Handball-Landesliga

TG Rotenburg will das Glück erzwingen

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Genau Maß nehmen: Rotenburgs Rechtsaußen Marcus Einhorn weiß, wie das geht. Gegen Hünfelds formstarken Torwart Krätzig werden präzise Würfe gefragt sein. 

Rotenburg/Hünfeld. Vom Glück verfolgt sind die Landesliga-Handballer der TG Rotenburg in dieser Saison nicht gerade.

Und eine Portion Glück könnten sie am morgigen Samstag gut gebrauchen. Denn dann treten sie um 18.30 Uhr beim Spitzenreiter Hünfelder SV in der örtlichen Kreissporthalle an der Jahnstraße an.

Nur zum Auftakt gegen die HSG Großenlüder/Hainzell konnte die TGR ausgelassen jubeln. Da hatte sie einen Neun-Tore-Rückstand aufgeholt und vor eigenem Publikum mit 32:31 knapp die Oberhand behalten.

Nach den anderen vier Partien waren dagegen enttäuschte Gesichter bei den Rotenburgern zu sehen. Auch nach dem 33:33 in eigener Halle gegen Aufsteiger Viktoria Bettenhausen. Da gab die TGR, die schon mit 33:31 geführt hatte, in den letzten 100 Sekunden den angepeilten Heimsieg noch aus der Hand.

Bei der MSG Körle/Guxhagen (30:31), gegen den TSV Vellmar (26:27) und bei der HSG Twistetal (29:30) kam es noch dicker für die Mannschaft von Trainer Robert Nolte. Jeweils ein Tor entschied gegen sie. Und so kommt es, dass sich die TGR nach fünf Partien mit 3:7 Punkten in der Abstiegszone befindet.

„Der Verlauf der Saison hat schon gezeigt, dass alles sehr, sehr eng ist“, sagt Robert Nolte, „aber wir sind auch in Hünfeld in der Lage, ein enges Spiel zu machen. Wir sind keineswegs völlig irritiert. Es ist ja noch nicht viel passiert.“

Im gut besuchten Training lag der Schwerpunkt zuletzt auf der Abwehrarbeit. „Wir hatten in der Deckung im Verbund ein paar Probleme. „Besser verschieben, aggressiver an den Mann gehen“, fordert Nolte.

„Die Jungs wissen, dass wir etwas liegengelassen haben. Schade, wenn man 60 Minuten fightet und dann mit leeren Händen dasteht“, stellt der Coach fest, weiß allerdings auch: „Wir machen vieles richtig, haben für viele Situationen Lösungen parat. Wir wissen, was für eine Aufgabe auf uns zukommt. Wir wissen aber auch, welche Schwachstellen die Hünfelder haben.“

Keeper der Extraklasse

Die Torwartposition zählt sicherlich nicht dazu. Denn in Christian Krätzig verfügt der HSV über einen Keeper der Extraklasse. „Er ist in überragender Verfassung. Er hält viele Bälle und sorgt so dafür, dass die Hünfelder ihr schnelles Gegenstoßspiel aufziehen können“, hat Robert Nolte beobachtet, „er hat ein gutes Stellungsspiel und macht bei Würfen von den Außen die Winkel zu.“

Bestens über den Gegner informiert ist auch Hünfelds Coach. Denn der heißt seit diesem Sommer Jonggi Pasaribu - und hat mit den meisten Rotenburgern schon für die TGR auf dem Parkett gestanden. Vor zwei Jahren war das, als er noch den Frauen-Landesligisten FSG Waldhessen coachte. Da sprang der frühere Zweitliga-Außen einige Male ein, als bei der TGR Not am Mann war „Ich glaube, Jonggi hat sogar seinen Pass noch bei uns. Ich kann ihn ja mal fragen, ob er am Samstag für uns in der Abwehr spielen will“, sagt Robert Nolte und lacht.

Pasaribu hat die TGR gegen Vellmar beobachtet und war ebenfalls von einem Torwart angetan. Von Drazen Cica nämlich. Der erledige seinen Job nicht besonders spektakulär, aber sehr effektiv.

Unter Pasaribu ungeschlagen

Noch ist Pasaribu mit seinem HSV ungeschlagen. 9:1 Punkte hat der Tabellenführer geholt. „Nach dem Supergau in der vergangenen Saison ist es auch nicht schwer, die Hünfelder Spieler zu motivieren. In der Oberliga haben sie ja nur ein Spiel gewonnen“, sagt Robert Nolte. Unter Pasaribu haben sie mittlerweile wieder erfahren, wie schön sich Siege anfühlen. „Das ist eine große, verschworene Gemeinschaft dort“, hat Nolte erkannt.

„Wir müssen im Abschluss sehr konzentriert sein“, sagt er, „und bei der Schnellen Mitte sollten wir es schaffen, rechtzeitig hinten zu sein.“ Im Anschluss an das Spiel feiert der Hünfelder SV sein Oktoberfest. Die Rotenburger sind eingeladen - und würden zu gern auf einen Punktgewinn anstoßen. Vielleicht schlägt sich das nötige Glück ja diesmal auf ihre Seite.

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