Interview mit neuem Trainer der SG 09 Kirchhof

Gernot Weiss: Wir müssen die mentale Blockade der Spielerinnen lösen

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Über Kampf und Defensivstärke raus aus der Krise: Gernot Weiss, der neue (alte) Trainer des heimischen Handball-Zweitligisten SG 09 Kirchhof. 

Im HNA-Interview betont der neue Trainer der SG 09 Kirchhof, Gernot Weiss, die Notwendigkeit, die mentale Blockade der Spielerinnen des heimischen Handball-Zweitligisten zu lösen. Spieltaktisch will der Denk-Nachfolger wieder mehr auf Tempogegenstöße setzen.

Der Spielplan kennt kein Pardon. Gerade mal vier Tage nach seiner Rückkehr auf die Trainerbank der SG 09 Kirchhof hatte Gernot Weiss Zeit, seine neue Mannschaft auf die kommende schwere Aufgabe einzustimmen. Vor dem wegweisenden Kellerduell bei der HSG Freiburg (Sa. 20 Uhr) sprachen wir mit dem 53-jährigen Nachfolger des zurückgetretenen Christian Denk.

Herr Weiss, warum haben Sie diesen schwierigen Job entgegen ihren Rückzugsplänen angenommen?

Eigentlich war ich ja überzeugter Trainerrentner, das stimmt. Ich wollte, dass Christian Denk weiter macht. Es war mein Ziel, ihn zu überreden, wobei ich ihm meine Hilfe angeboten habe. Nun bin ich auf der Trainerbank zurück und kann so vielleicht den völlig unnötigen Abstieg von 2014 wieder gut machen.

Ist es von Vorteil, dass Sie nach über zwei Jahren Pause gut erholt, aber ohne Praxis auf die Trainerbank zurückkehren?

Ein Nachteil ist sicherlich, dass ich in der Liga etwas fremd bin, auch wenn ich einige Heimspiele der SG von der Tribüne aus beobachtet habe. Ich kenne nur wenige Spielerinnen und auch von früher, d.h. meiner vorausgegangenen Trainerzeit in Kirchhof, ist niemand mehr da. Natürlich kann ich auf umfangreiche Informationen von Christian zurückgreifen. Doch es ist natürlich ein Unterschied, ob man mit der Liga vertraut ist oder etwas über deren Mannschaften erzählt bekommt. Ein Vorteil ist sicherlich, dass ich völlig unvoreingenommen an die Sache ran gehe. Jede Spielerin hat die gleiche Chance wieder aufzublühen und zu zeigen, was sie wirklich kann.

Wo wollen Sie im spielerischen und taktischen Bereich ansetzen, um das Team wieder auf Kurs zu bringen?

In vier Tagen lässt sich spieltaktisch sicherlich nicht viel ändern, das würde die Mannschaft nur noch zusätzlich verwirren. Neue personelle Möglichkeiten haben wir derzeit auch nicht. Außerdem gibt es ja ein Fundament, auf dem ich aufbauen kann, denn Christian hat vier Jahre lang sehr gut mit der Mannschaft gearbeitet.

Aber irgendwas muss sich doch ändern, um wieder Erfolg zu haben ...

Ja klar. In diesem Fall hilft nur, an der eigenen Abwehr anzusetzen, denn kämpfen kann jeder. Wir dürfen pro Spiel nicht mehr als 25 Tore kassieren. Darüber hinaus müssen wir Ballgewinne nutzen, um über ein schnelles Umschaltspiel wieder zu mehr leichten Toren zu kommen, gerade dann, wenn es im eigenen Positionsangriff hakt. Das Spiel über die erste und zweite Welle war das Kirchhofer Markenzeichen und soll es auch wieder werden.

Doch dazu bedarf es, gerade in der Defensive, einer anderen Körpersprache.

Genau. Und dazu müssen wir die mentale Blockade der Spielerinnen lösen. Und das geht nur über Kampf, über eine gute Stimmung, über Geschlossenheit, über gewonnene Zweikämpfe. Wir müssen Mannschaft und Spielerinnen wieder stark reden, ans Limit führen, dafür sorgen, dass sie dieses über 60 Minuten halten.

Nach fünf Niederlagen geht‘s nun zum wegeisenden Abstiegsduell nach Freiburg. Was spricht für eine Wende?

Die bestimmende Frage für mich ist nicht, ob wir in Freiburg gewinnen, sondern ob die Mannschaft dort wieder Mut fasst und die Freude am Spiel zurück gewinnt. Wir sind in der Breite sicherlich relativ dünn besetzt, haben aber mit Sina Ritter und Diana Sabljak zwei Ausnahmespielerinnen, die ein Spiel drehen und sicherlich noch mehr Verantwortung übernehmen können. Und wir haben Spielerinnen wie Iva van der Linden oder Alena Breiding, die ganz schnell einen Schritt nach vorne machen können, wenn sie sich einfach nur mehr zutrauen und entsprechend eingesetzt werden.

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