Fritzlars Talente zeigen sich

SG 09 Kirchhof als souveräner Derby-Sieger: Clever und mit Leichtigkeit

Bild mit Symbolcharakter: Greta Kavaliauskaite jubelt im Derby. Im Hintergrund holt Fritzlars gut aufgelegte Torfrau Paula Küllmer den Ball aus dem Tor.
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Bild mit Symbolcharakter: Greta Kavaliauskaite jubelt im Derby. Im Hintergrund holt Fritzlars gut aufgelegte Torfrau Paula Küllmer den Ball aus dem Tor.

Es gibt im Handball Siege, die mehr wert sind als nur zwei Punkte. Weil sie eine solche Energie freisetzen können, dass sie Formkurven und Saisonverläufe beeinflussen. Das Drittliga-Derby zwischen der SG 09 Kirchhof und dem SV Germania Fritzlar könnte so eine Partie gewesen sein.

Melsungen – Denn während die Gastgeberinnen nach dem 30:22 vor Selbstbewusstsein nur so strotzen, überwiegt bei den Domstädterinnen der Frust.

Kirchhof

Von Anspannung keine Spur. Schon beim Aufwärmen und Einwerfen machten die Kirchhofer Spielerinnen einen entspannten Eindruck, lachten und scherzten untereinander. „Handball muss Spaß machen“, sagt SG-Rückraumspielerin Ida Evjen. Und das Lachen ist zurück bei den Löwinnen.

Nichts ist mehr zu spüren von der Verkrampftheit der abgelaufenen Spielzeit. „Das ist ein großer Unterschied. Wir haben viel mehr Selbstvertrauen“, sagt die neue Kapitänin. Und zeigt sich begeistert davon, wie schnell die neuformierte Mannschaft inklusive Trainer Dragos Negovan bereits zusammengefunden haben.

Selbstvertrauen, das in spielerischer Leichtigkeit mündete. Und auch Greta Kavaliauskaite zu beflügeln schien, die ihr Können mit neun Treffern eindrucksvoll unter Beweis stellte und im Kirchhofer Mittelblock an der Seite von Deborah Spatz eine starke Partie ablieferte. Sinnbildlich ihr technisch feiner Dreher zum 30:22-Endstand. Offensiv tritt Kirchhof variabler auf und hat mit Spatz, Kavaliauskaite, Evjen und Agustina Loro Jean viele Möglichkeiten. Und wenn aus der zweiten Reihe mal nichts ging, fand die SG-Rückraumreihe Angela Cappellaro am Kreis, die häufig nur per Foul zu stoppen war.

Ein „bisschen nervös“ seien sie aber schon gewesen, gab Evjen zu: „Wir wollten uns gut präsentieren und so viel zeigen“. Dies gelang besonders in der Anfangsphase „Fritzlar hat alles gegeben, aber wir standen gut und jeder hat dem anderen geholfen“, betont die Kapitänin.

Dabei verteidigte ihre Mannschaft auch cleverer. Während Fritzlar sechs Zeitstrafen kassierte, musste einzig Kirchhofs Spanierin Agustina Loro Jean für zwei Minuten auf die Bank. Da fiel es auch nicht ins Gewicht, dass Sophia Ritter und Alica Schmincke im Torhüterduell mit Fritzlars Paula Küllmer unterlegen waren.

Fritzlar

„Wir haben es selber verbockt“, erklärte die reaktivierte SVG-Kreisläuferin Hannah Puntschuh enttäuscht, „weil wir im Angriff kein Mittel gefunden haben“. Vor allem zu Beginn war Fritzlar nicht auf der Höhe. In der Abwehr war die 5:1-Formation mit Hannah Berk als Vorgezogene nicht in der Lage, den starken Kirchhofer Rückraum auszubremsen. Und in der Offensive agierte Spielmacherin Xenia Arendt indisponiert.

Zudem verstrickte sich das Team in wenig aussichtsreiche Einzelaktionen. „Die Aufregung war vielleicht zu groß. Wir haben zu viel Respekt gehabt und unsere Fähigkeiten nicht ausgespielt“, sagte Maria Kiwa, die in der Anfangsphase mit ihren vier Toren neben der 16-Jährigen Melina Hahn ein Lichtblick war.

„Wir waren im Angriff verunsichert, uns hat das Tempo gefehlt und wir haben wieder zu viele technische Fehler gemacht“, erklärte Kiwa den Fritzlarer Einbruch.

So nutzte SVG-Trainer Lucky Cojocar die Schlussphase, um seinen jungen Talenten Einsatzzeiten zu verschaffen. Neben Chantal Reimbold im linken Rückraum durfte sich auch die erst 16-jährige Paulina Kauffeld als Spielmacherin probieren. Und die nutzte ihre Chance, stieß mutig in die Lücken und krönte ihr Drittliga-Debüt mit ihrem ersten Treffer. Und deutete damit das Potenzial an, dass das junge Team aus der Domstadt besitzt. (Marcel Glaser)

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