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Sviridenkos emotionaler Abschied von der MT Melsungen II

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Von: Ralf Ohm

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Ein starkes Gespann: Der scheidende MT-Trainer Georgi Sviridenko (l.) und sein verlängerter Arm auf dem Feld Max Pregler. Immerhin: Beide haben noch gemeinsam die B-Jugend unter ihren Fittichen.
Ein starkes Gespann: Der scheidende MT-Trainer Georgi Sviridenko (l.) und sein verlängerter Arm auf dem Feld Max Pregler. Immerhin: Beide haben noch gemeinsam die B-Jugend unter ihren Fittichen. © Richard Kasiewicz

Nach sieben Jahren bei der Bundesliga-Reserve räumt Georgi Sviridenko den Trainerstuhl bei der MT Melsungen II. Es war ein emotionaler Abschied.

Guxhagen - So etwas wird gemeinhin Vertrauen genannt. „Nach dem Abschlusstraining war ich mir 100prozentig sicher, dass es meine Jungs noch mal knallen lassen wollen“, sagte Georgi Sviridenko. Die Erwartung des Trainers vor dem Oberliga-Saisonfinale gegen die TSG Offenbach-Bürgel wurde nicht enttäuscht. „Natürlich haben wir auch für Georgi gespielt“, bekannte David Kuntscher, rückraumspieler der MT Melsungen II. Für Kapitän Martin Reinbold war‘s eine „absolute Herzensangelegenheit“ zum Abschied seines langjährigen Coaches noch mal richtig Gas zu geben.

Derlei „Zusatzmotivation“ (Regisseur Max Pregler) mündete dann in einen (be-) rauschenden 39:25-Erfolg, einer allseits gelungenen Revanche für die 26:29-Hinspielniederlage, die einer Deklassierung der ambitionierten Südhessen gleich kam. Für den MT-Coach „ein purer Genuss“, was seine Schützlinge da im vorerst letzten Spiel unter seiner Leitung auf die Platte gebracht hatten. Eine vorgezogene Laudatio, die er, 60 Minuten fast schon entspannt hinter der Spielerbank stehend, lächelnd entgegennahm. Unterbrochen von spärlichen Anweisungen an seine Spieler oder einigen Auswechslungen nach der Pause.

Mehr gab‘s diesmal nicht zu tun. Oder doch. Die Umarmung mit jedem seiner Spieler nach dem Schlusspfiff war innig. Ließ dann doch erahnen, wie schwer es ihm fiel, diese, seine Mannschaft nach sieben Jahren, zwei Aufstiegen, einem Abstieg und einem ganz knapp verpassten Aufstieg abzugeben. Schließlich hatte der 59-Jährige sie selbst entwickelt.

Hatte erst die B-Jugend des Vereins 2019 zur Deutschen Meisterschaft geführt und dann mit diesem Jahrgang 2002 plus dem erfahrenen Kern um Kapitän Reinbold nach den Sternen gegriffen. Mit Tempohandball, der das Team schon jetzt zu einem der Mitfavoriten in der kommenden Saison macht. „Das, was ich der Mannschaft gegeben habe, hat sie mir spätestens in dieser Spielzeit zurück gegeben,“ lautet die Bilanz des Scheidenden.

Dem Max Pregler, der fast die gesamte Sviridenko-Ära als Spieler und verlängerter Arm des Trainers mitbestritt, nach eigener Aussage „besonders viel zu verdanken hat. Denn: „Georgi hat auch in Krisenzeiten zu mir gehalten.“ Und darüber hinaus für das Comeback des 28-Jährigen gesorgt, der nach kurzer, schöpferischer Pause längst wieder die Zügel des MT-Spiels in der Hand hat. Eins von mehreren Pfunden, mit denen Sviridenkos Nachfolger Arjan Haenen wuchern kann. Oder muss?

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