Handball-Bundesliga Frauen

Ohne Überzeugung gespielt: Angriffsschwache Wildunger Vipers verlieren beim VfL Oldenburg 27:33

Oft allein gelassen: Annika Ingenpaß traf achtmal gegen Oldenburg, aber die Tore reichten nicht zum Sieg. Hier muss die Wildungerin gegen (v.r.) Luisa Knippert, Paulina Golla und Marloes Hoitzing den Ball behaupten.
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Oft allein gelassen: Annika Ingenpaß traf achtmal gegen Oldenburg, aber die Tore reichten nicht zum Sieg. Hier muss die Wildungerin gegen (v. rechts) Luisa Knippert, Paulina Golla und Marloes Hoitzing den Ball behaupten.

Anouk Nieuwenweg hat ihre ersten Tore für die Wildunger Vipers geworfen, aber ihre fünf Treffer bei ihrem Comeback haben nicht für einen Sieg in Oldenburg gereicht.

Die Mannschaft von Tessa Bremmer verlor das Kellerduell in der Handball-Bundesliga beim VfL mit 27: 33 (14:17). Die Wildungerinnen begannen schon sehr behäbig dieses wichtige Spiel, bei dem man stets das Gefühl hatte, Oldenburg hat alles im Griff. Die Trainerin musste als Hallo-Wach-Effekt bereits nach sechs Minuten eine Auszeit einstreuen. Aber auch dieser Effekt verpuffte schnell.

Es gab in diesen 60 Minuten ab und zu mal kleine Zeitfenster, wo eine Wildunger Wende möglich gewesen wäre, aber diese kleinen Gucklöcher gingen dann doch recht schnell wieder zu, weil die Vipers ausgerechnet jetzt, sich wieder einen leichter Abspielspielfehler oder einen überhasteten Wurf leisteten oder die Abwehr die Lücke nicht schnell genug zu bekam. So verwarf Munia Smits beim Stand von 8:10 einen Siebenmeter, statt ein Tor Rückstand waren es danach gleich wieder drei.

Bad Wildungen Vipers: In Offensive lief wenig zusammen

Vor allem in der Offensive lief für die Wildungerinnen wenig zusammen, ihr statisches und ideenloses Spiel war für die Gegnerinnen meist einfach zu durchschauen. Viel musste über das Tempo gehen, denn von einem Positionsspiel war so gut wie nichts sehen. Da konnten sich die Vipers einiges von den Oldenburgerinnen abschauen, die vorn kaum Abspielfehler begingen und nahezu jeden Angriff abschlossen.

Die Norddeutschen schufen sich ab Mitte der ersten Halbzeit einen Vorsprung mit drei oder vier Toren, der bereits bis zur Pause auch noch höher hätte ausfallen können, aber die Wildunger Torfrau Manuela Brütsch hatte mit einigen glänzenden Paraden etwas dagegen. Und vorn stand eine gut aufgelegte Annika Ingenpaß die anfangs mit ihren Toren vom Kreis ihre Mannschaft im Spiel hielt.

So gingen die Gäste mit einem 14:17 in die Kabine, um mit einem Knalleffekt wieder herauszukommen. Sie stellten die 6:0-Deckung auf die offensive 4:2-Formation um und schienen damit den Gegner aus dem Konzept gebracht zu haben. Denn innerhalb von einer Minute traf Munia Smits zweimal und die eingewechselte Wildunger Torfrau Lea Schüpbach hielt einen Siebenmeter. Nur noch 16:17.

Passwege zu Ingenpaß in Halbzeit zwei zu

Besser kann man nicht in eine Halbzeit einsteigen, doch danach verfielen die Wildungerinnen aber wieder in ihren alten Trott. Das Oldenburger Team hatte nur zwei Minuten später wieder einen Vier-Tore-Vorsprung auf ihrem Konto. Schüpbach hielt ihren zweiten Siebenmeter ohne, dass ihr Team aus dieser Leistung Kapital schlagen konnte.

Im Gegenteil. Wildungen fand im Angriff weiterhin keine Lösungen. Eigentlich noch weniger als in Halbzeit eins, denn die Oldenburgerinnen machten nur auch die Anspielwege auf Ingenpaß zu. Sie war mit acht Toren dennoch die beste Vipers-Schützin.

„Wir haben uns heute nicht an Ansprachen gehalten, die wir vorher getroffen hatten und dadurch zu viele einfache Tore bekommen“, sagte Ingenpaß nach der Live-Sendung bei Eurosport. „Jetzt müssen wir definitiv am Sonntag gegen Zwickau die zwei Punkte holen.“

Bremmer ging Mitte der des zweiten Durchgangs beim Stand von 20:25 ins volle Risiko und spielte im Angriff mit sieben Feldspielerinnen und opferte dafür die Torhüterin. Was blieb ihr auch anderes übrig. Aber auch das ging schief, denn ein Abspielfehler in dieser Konstellation bedeutet meist ein sicheres Gegentor. Die Oldenburgerinnen sagten auf die Weise mehrere Male Dankeschön fürs einfache Tore werfen. Ihre beste Schützin Kathrin Pichlmeier (6) analysierte diese Begegnung treffend in nur sechs Worten: „Wir haben mit mehr Überzeugung gespielt.“ (rsm)

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