pokalspiel in Buxtehude gelingt, könnte auch die nächste Runde drin sein. Das Bild zeigt die Vipers-Spielerinnen (v.l. Lisa-Marie Merck, Anouk Nieuwenweg und Jolina Huhnstock, die den Wurf von ihrer ehemaligen Teamkollegin Maxi Mühlner verhindern wollen. © malafo

Ausgerechnet Buxtehude. Die Pokal-Losfee, die es in Sachen Heimspiel ja schon seit einigen Jahren nicht mehr gut mit den Wildunger Vipers meint, zeigte sich jetzt auch bei der Paarungszusammenstellung wenig kreativ.

Bad Wildungen – Nachdem sie die beiden Bundesligisten im Vorjahr im Viertelfinale aufeinanderprallen ließ, stehen die sich nun schon wieder in der dritten Runde gegenüber. Und wenn die Wildunger Handballerinnen heute Abend (19.30 Uhr) in der Buxtehuder Halle Nord einlaufen werden, haben sie hoffentlich dieses Spiel aus ihren Köpfen, denn sie wurden von den Norddeutschen Ende Januar an die Wand gespielt: Das 22:36 tat weh und die darauf folgenden deutlichen Niederlagen in der Liga mit 23:32 und die 28:40-Heimpleite auch.

Klar, Corona hatte kurz vor dem Pokalspiel im Vipers-Kader gewütet und viele Spielerinnen waren körperlich geschwächt in Buxtehude angetreten, dennoch ist der BSV ein Angstgegner der Wildungerinnen, die in der Liga von 20 Spielen erst eins gewonnen und ein Remis geholt haben.

Das sind alles nur Zahlen für die Vipers-Trainerin Tessa Bremmer für sie zählt nur das heute, hier und jetzt. „Das letzte Pokalspiel in Buxtehude ist raus aus den Köpfen der Spielerinnen, wir haben eine andere Mannschaft, Buxtehude auch und wir sind diesmal viel besser in die Saison gestartet.“

Zwei Gesichter in Blomberg gezeigt

Doch in den Köpfen der Wildunger Spielerinnen wird wohl noch die jüngste Niederlage in Blomberg arbeiten, wo sie am vergangenen Wochenende zwei Gesichter gezeigt haben. Das erste lächelte den Gegner mit dem Angebot an, du kannst tun und lassen was du willst und das zweite Antlitz in Halbzeit zwei, lächelte auch, grinste mehr ins eigene Gesicht, weil sich die Vipers bewiesen haben, zu was sie in dieser Saison alles fähig sind. Wer einen Zehn-Tore-Rückstand innerhalb von 30 Minuten in Blomberg aufholt, der kann auch in Buxtehude bestehen.

Das sieht Bremmer auch so: „Pokal ist immer etwas besonderes, ein Sieg in Buxtehude ist möglich, aber nur, wenn wir uns keine schwache Phase erlauben, denn das nutzt Buxtehude immer aus. Wir sind qualitativ nicht viel schlechter als der BSV, aber ich denke wir sind unerfahrener und schwankender in den Leistungen.“ Die leise Hoffnung, dass der BSV die Vipers unterschätzen könnte sieht die Trainerin nicht: „Buxtehude ist keine arrogante Mannschaft, ganz im Gegenteil, das ist eine Mannschaft die sehr bodenständig und fleißig ist und sie wissen natürlich auch, dass man im Pokal nur eine Chance hat.

„Wir wissen, was da auf uns zukommt“ 

Obwohl der BSV in Meret Ossenkopp und den drei Nationalspielerinnen Lisa Antl, Torfrau Katharina Filter und Annika Lott vier wichtige Spielerinnen verloren hat, vermutet Bremmer, dass diese Mannschaft nicht schwächer geworden ist. „Ich denke, die Spielerinnen, die sie geholt haben, sind nicht schlechter als die, die weggegangen sind.“

Der BSV habe weiterhin zwei starke Torfrauen, die auch gut Konter einleiten könnten, einen wurfgewaltigen Rückraum und sie spielten sehr diszipliniert und seien sehr beweglich in der Abwehr. „Wir haben in der Vorbereitung einige Male gegen Buxtehude gespielt und wissen schon, was da auf uns zukommt.“ Bremmer kann auf ihren kompletten Kader zurückgreifen, allerdings würden einige Spielerinnen von Erkältungen geplagt.

BSV-Trainer Leun: „Die Chancen stehen 50:50“

Auch im Buxtehuder Lager sind die jüngsten Kantersiege gegen die Bad Wildunger Vipers nichts mehr wert. Zwar sprächen alle Statistiken für seine Mannschaft, aber er erwarte diesmal einen Gegner auf Augenhöhe, sagte BSV-Trainer Dirk Leun auf der Internetseite des Vereins. „Die Ausgangslage ist heute eine ganz andere. Diese Partie ist völlig offen, die Chancen stehen 50:50.“ Leun erwartet ein „hoch spannendes und intensives Spiel.“

Nach dem besten Saisonstart ihrer Bundesliga-Geschichte kommt die HSG Bad Wildungen mit ganz viel Selbstbewusstsein in die Halle Nord. Auch durch die grandiose Aufholjagd in Blomberg hat die Mannschaft von Trainerin Tessa Bremmer an Ansehen bei der Konkurrenz gewonnen, da fällt die Niederlage gar nicht mehr so sehr ins Gewicht.

Wildungen spielt ein brutal hohes Tempo

Der Buxtehuder Coach kennt natürlich die Stärken von Bad Wildungen: „Sie spielen ein brutal hohes Tempo und hervorragend über den Kreis mit Annika Ingenpaß. Das Zusammenspiel ist von allen Positionen aus präzise und auf den Punkt. Im Rückraum müssen wir besonders auf Verena Oßwald und Jana Scheib achten. Insgesamt ist die Mannschaft sehr torgefährlich.“

In Zahlen : In sechs Spielen der aktuellen Bundesliga-Saison erzielten die Vipers 175 Tore. Zum Vergleich: Der BSV kommt bisher lediglich auf 159 Treffer. Dazu kommt: Die Buxtehuder Mannschaft plagt Verletzungssorgen. Neben Lucia Kollmer (Kreuzbandriss) und Johanna Heldmann (Knorpelschaden im Knie) fehlt auch weiterhin Teresa von Prittwitz (Bänderriss im Fuß).

Ob Lea Rühter wegen Krankheit rechtzeitig wieder fit sein wird, ist fraglich. Cara Reiche, die dem BSV aktuell auf Linksaußen aushilft, wird in dieser Partie nicht für Buxtehude spielen, da sie mit ihrer Mannschaft aus Buchholz/Rosengarten, selbst im Pokal-Einsatz beim BSV Sachsen Zwickau ist. rsm/red

Auch interessant

Kommentare