3. Liga

SV Germania Fritzlar jubelt dank Blitzstart und Cojocars Schachzug

Genauso funktionierte es: Melina Hahn, die hier Lyna Schwarz (l.) stehen lässt, stieß aus dem Rückraum in die Nahwurfzone und erzielte sieben Treffer.
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Genauso funktionierte es: Melina Hahn, die hier Lyna Schwarz (l.) stehen lässt, stieß aus dem Rückraum in die Nahwurfzone und erzielte sieben Treffer.

Den dritten Sieg in Folge landete Handball-Drittligist Germania Fritzlar beim 30:24 gegen die Bundesliga-Reserve des BV Borussia Dortmund.

Fritzlar – Schach und Handball haben eigentlich wenig gemein. Schließlich ist das eine ein körperloser Sport, während es bei dem anderen physisch bisweilen heftig zur Sache geht. „Lucky“ Cojocar spielt gerne Schach. Am Brett und auf der Trainerbank des heimischen Handball-Drittligisten SV Germania Fritzlar. Und hat dann doch einige Gemeinsamkeiten entdeckt.Etwa die: „Du musst schon mal eine Position opfern, wenn du ein Spiel gewinnen willst.“

Gegen den BVB Dortmund II opferte er nach der Pause die Kreisläuferposition, weil seine Schützlinge mit der gegnerischen 5:1-Deckung überhaupt zurecht kamen und drauf und dran waren, ihren Vorsprung zu verspielen. „Taktisch genau die richtige Antwort“, lobte Gäste-Coach Tobias Fenske seinen Kollegen. Und der Schlüssel zum letztlich ungefährdeten 30:24 (15:10)-Sieg der Domstädterinnen.

Cojocars Hauptfigur für seinen taktischen Kniff war Melina Hahn. Die rückte vom Kreis in den Rückraum, um dann wie auf der anderen Seite Chantal Reimbold dynamisch in die Lücken der BVB-Abwehr zu stoßen. „Wir haben Überzahl geschaffen und dann gut abgeräumt“, erklärte Melina Hahn das Erfolgsrezept, mit dem die beiden Youngster im Alleingang die Germania wieder auf die Siegerstraße warfen, nachdem die tapferen Westdeutschen auf 17:15 (36.) herangekommen waren. Dreimal Hahn und dreimal Reimbold sorgten danach für Entwarnung in Form einer 23:18-Führung (48.).

Gegen Ende, als dann auch deren Nebenleute trafen, wie sie wollten, war‘s fast wie am Anfang. „Die nehmen sie ja richtig auseinander“, mutmaßte ein entzückter Fritzlarer Fan auf der Tribüne angesichts eines 10:3-Traumstarts nach 14 Minuten. Die überragende Torfrau Paula Küllmer hatte früh ihren Kasten zugenagelt, was ihr auch dadurch erleichtert wurde, dass ihre quirligen Vorderleute den BVB-Rückraum immer wieder zu Notwürfen zwangen. Nach Ballgewinnen lief dann ein Konter nach dem anderen Richtung Dortmunder Tor.

Das konnte natürlich nicht so weiter gehen. Zumal bei der Bundesliga-Reserve nun die erfahrene Anne Müller die Zügel in die Hand nahm, die SVG-Talente etwas überdrehten und ihre Leichtigkeit im Abschluss einbüßten. Auch weil die vorgerückte Lotte Iker den Spielaufbau der Gastgeberinnen empfindlich störte. Da war dann der Schachspieler Cojocar gefragt. Und spielte genau den richtigen Zug.

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