2. Bundesliga:

SG 09 Kirchhof nach Niederlage in Leipzig am Samstag in Wuppertal gefordert

Will sich in Wuppertal beweisen: Kirchhofs Rechtsaußen Hannah Kamp, die bis zum vergangenen Sommer das Trikot des Gegners trug.
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Will sich in Wuppertal beweisen: Kirchhofs Rechtsaußen Hannah Kamp, die bis zum vergangenen Sommer das Trikot des Gegners trug.

Der Tabellenvierte war zu stark für die SG 09 Kirchhof. Beim HC Leipzig unterlag das Team von Trainer Martin Denk mit 20:27 (12:13).

Leipzig – Und ist dadurch umso mehr am Samstag (18.45 Uhr, im Livestream kostenlos auf www.sportdeutschland.tv) im Kellerduell der 2. Handball-Bundesliga beim TVB Wuppertal gefordert. Das Spiel in Leipzig musste indes mit einer halben Stunde Verspätung angepfiffen. Was nicht am Stau lag, sondern daran, dass der SG-Bus 15 Kilometer vor der Halle liegen geblieben war. Also mussten die Gastgeberinnen mit drei Kleinbussen helfen, damit Kirchhof überhaupt vor Ort sein konnte.

Diese Störung der Vorbereitung steckte die SG 09 aber ordentlich weg. „Mit der Leistung in der ersten Halbzeit bin ich sehr zufrieden. Das war wieder ein Schritt nach vorne, weil wir uns in der ersten und zweiten Welle steigern konnten und auch die Deckung immer besser steht“, lobte Denk. Die über weite Strecken gut gestaffelte Abwehr ist an der Seite von Kapitänin Diana Sabljak besonders ein Verdienst von Deborah Spatz und Kirsten Bänfer aus dem Juniorteam, die sich mehr und mehr auf diesem Niveau beweisen.

Nela Zuzic parierte erneut glänzend

Vor allem aber verdiente sich Kirchhofs Rückhalt Bestnoten. Torfrau Nela Zuzic, die mehrfach nicht nur parierte, sondern sich auch noch den zweiten Versuch des Gegners schnappte. „Wir müssen Nelas Leistung als Mannschaft wieder mit Punkten belohnen. Es ist ärgerlich, wenn wir die Abpraller nicht bekommen oder vorne dann nicht treffen“, sagte Denk.

So führte Kirchhof nach einem Heber von Katharina Hufschmidt zum 7:6 (17.) und einem Schlagwurf von Klara Schlegel zum 8:7 (19.) zwar kurzzeitig, verpasste es jedoch, den Favoriten deutlicher aus dem Konzept zu bringen. Die offensive Deckung gegen Sabljak zeigte Wirkung, weil etwa Spielmacherin Mariel Beugels zu wenig im Positionsangriff einfiel. Auch das nötige Glück fehlte mit Blick auf drei Postentreffer, einen verwandelten Siebenmeter von Sabljak, dem die Anerkennung verweigert wurde, und das Tor zum möglichen 13:13 durch Jana Schaffrick nach reaktionsschnellem Steckpass Sabljaks, das Sekundenbruchteile zu spät fiel.

„Um in Leipzig bestehen zu können, muss alles passen“, betonte Denk, dessen Team nach der Pause Federn ließ. Da zog die Umstellung des HCL auf eine 6:0-Deckung um die kampfstarke Hanna Ferber-Rahnhöfer dem SG-Angriff endgültig den Stecker. Da wusste Kirchhof aus insgesamt zwölf Minuten Überzahl kein Kapital zu schlagen. Und da machten Kreisläuferin Stefanie Hummel sowie die Halbrechte Julia Weisel, die sich auch geschickt auf Außen zog, den Unterschied aus. Über 19:15 (39.) hielt die SG bis zum 22:18 mit (53.), ehe Leipzig davonzog. Und es durch das erste Zweitliga-Tor der 15-Jährigen Tabea Wipper noch deutlich machte.

Kirchhof: Zuzic, Siggaard - Özcelik 1, Schaffrick 2, Harder, Hufschmidt 2, Evjen, Sabljak 7/2, Beugels 3, Bänfer, Kamp 1, Kavaliauskaite, Schlegel 4, Prauss, Koltschenko, Spatz. Siebenmeter: 4/5:3/4. Zeitstrafen: 12:8 Minuten.

Verhelfen Kamps Tipps zum Sieg?

Das ist ein kleiner Vorteil für die SG 09 Kirchhof. Das Insiderwissen, das Hannah Kamp und Katharina Hufschmidt preisgeben können. Die beiden Außen, die vor der Saison vom TVB Wuppertal zusammen zur SG 09 Kirchhof wechselten – und sich am Samstag (18.45 Uhr) an alter Wirkungsstätte in der „Buschenburg“ für die Löwinnen zerreißen wollen.

„Wuppertal hat sich gesteigert und alle Punkte bislang zuhause geholt. Aber wir harmonieren super als Team und wollen beweisen, dass wir noch konsequenter in Abwehr und Angriff auftreten können“, betont Kamp, die sich auch selbst in die Pflicht nimmt. Maximal zwei Treffer in einer Partie sind ihr bislang für die SG 09 gelungen, obwohl sie häufig Alleinunterhalterin auf Rechtsaußen war, weil Iva van der Linden sich noch im Aufbautraining befindet. Verbunden mit der Hoffnung, „dass wir unser Tempospiel noch besser durchdrücken können. Das müsste eigentlich viel mehr ein Trumpf von uns sein.“

Auch Trainer Denk wünscht sich breiter angelegte Angriffe und bemängelt, „dass wir zu linkslastig sind.“ Mehr Auge könnte Klara Schlegel beweisen, die zu sehr Torjägerin Sabljak oder Kreisläuferin Schaffrick in der Mitte sucht.

Beim Gegner, der vor der Saison einen noch gewaltigeren Umbruch zu meistern hatte, sind derweil die Stärken bekannt. Mit Ramona Ruthenbeck im Rückraum, Michelle Steffes auf Linksaußen und Dana Centini im Tor, vor der konsequent 6:0 verteidigt wird. Details dazu erfuhren die Kirchhöferinnen gestern Abend im Training. Von Hannah Kamp und Katharina Hufschmidt, deren Tipps beim Videostudium auf der Platte zu zwei wichtigen Punkten im Kampf um den Klassenerhalt werden sollen. (Sebastian Schmidt)

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