3. Liga:

SG 09 Kirchhof scheitert beim 31:32 an Top-Talenten der HSG Blomberg-Lippe II - und sich selbst

Siebzehn Jahr, blondes Haar: Leni Ruwe machte mit 13 Toren den Unterschied für die HSG Blomberg-Lippe II aus. Hier ist Kirchhofs Greta Kavaliauskaite (Nummer 23) mal wieder zu spät dran.
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Siebzehn Jahr, blondes Haar: Leni Ruwe machte mit 13 Toren den Unterschied für die HSG Blomberg-Lippe II aus. Hier ist Kirchhofs Greta Kavaliauskaite (Nummer 23) mal wieder zu spät dran.

„Auswärtssieg, Auswärtssieg“ skandierten die Handballerinnen der HSG Blomberg-Lippe II und machten durch das 32:31 (16:14) bei der SG 09 Kirchhof eine optimale Hinrunde mit elf Siegen perfekt.

Melsungen – Was den heimischen Drittligisten ins Tal der Tränen stürzt, weil das Saisonziel Aufstiegsrunde in Gefahr gerät. „Wir haben zu viele Big-Points liegen gelassen, klarste Chancen versemmelt. Zudem hatten wir nicht das nötige Glück, das man in solch‘ einem Spiel braucht“, haderte Dragos Negovan. Dem SG-Trainer standen erstmals 15 Spielerinnen zur Verfügung. Neben der aus Wildungen mit Doppelspielrecht ausgestatteten Vanessa Plümer gab Torfrau Aleksandra Orowicz nach auskurierter Beinverletzung ihre Premiere für Kirchhof.

Und es ließ sich gut an für die Gastgeberinnen. Die SG ging ein hohes Tempo. Angela Cappellaro (2) und Greta Kavaliauskaite (2) sorgten für eine schnelle 4:1-Führung (9.). Und es hätte mehr sein können, wenn nicht Frida Nygaard Ulrichsen, die überraschend auf Linksaußen begann, völlig frei nur die Latte getroffen hätte (9.). Kurz zuvor hatte HSG-Coach Björn Piontek bereits eine erste Auszeit genommen. Ohne personell etwas zu ändern. „Ich wollte die Mädels nur etwas beruhigen und an ihre Stärken erinnern“, sagte Piontek, der vier A-Jugendliche von Beginn an brachte.

Leni Ruwe und Aurora Kryeziu überragen

Binnen weniger als 100 Sekunden glichen die Schweizer Nationalspielerin Jennifer Murer, die sich nach einem Knorpelschaden zurück kämpft, und Leni Ruwe (2) zum 4:4 aus (11.). Eindrucksvoll verlassen konnte sich die HSG zudem auf Aurora Kryeziu. Die 17-Jährige glänzte mit ihrem Stellungsspiel im Tor, zog die Bälle magisch an und parierte sehenswert mit pfeilschnellen Reaktionen per Hand und Fuß. Allein acht Paraden bis zur 16. Minute verhalfen Blomberg zur ersten Wende. Veredelt durch die Aufbaureihe mit den Ruwe-Schwestern Leni und Emma sowie Nieke Kühne, die Kirchhofs Rückraum erblassen ließen. Sinnbildlich, dass Kühne blitzgescheit schaltete und in letzter Sekunde aus elf Metern für den 16:14-Pausenstand sorgte.

Doch Kirchhof gab sich nicht geschlagen. Und drehte den Spieß mit einem 6:2-Lauf zum 20:18 um (38.). Weil die Deckung kurzzeitig stabiler stand, weil Deborah Spatz die Zügel in die Hand nahm und weil daneben Agustina Jaèn Loro auftaute. Als die Spanierin dann aber freistehend an der herausragenden Kryeziu scheiterte, Kreisläuferin Paulina Harder bei ihrem Kurz-Auftritt gegen ihren Ex-Verein abermals enttäuschte und Kavaliauskaite nach einigen Fahrkarten nur noch verteidigen durfte, schlug das Pendel wieder gegen Kirchhof aus.

Kurze Deckung gegen Deborah Spatz fruchtete

Mit vereinten Kräften legten die Ruwe-Schwestern Spatz an die ganz kurze Leine. „Wir haben den Spielfluss des Gegners geschickt unterbrochen und hatten eine sehr gute Torwartleistung. Zudem ist es beeindruckend, wie viel Verantwortung Leni schon tragen kann“, verteilte Piontek ein Sonderlob an die erst 17-jährige Ruwe, die nach einem 6:0-Lauf für die letzten vier HSG-Treffer zum 32:28 (59.) allein zuständig war. Und insgesamt 13 Tore erzielte.

Womit der Einstand von Orowicz misslang. Die Polin sorgte gleich für eine kuriose Einlage. Sie parierte den Wurf von Emma Montag, ließ sich feiern – und schaltete ab. Das rächte sich bitter, weil der Ball im hohen Bogen doch noch im Netz zum 25:26 einschlug (50.). Und sie fortan keine Hand mehr an den Ball brachte.

Kirchhof: Ritter (4 P./19 GT), Schmincke (n.e.), Orowicz (4/13) - Nygaard Ulrichsen 2, Pandza 5, Harder, Sauerwald, Evjen 1/1, Koltschenko, Cappellaro 4, Alma Jaèn Loro, Kavaliauskaite 4/1, Spatz 5/1, Agustina Jaèn Loro 4, Plümer 6.

Blomberg-Lippe II: Friesen (1/0), Kryeziu (20/31) - Hildebrandt, Weyres, Lazarevic, L. Ruwe 13, Rolf, E. Ruwe 4/1, Gaubatz, Murer 7, Montag 2, Ziercke 2, Wenzel, Kühne 4.

SR: J. Winter/M. Winter (HSG St. Leon/ Reilingen). Z: 156. Siebenmeter: 3/6:3/3. Zeitstrafen: 0:4-Minuten. (Sebastian Schmidt)

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