Oberliga

Kleines Erdbeben: Juniorteam der SG 09 Kirchhof verliert viele Spielerinnen

Bittere Pille: Trainer Martin Denk und die SG 09 Kirchhof haben nach internen Querelen viele Spielerinnen verloren.
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Bittere Pille: Trainer Martin Denk und die SG 09 Kirchhof haben nach internen Querelen viele Spielerinnen verloren.

Der Saisonstart in der Handball-Oberliga der Frauen wirft seinen Schatten voraus. Und verspricht Spannung. Denn neben Eintracht Böddiger und der Drittliga-Reserve des SV Germania Fritzlar muss auch die zunächst hoch gehandelte SG 09 Kirchhof II nach internen Querelen und dem damit verbundenen Abgang zahlreicher Leistungsträgerinnen um den Ligaverbleib bangen.

SG 09 Kirchhof II

Es ist schon ein kleines Erdbeben, dass den Tabellenvierten von 2020 erschüttert. Laut HNA-Informationen wollen neun Spielerinnen, darunter verdiente Akteurinnen wie Lea Immelnkämper, Sandra Debus, Maren Dasenbrock, Lea Günther, Johanna Scharff und die langjährige Kapitänin Kirsten Bänfer, den Verein verlassen.

Grund für die Trennung seien interne Streitigkeiten mit den Vereinsverantwortlichen. „Das ist traurig. Wir müssen uns jetzt neu sortieren. Die Mannschaft hätte vorne mitspielen können, nun müssen wir schnellstmöglich die Punkte für den Klassenerhalt sammeln“, erklärt SG-Trainer Martin Denk. Auch die bereits als Neuzugang verkündete Spielmacherin Aline Petermann wird nicht zum Juniorteam wechseln, bei Kreisläuferin Kim Sophie Jacob stehen noch Gespräche an. Verstärkt wird die Denk-Sieben durch Außen Marie Borgolte. Sie war 2019 vom Oberligisten TVG Kaiserau zum damaligen Kirchhofer Zweitliga-Team gewechselt, bevor sie sich einen Kreuzbandriss zuzog.. Nathalie Schneider, Emilia Prauss (beide studienbedingt) und Elisa Führ, die sich dem Drittligisten VfL Oldenburg II angeschlossen hat, stehen bereits seit längerem als Abgänge fest.

Spielmacherin Marie Sauerwald, Katharina Koltschenko und Marie Herwig sollen die neue Rückraumreihe bilden, nur in die Defensive reißt der Abgang von Bänfer und Günther eine Lücke. Unterstützung kommt aus der Drittliga-Mannschaft, wo unter anderem Ida Evjen, Sophie Ritter, Paulina Harder, Frida Nygaard Ulrichsen sowie die beiden Spanierinnen Alma und Agustina Loro Jaén im Juniorteam spielberechtigt wären.

TSV Eintracht Böddiger

Die Felsbergerinnen sind das Urgestein der Oberliga. Doch für sie geht es nach dem personellen Umbruch der vergangenen Saison in ihrer 14. Oberliga-Spielzeit allein um den Klassenerhalt. „Wir haben eine fleißige junge Mannschaft“, sagt TSV-Trainerin Rocsana Negovan. Die ehemalige rumänische Nationalspielerin, die die Eintracht schon von 2011 bis 2015 trainierte und die mit Rumänien 1995 Weltmeister mit der U 20 wurde. Sie wird von Co-Trainerin Katja Frommann unterstützt.

Als einziger Neuzugang steht Rechtsaußen Lisa Springer fest, die vom Landesligisten TSV Vellmar kommt. Dort spielte sie bereits unter Negovan, die den TSV von 2016 bis 2018 trainierte. Gespräche mit weiteren potenziellen Neuzugängen laufen noch. Die Eintracht hat zudem ihre Reserve aufgelöst, wodurch einige Spielerinnen aus dem Bezirksoberliga-Team in die erste Mannschaft aufgerückt sind.

Verstärkung wird vor allem noch im Rückraum gesucht, wo Top-Torjägerin Anne Kühlborn bisher weitgehend auf sich allein gestellt ist. Eine Stammsieben hat sich für Negovan in der bisherigen Vorbereitung noch nicht herauskristallisiert. Im Mittelpunkt steht zurzeit die Abwehrarbeit. „Da müssen wir unbedingt stabiler werden“, fordert die TSV-Trainerin.

In der Oberliga wird zum ersten Mal der Einsatz von Haftmitteln erlaubt. Allerdings ist die Entscheidung den Vereinen überlassen. Böddiger wird bei seinen Heimspielen auf die Nutzung von Harz verzichten. „Das macht es schwierig, weil wir zuhause nicht harzen dürfen, aber uns auswärts auf Haftmittel einstellen müssen“, erklärt die Rumänin.

SV Germania Fritzlar II

Als Nachfolgerin von Melina Horn geht Susanne Bachmann, die von 2011 bis 2014 das Drittliga-Team der Germania trainierte, mit der SVG-Reserve in ihre erste Oberliga-Saison. Dabei hat Bachmann einen Umbruch zu bewältigen. Und bremst die Erwartungen. „Wir sind noch nicht so weit, wie ich mir das gedacht habe“, sagt die Trainerin, verspricht aber: „Wir werden alles versuchen, um die Klasse zu halten. Aber wir verstehen uns als Ausbildungsmannschaft, so dass die individuelle Entwicklung der Spielerinnen im Vordergrund steht.“

Deshalb besteht eine enge Anbindung an die eigene A-Jugend, die regelmäßig mit der Drittliga-Reserve trainiert. Nach dem Abgang von Nina Suchy (beruflich) und Katja Zeller (Vellmar) ist Bianka Virag im SVG-Tor auf sich allein gestellt. Sie wird aber von den zwei talentierten A-Jugend-Torhüterinnen Lisa Clobes und Alexandra Weber unterstützt. Nicht mehr zum Kader der Domstädterinnen zählen Paula Bachmann und Anamaria Puda (beide Studium), während Chantal Reimbold und Laura Israel in die erste Mannschaft aufgerückt sind.

Die Halbrechte Johanna Icke wurde aus der eigenen Jugend hochgezogen. Vom Bezirksoberligisten HSG Bad Wildungen II kam Rückraumspielerin Antonia Sattar, vom Landesligisten Wollrode Linkshänderin Anna Ködel. Neu im Team ist auch Kreisläuferin Katharina Wenner, die einst für Eintracht Baunatal und die HSG Zwehren/Kassel spielte. Dazu sind der Bachmann-Sieben wichtige Leistungsträgerinnen wie die Halblinke Sarah Oschmann, die flexible Theresa Wagner, Spielmacherin Hannah Grothnes und Rechtsaußen Nina Albus erhalten geblieben, die allesamt über Oberliga-Erfahrung verfügen. (Marcel Glaser)

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