2. Bundesliga 

SG 09 Kirchhof: Wechsel markiert Neuanfang für Anouk van de Wiel

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Das Lächeln ist zurück: Anouk van de Wiel will beim heimischen Handball-Zweitligisten SG 09 Kirchhof noch mal richtig durchstarten. 

Vereinswechsel sind für einen Handball-Profi nichts Außergewöhnliches. Auch Anouk van de Wiel hat schon einige hinter sich. 

Sieben, seit sie ihren Heimatverein Loreal Venlo 2009 als 17-Jährige verließ, um die große Handballwelt zu erobern.

Was ihr in der ersten und zweiten Liga durchaus gelang. Trotzdem ist der achte Wechsel ihrer Karriere ein besonderer. Markiert er doch, so die wurfgewaltige Niederländerin, „einen Neuanfang.“

Denn: Bei der SG 09 Kirchhof ist die Linkshänderin fortan kein Vollprofi mehr. Muss zweigleisig fahren, was die 27-Jährige durchaus begrüßt. „Hier habe ich die Chance, ein zweites, berufliches Standbein aufzubauen“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin, die derzeit ein Praktikum bei einem der Braun AG angeschlossenen Unternehmen für Ernährungsergänzungsmittel macht. Eine neue Perspektive, „die mich mehr ins reale Leben und raus aus der fast abgeschlossenen Kugel des Leistungssports führt.“

In der Anouk van de Wiel zuletzt eher leidvolle Erfahrungen machte. Sich beim norwegischen Erstligisten Molde HK früh in der Saison schwer am linken Knie verletzte (Riss des Außenmeniskus, lange auf eine Diagnose warten musste (fast zwei Monate) und nach einer komplizierten Operation von ihrem neuen Verein aufs Abstellgleis gestellt wurde. Was die 1,88 m große Aufbauspielerin mit sehr viel Frust kommentiert: „Als Spieler bist Du ein Produkt. Und wenn es nicht funktioniert, wird es durch ein anderes ersetzt.“

Dankbar für Chance in Kirchhof

Immerhin: Beim heimischen Zweitligisten hat sie die nötige medizinische und mentale Unterstützung, um wieder gesund zu werden und bald die Bälle mit der berüchtigten Wucht im gegnerischen Tor unterzubringen. „Dafür bin ich dem Verein und besonders Trainer Christian Denk megadankbar“, sagt die dreifache niederländische Nationalspielerin, ohne indes zu wissen, wann sie die Mannschaft wirklich verstärken kann.

Seit März ist van Anouk de Wiel im Aufbautraining, arbeitet besonders an der Kraft, der Ausdauer und der Stabilität der Gelenke. Mit wechselhaften Erfolg: „Die Muskulutar ist wieder aufgebaut, doch das Laufen verträgt mein Knie noch nicht so richtig.“ Manchmal sagt ihr der Kopf, „dass es nach vier Knieoperationen Zeit ist, aufzuhören.“ Dann wischt die Sehnsucht und ihr Ehrgeiz, wieder auf dem Feld zu stehen, derlei Zweifel fort. So wird sie pünktlich zur Vorbereitung zur Mannschaft stoßen, dann aber ein individuelles Programm absolvieren.

Nicht nur die Holländerin selbst, auch das Team braucht nach dem personellen Schnitt Zeit, um zusammen zu finden. „Um darauf hin zu arbeiten, angreifen zu können“, wie die prominenteste der sechs spielstarken Neuzugänge erklärt. Ob das bereits in der kommenden Saison möglich ist? Achselzucken: „Das ist wohl noch etwas zu früh.“ Und hängt wohl auch nicht zuletzt von ihrem eigenen Gesundungsprozess ab.

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