2. Handball-Bundesliga

Rätselhafter Einbruch: Kirchhof geht in Lintfort mit 19:37 unter

Bewährungsprobe: Katharina Koltschenko aus dem Juniorteam der SG 09 Kirchhof durfte in der Schlussphase ran und traf einmal bei der 19:37-Niederlage.
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Bewährungsprobe: Katharina Koltschenko aus dem Juniorteam der SG 09 Kirchhof durfte in der Schlussphase ran und traf einmal bei der 19:37-Niederlage.

In acht Minuten war für die SG 09 Kirchhof alles vorbei. Hatte der heimische Handball-Zweitligist ein Spiel völlig aus der Hand gegeben, das zuvor noch ein Duell auf Augenhöhe gewesen war. Und danach zu einer Lehrstunde des TuS Lintfort mutierte, der die Schützlinge von Martin Denk mit einer herben 37:19 (19:10)-Klatsche nach Hause schickte.

Lintfort - „Wir sind völlig eingebrochen“, bekannte der SG-Trainer, auch am Tag danach noch über die Gründe rätselnd, die die Vorgeschichte des Einbruchs noch rätselhafter machte. Denn bis zum 10:8 (22.) war seine Mannschaft „dran“, hatte den Gastgeberinnen trotz einer erneut überragenden Laura Graef Paroli geboten.

Weil Nela Zuzic der Lintforter Torfrau kaum nachstand. Zusammen mit ihrer starken 6:0-Deckung, die mit ihren offensiven Halben und einem variablen Mittelblock wenig Raum für die sonst so explosiven TuS-Kombinationen ließ, hatte die 25-jährige Kroatin ihr Team im Spiel gehalten. Das tat sich in der Offensive schwer, hatte aber auch Pech mit einigen Latten- und Pfostentreffern.

Zur (aus Kirchhofer Sicht) brutalen Auflösung des vermeintlichen Patts trug auch die Einwechslung von Hannah Haase (17.) bei, die nach mehrwöchiger Verletzungspause ihr Comeback feierte. Die Halblinke des Tabellenvierten war sofort „da“, belebte den eigenen Angriff, sorgte mit ihrem dritten Treffer in Folge für das 10:7 (21.), ehe Diana Sabljak (zum letzten Mal) verkürzen konnte.

Dann drehte auch noch Naina Klein auf, die die Aussicht auf Erstliga-Handball in der kommenden Saison (bei Bayer Leverkusen) zusätzlich zu motivieren schien. Unwiderstehlich ihre Tempogegenstöße, die damit Graefes Paraden veredelte, unhaltbar ihre Würfe aus der zweiten Reihe gegen eine sich allerdings mittlerweile in Auflösung befindliche Kirchhofer Deckung. Das ärgerte den SG-Coach am meisten: „Wir haben die Köpfe hängen lassen und uns nicht gewehrt.“

Auch Schadensbegrenzung misslang

Seine Wechsel verpufften. Greta Kavaliauskaite sollte sich nach 20 Minuten auf die Verhinderung von Toren konzentrieren, doch Deborah Spatz konnte sie im Rückraum, wo Linkshänderin Klara Schlegel schmerzlich vermisst wurde, nie ersetzen.

Als dann auch noch Torfrau Zuzic unterging, versuchte es Martin Denk mit Frederikke Siggaard (24.), die aber ebenso machtlos war und bis zur Pause weitere fünf Treffer zum 10:19 kassierte. Natürlich die frühe Vorentscheidung, sodass es für die Gäste nach dem Wechsel nur noch um Schadensbegrenzung ging.

Doch auch die misslang. Bis zur 45. Minute zog die Mannschaft der Stunde auf 26:12 davon. Kirchhofs Trainer reagierte, brachte mit Katharina Koltschenko (Rückraum Mitte), Ida Evjen (Rückraum links) und Paulina Harder (Kreis) nach und nach die zweite Reihe. Die hing sich im Gegensatz zu ihren Vorgängerinnen voll rein, traf zum 33:17 (Evjen), 34:18 (Harder) und 35:19 (Koltschenko), konnte aber die höchste Saisonpleite auch nicht mehr verhindern.

Die tat natürlich weh. Und lechzte nach Aufarbeitung. Nach einer Erklärung für die „zwei Gesichter“ von Sabljak, Beugels und Co., die eine Woche zuvor gegen Solingen-Grefrath (27:26) ein verloren geglaubtes Spiel noch aus dem Feuer gerissen hatten.

Also setzte Martin Denk am Sonntagmorgen kurzfristig eine Laufeinheit an. Im schmucken Waldstadion, in frischer Luft und unter strahlend blauen Himmel. Ein ungetrübter Genuss war‘s trotzdem nicht.

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