Skurriles aus dem Handball

Teurer Abend für Eintracht Baunatal: Punkte weg, Schiedsrichter kosten 550 Euro

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Sie mussten aus Lübeck nach Baunatal anreisen: Die Schiedsrichter Maik Bolus (links) und Sven Foitzik. Archivfoto:Sie mussten aus Lübeck nach Baunatal anreisen: Die Schiedsrichter Maik Bolus (links) und Sven Foitzik.

Das 23:25 gegen die HSG Rodgau kostete Handball-Drittligist Eintracht Eintracht die Punkte - und 550 Euro. Weil Schiedsrichter aus dem 380 Kilometer entfernten Lübeck angesetzt waren. 

Es war ein teurer Samstagabend für die Baunataler Handballer. Das 23:25 gegen erbarmungslose Südhessen aus dem Rodgau kostete die Eintracht nicht nur beide Punkte, sondern obendrein auch noch rund 550 Euro: Der Grund: Maik Bolus und Sven Foitzik, das Schiedsrichter-Duo, war aus dem gut 380 Kilometer entfernten Lübeck angereist. Trotz diesmal guten Besuchs von 480 Zuschauern blieb den Großenrittern da von der Tageskasse doch zu wenig übrig. Was war da los?

Eine Ansetzung, die für einiges Kopfschütteln sorgte. „Bei einem Duell zweier hessischen Mannschaften muss es einfach möglich sein, Schiedsrichter aus dem erweiterten Umfeld mit maximal 200 Kilometern Reichweite anzusetzen“, erklärte Claus Umbach. Dem Abteilungsleiter ist das Vorgehen des Deutschen Handball-Bundes „sehr, sehr suspekt“, der Verband agiere „nicht nur rigoros, sondern auch über die Köpfe der Vereine hinweg“. Und noch einen anderen Aspekt benennt der Baunataler: „Wer ohnehin Probleme hat, Nachwuchs zu finden, der muss seiner Fürsorgepflicht gegenüber den Schiedsrichtern besser nachkommen und darf ihnen in der dritten Liga nicht solch weite Reisen und einen so großen Aufwand aufbürden.“

Entfernungen für Schiedsrichter begrenzt

Zum konkreten Fall vermochte sich Wolfgang Jamelle (Dortmund) nicht zu äußern, „denn es ist gut möglich, dass Bolus/Foitzik auf dem Rückweg am Sonntag noch einen weiteren Einsatz hatten. Das weiß ich aber nicht“. Allerdings, so der Schiedsrichterwart des DHB, stehen dem Verband nicht so viele Schiri-Paare zur Verfügung, „dass wir immer nach regionalen Aspekten ansetzen können, sondern auch über die betroffenen Landesverbände hinaus gehen müssen“. Grundsätzlich seien die Entfernungen bei den Männern auf 400 und bei Frauenspielen auf 300 Kilometer begrenzt.

Und: Es sei nicht so, dass die Baunataler tatsächlich auf den 550 Euro sitzen bleiben. Denn: „Die Ausgaben für die Schiedsrichter in allen vier Drittliga-Staffel zusammen werden am Saisonende addiert und dann aus diesem einen Topf auf alle Klubs im Durchschnitt ausgeglichen umgesetzt“, erläutert Wolfgang Jamelle. Dies schaffe große Gerechtigkeit im Vergleich der Klubs mit kurzen Wegen in den Ballungsgebieten von NRW, Rhein/Main und der Neckarregion mit den Vereinen an den Küsten und beispielsweise in Bayern.

Harald Mohr (Berlin), der für die Schiri-Ansetzungen in der dritten Liga verantwortlich ist, war nicht zu erreichen.

Den Baunatalern indes bleiben zunächst bis zur großen Abrechnung am Saisonende nur zwei Aspekte – mit einem Augenzwinkern: Nicht einmal teure Referees garantieren Topleistungen. Mehrfach haderten die Baunataler mit Entscheidungen der weit gereisten Unparteiischen. Und: Zum Glück hatten es die (souveränen) Sekretäre Hans Stange und Dirk Wagner nicht weit. Sie kommen vom TV Külte – aus der Nachbarschaft.

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