Von Note fünf auf drei verbessert

Positive Zwischenbilanz der HSG Bad Wildungen: Basis für den Klassenerhalt ist gelegt

Die Bad Wildunger Handballerinnen
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Hatten oft Grund zum Feiern: Die Bad Wildunger Handballerinnen nach dem 33:27 über den Buxtehuder SV.

Nachdem die Erstligahandballerinnen der HSG Bad Wildungen nicht mit den erwarteten 6:2-Punkten, sondern nur mit 2:6-Zählern gestartet waren, mussten die Vipers-Fans eine ganz schwere Saison für ihre Lieblinge befürchten.

Bad Wildungen – Dass die Südwaldeckerinnen in der Folgezeit 8:2-Punkte holen würden, hätte wohl Ende September nach den nicht einkalkulierten Niederlagen bei den als Abstiegskandidaten gehandelten Teams der Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten (20:24) und gegen den VfL Oldenburg (30:31) kaum einer der Sympathisanten der Mannschaft von Trainerin Tessa Bremmer erwartet.

Doch nach dem „Befreiungsschlag“, so Bremmer, durch den überraschenden 30:27-Sieg bei der HSG Bensheim/Auerbach riefen die Vipers ihr gegenüber der vergangenen Spielzeit größeres Potenzial, von der 18:33-Klatsche beim TSV Bayer 04 Leverkusen einmal abgesehen, danach fast immer ab.

Mit den drei Siegen in Folge gegen den Buxtehuder SV (33:27), Schlusslicht Kurpfalz Bären (32:30) und beim Aufsteiger SV Union Halle-Neustadt (32:19) haben die Nordhessinnen vor der Spielpause aufgrund der Europameisterschaft in Dänemark (3. bis 20. Dezember) als Achter zumindest die Basis für den als erstes Saisonziel angestrebten Klassenerhalt gelegt. Und sich in unserer Zwischenbilanz von der Note fünf noch auf eine Drei verbessert.

Tessa Bremmers Fazit

„Wir hatten nach dem holprigen Saisonstart zuletzt einen richtig guten Lauf. Wir haben uns im Laufe der Saison gesteigert, auch weil wir uns als Mannschaft immer besser gefunden haben, worauf ich stolz bin“, sagt Bremmer. „Die 10:8-Punkte sind auch mental sehr wichtig und geben uns ein gutes Gefühl für den Rest der Saison. Aber wir dürfen uns keinesfalls ausruhen. Wir haben noch schwierige Spiele vor uns und die Saison ist noch lang“, fügt die Niederländerin an und hält die Tabelle erst nach der Hinrunde für aussagekräftig.

Durch die Siege in Bensheim sowie gegen die gegenüber den Vorjahren nicht mehr so starken Buxtehuderinnen und beim gut gestarteten Neuling Halle habe ihre Mannschaft die vier verlorenen Punkte in Buchholz, „wo wir gewinnen mussten, uns aber die Emotionen gefehlt haben“, und gegen Oldenburg ausgeglichen. „Wir sind genau im Soll“, so Bremmer. Sie ist auch deshalb „insgesamt zufrieden“, weil die HSG nach Deckungsspezialistin Vanessa Magg (Kreuzbandriss vor der Saison) zuletzt nach deren Galaauftritt gegen Buxtehude, „die Aufholjagd war das Highlight der bisherigen Saison“, so Bremmer, auch auf das in der Offensive stärker gewordene Abwehrass Maria Ines Da Silva Pereira (Operation am Syndesmoseband) verzichten musste.

Die Stützen

Neben Torfrau Manuela Brütsch, die mit vier Berufungen die WLZ-Statistik als beste Spielerin wieder einmal anführt und bei ihrer Konstanz „auch von ihrer Erfahrung profitiert“, so Bremmer, konnte sich die 37-Jährige auch über die Leistungssteigerungen von Jana Scheib und Maxime Struijs freuen. „Beide spielen eine Supersaison und sind unverzichtbar für unser Angriffsspiel“, sagt Bremmer über die erst 20-jährige Linkshänderin, die sich weiter verbessert hat und die gegenüber der Vorsaison nicht mehr wiederzuerkennende Spielmacherin.

„Jana hat als junge Spielerin schon viel Verantwortung übernommen und ist ein Paradebeispiel dafür, dass harte Arbeit sich lohnt“, sagt Bremmer über ihre Halbrechte, die mit 46 Toren die viertbeste Feldtorschützin der Liga und insgesamt deren zwölftbeste Werferin ist. Mit ihren 58 Treffern, inklusive 22 durch Siebenmeter, steht Struijs in der Torschützenliste auf Platz drei. „Maxime ist jetzt, da wo ich sie hinhaben wollte. Sie macht nicht nur unser Spiel, sondern ist auch selbst torgefährlich“, sagt Bremmer.

Leistungsträgerin: Die HSG-Halbrechte Jana Scheib (Mitte), die sich hier gegen die Mainzerinnen Denise Großheim (links) und Natalie Adeberg durchsetzt.

Die Neuen

Mit der für Anne Bocka (Frisch Auf Göppingen) verpflichteten Lea Schüpbach (Paris 92), die immer stärker wird und sich zur gleichwertigen Kontrahentin ihrer Schweizer Nationalmannschaftskollegin Brütsch, „die beiden bilden ein Super-Team“, so Bremmer, entwickelt hat, hat sich die HSG im Tor verstärkt. Auf der Rechtsaußenposition hat sich Kira Schnack (HSG Blomberg-Lippe), „sie spielt mit Höhen und Tiefen“, so Bremmer, der auch der Druck durch Vanessa Plümer fehlt, gegenüber Aushilfe Miranda Schmidt-Robben (Karriereende) noch nicht als Bereicherung erwiesen. Larissa Platen (1. FSV Mainz 05) ist zwar stärker als Erika Rajnohova (Guardés), aber auch weil sie verletzungsbedingt einen Teil der Vorbereitung verpasst hat, wartet die Rückraumallrounderin noch auf ihren Durchbruch. „Der Knoten bei ihr wird platzen“, sagt Bremmer.

Einen Schritt weiter ist die wurfstarke Halblinke Munia Smits, die in einigen Partien, wie in Bensheim, bereits ihren Wert bewiesen hat. Durch das Duo sind die Vipers vor allem im Rückraum nun viel breiter aufgestellt.

Die Baustellen

Vor allem im Innenblock hat(te) die HSG, die nur die elftbeste Abwehr der Liga stellt, große Probleme. Die sind nach Maggs Ausfall durch die Rückkehr von Sabine Heusdens, die als Aushilfe absprachegemäß kaum noch im Angriff eingesetzt wird, kleiner geworden. „‘Sabi´ gibt uns Sicherheit“, so Bremmer. In der Deckung müssen vor allem Struijs und die torgefährliche Kreisläuferin Annika Ingenpaß noch zulegen, damit die Trainerin Abwehr-/Angriffswechsel vermeiden kann. (jh)

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