Trainer Negovan sehr zufrieden

SG 09 Kirchhof: Ein Neuaufbau, der Hoffnung macht

Das neue Gesicht der SG 09 Kirchhof: (hinten v.l.) Torwarttrainer Fabian Fuchs, Alma Jaen Loro, Sophia Ritter, Aleksandra Orowicz, Frida Nygaard Ulrichsen, Trainer Dragos Negovan, (vorn) Marie Sauerwald, Angela Cappellaro, Martina Pandza und Agustina Jaen Loro.
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Das neue Gesicht der SG 09 Kirchhof: (hinten v.l.) Torwarttrainer Fabian Fuchs, Alma Jaen Loro, Sophia Ritter, Aleksandra Orowicz, Frida Nygaard Ulrichsen, Trainer Dragos Negovan, (vorn) Marie Sauerwald, Angela Cappellaro, Martina Pandza und Agustina Jaen Loro.

Mit personellem Neuaufbau kennen sie sich aus, die Verantwortlichen der SG 09. Der ist in der wechselvollen Geschichte des Kirchhofer Damenhandballs schon öfter vorgekommen. Nach dem (unerwarteten) Zweitliga-Abstieg in der letzten Saison und vier durchaus erfolgreichen Jahren im Unterhaus war‘s mal wieder so weit.

Kirchhof – Elf Spielerinnen gingen, acht kamen. „Ein spannendes Projekt“, sagt eine davon. Frida Nygaard Ulrichsen nämlich, 20-jährige Spielmacherin vom dänischen Zweitligisten SonderjyskE, die schon richtig Feuer gefangen hat: „Ich glaube an diese Mannschaft.“ Die sie führen soll. Und die sie, so ihr (natürlich auch neuer) Trainer schon erstaunlich gut führt. „Frida hat Struktur in den Angriff gebracht, sie ist unser ruhender Pol“, sagt Dragos Negovan über die Nationalspielerin im Beach-Handball.

Der sieht die „menschliche Integration“ trotz sieben weiterer Neuzugänge schon als abgeschlossen an: „Die Mädels harmonieren hervorragend.“ Das gilt, aus rein familiären Gründen, für die Zwillinge Agustina und Alma Jaén Loro aus dem spanischen Gerena – ein Dorf der Provinz Sevilla – in besonderem Maße. Auch und gerade auf dem Feld, spielen die beiden 19-Jährigen doch schon seit sechs Jahren zusammen.

Spanische Zwillinge verstehen sich blind

„Wir brauchen uns noch nicht einmal anzuschauen. Eine kleine Geste reicht und die jeweils andere weiß, was zu tun ist“, sagt Rechtsaußen Alma, die mit der spanischen Jugend-Nationalmannschaft an den Olympischen Spielen der Jugend in Baku 2019 und an zwei Europameisterschaften teilnahm, über das blinde Zusammenspiel mit ihrer Schwester, der Halbrechten. Davon soll nach dem Erstligisten CB Salud Tenerife nun Kirchhof profitieren.

Einen ähnlichen Schritt aus Spaniens erster in Deutschlands dritte Liga (aus Lanzarote nach Nordhessen) vollzieht Aleksandra Orowicz. Und sieht diesen keineswegs als Abstieg: „Es war immer mein Wunsch, in Deutschland zu spielen, wo es eine große Handballkultur gibt.“ Und Kirchhof als „Hochburg“ bekannt ist, mit der die 24-jährige Torfrau, assistiert von Sophia Ritter (Nachwuchstorhüterin vom dänischen Spitzenclub Viborg HK) und Alicia Schmincke aus dem eigenen Juniorteam, unbedingt in die 2. Liga zurückkehren will.

Leichte Tore als Spezialität

Hilfreich könnte einer der Spezialitäten der polnischen B-Nationalspielerin sein: Orowicz‘ Tempogegenstoßpässe nämlich, Ausgangspunkt der beliebten „leichten Tore“ über die erste und zweite Welle. „Wir müssen die Schnelligkeit unserer Außen nutzen“, fordert sie. Und meint damit auch einen weiteren Neuzugang: Linksaußen Martina Pandza, 21-jährige Kroatin vom Drittligisten HSG Rodgau Nieder-Roden.

Das klappte in Kombination mit einer sattelfesten 6:0-Deckung beim 10. Heinrich Horn-Gedächtnisturnier - insbesondere bei den Siegen gegen die Zweitligisten Leipzig und Bremen - schon ganz gut. Auch weil mit Greta Kavaliauskaite und Ida Evjen zwei der Verbliebenen im Kreis der Neuen auftauten.

Verbesserungsbedarf sieht Dragos Negovan im Zusammenspiel mit dem Kreis, um die neue Kreisläuferin Angela Cappellaro (vom italienischen Erstligisten Ali-Best Espresso Mestrino) „noch besser ins Spiel zu bringen“. Ansonsten ist der SG-Coach mit der Vorbereitung zufrieden: „Die Mannschaft ist schon sehr gut drauf.“

Entsprechend ambitioniert ist trotz aller Fragezeichen in Bezug auf die Spielstärke der Konkurrenz und wegen des neuen Modus mit Vor- Aufstiegs- und Abstiegsrunde (wir berichteten) sein Saisonziel: „Oben mitspielen und am Ende auch oben sein.“ Sollte das gelingen, hätte sich der Neuaufbau maximal gelohnt. (Ralf Ohm)

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