Hier blicken die Spielerinnen auf ihre Karriere zurück

Ära endete im Rhumetal: Elf Handballerinnen machen gemeinsam Schluss

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Abschlusskreis am Ende einer „geilen Zeit“: Das Rhumetal verliert eine geballte Ladung Handball-Erfahrung. 

Elf Handballerinnen, die über Jahrzehnte für die HSG Rhumetal und deren Vorgängervereine aufgelaufen sind, haben ihre Karriere beendet. Wir lassen sie mit Erinnerungen zu Wort kommen.

Alexandra Ehrlich

In der Saison 2001/2002 lagen wir in Liebenburg zurück. Ich wollte einen Einwurf für den Gegner verhindern. Michaela im Tor hatte die gleiche Idee. Wir sprinteten aufeinander zu. Um nicht zu kollidieren, tauchte sie ab und ich sprang über sie hinweg - leider direkt vor unserer Auswechselbank. Ich biss in die Bank und verlor einen Zahn, aber Ela hatte den Ball. Das war die Wende. Wir gewannen das Spiel.

Sabine

Nicht vermissen werde ich die 53 Kilometer weite Fahrt zur Halle. Fehlen wird mir eine tolle Truppe und der Spaß beim Training am Donnerstag. Ein Höhepunkt war meine Hochzeit. Fast die komplette Mannschaft war da. Feiern können sie einfach alle.

Claudia Schwarz

Das war eine geile Zeit, die ich richtig vermissen werde - vor allem die Aufstiegsfeiern und Abschlussfahrten nach Tossens oder Mallorca. Sportlich war die Saison 92/93 mit dem Aufstieg in die Regionalliga die erfolgreichste Zeit. Der Wechsel mit der gesamten Zweiten nach Katlenburg war ein großer Schritt.

Anja

Wenn wir gewonnen haben, haben wir immer „Auf den Sieg und auf die Schönheit“ getrunken. Wenn wir verloren haben, nur auf die Schönheit. Getrunken haben wir immer. Wir sind halt Handballer. Aber nun reicht’s. Wir sind schön genug.

Sandra

Training war Pflicht. Nicht immer waren Lust und Motivation zu 100 Prozent vorhanden. Doch das Gewissen und das Wissen, nach dem Training noch stundenlang in der Kabine zu sitzen und zu quatschen, hat eine Teilnahme immer nötig gemacht. Diese tolle Zeit ist vorbei. Ich würde gern wieder erst unmotiviert und dann total zufrieden einen solchen Trainingsabend erleben.

Denise

Vermissen werde ich die Anspannung vor dem Spiel und das Kämpfen bis zum Abpfiff. Gar nicht fehlen werden mir Waldläufe. Mädels, vielen Dank für tolle Jahre mit Meisterfeiern, Abschlussfahrten, einer klasse letzten Saison und einem emotionalen Karriereende. Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.

Sabine

Aufstiegsspiel zur Landesliga 1993 in Rosdorf: Bjarne war gerade erst fünf Monate alt. Ich wollte unbedingt spielen. Er hat bei Matthias auf der Tribüne lautstark geweint. Ich habe bis zum Anpfiff, die Pause durch und nach dem Spiel immer wieder gestillt. Aber wir haben alles hinbekommen.

Stefanie Fahlbusch

Liebenburg: Ich bleibe mit dem Finger an der Kreisläuferin hängen und laufe zur Bank. „Sascha, guck mal. Der ist doch ganz schief.“ Sascha: „Der ist nicht schief.“ Tape drum und weiter ging’s. Aber der Finger ist heute noch schief.

Tanja Wilfer

Zusammenhalt, Spaß, Lust am Handball, Kampfgeist und große Erfahrung haben uns ausgezeichnet. Deshalb waren wir immer an der Spitze. Das Aufhören hat sich richtig angefühlt. Es war jetzt dran. In der Gruppe ist es leichter gefallen. Unsere Tänzchen anlässlich diverser Festivitäten werde ich nie vergessen. Das bekommt man ein Leben lang nicht aus dem Kopf.

Michaela Friedrichs

Beim Turnier in Wittingen lagen die Spielfelder direkt nebeneinander. Als Torhüterin schaut man da schon gern mal rüber. Dabei hörte ich auf einmal nur noch Lachen und Geschrei. Mir war klar, was passiert war: Ich hatte den Anpfiff verpasst. Der Ball lag schon nach wenigen Sekunden in meinem Tor. Die Geschichte habe ich häufiger zu hören bekommen.

Julia

Das bezeichnendste Erlebnis war ein letztes Saisonspiel. Gegen Rhumetal habe ich mit Geismar die Meisterschaft gewonnen. Gefeiert habe ich sie aber mit meinen Rhumetalerinnen. Rhumetal ist wie nach Hause kommen - als wäre ich nie weg gewesen. Schade, dass es vorbei sein soll. Ich würde gern noch ein allerletztes Jahr dran hängen. Aber nur mit Sascha als Trainer. (zys)

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