Derbys in der Dörnhagener Sporthalle

Tag der Derbys bei der TSG Dittershausen: Bis die Beine einschlafen

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Kaum zu bremsen: Dittershausens überragender Werfer Christian Siebert (links) wird von Wehlheidens Roman Glock festgemacht. Marc Imberger (rechts) beobachtet die Szene. 

Derby in der Handball-Landesliga der Frauen, direkt danach ein Derby in der Landesliga der Männer - es ist einiges los bei der TSG Dittershausen. Ein Tag im Zeichen des Handballs.

Die Cola tut gut. Nicht die erste an diesem Tag. Im Foyer der Dörnhagener Sporthalle nippt Dominic Lutz an seinem Getränk und hält ein Schwätzchen mit seinen Kumpels. Es gibt viel zu besprechen. Soeben haben die Handball-Männer der TSG Dittershausen einen 29:24-Sieg im Landesliga-Duell mit der TG Wehlheiden gefeiert. „Ein schöner Abschluss“, sagt Lutz. Was der 24 Jahre alte Fuldabrücker damit meint: Dieses Derby ist nicht die einzige Partie, die er verfolgt hat.

Mittlerweile stehen die Zeiger der Uhr auf kurz nach sieben. Die Sonne ist untergegangen, und im Eingangsbereich herrscht diese typische Atmosphäre, die jeder kennt, der mal im Winter einen kompletten Tag in einer Sporthalle verbracht hat. Wenig Sauerstoff, es riecht nach Wurst, nach Kaffee, die Türen gehen auf und zu und dabei wird kalte Zigarettenluft von draußen hereingetragen. Aber das gehört halt zu solch einem langen Handball-Tag.

Dominic LutzZuschauer und Fan

Für Dominic Lutz beginnt der um 11 Uhr. Zuerst gewinnen Dittershausens zweite Männer- und Frauen-Mannschaften, dann folgen die Landesliga-Derbys: Die Frauen unterliegen TSV Vellmar 22:31, das Team von Trainer Sead Kurtagic macht es im Anschluss besser (siehe Text rechts). Für Zuschauer und Fans ein wahrer Marathon. Da ist Sitzfleisch gefragt. Der Tag habe Spaß gemacht und zugleich geschlaucht, sagt Lutz: „Zum Ende hin sind mir die Beine eingeschlafen.“ Da kommt die Cola als Muntermacher gerade recht.

Vom Koffein haben sich Karin Fischer und Manuela Reichmann bereits verabschiedet. Die Damen vom Serviceteam gönnen sich ein Radler. Auch das gehört dazu. Wie gesagt, die Luft ist trocken. Ansonsten haben die beiden hinter dem Tresen direkt gegenüber des Eingangs alles im Griff. „Wir haben das Programm ja fast jedes Wochenende“, erklärt Fischer. Dieses Mal arbeitet das Serviceteam in zwei Schichten. Fischer und Riechmann sorgen seit 16.30 Uhr dafür, dass die Gäste ihr Brötchen und Bierchen bekommen.

Überhaupt: Es läuft. Uta Grimm kümmert sich um die Spieleinteilung. Die Frauenwartin der TSG sitzt am Zeitnehmer-Tisch in der Halle und macht die letzten Handgriffe vor der Partie der Landesliga-Frauen. Hektik? Nicht die Bohne. Tage wie dieser machten nicht mehr Aufwand, sagt Grimm. Wer was übernimmt, das werde vorab in der WhatsApp-Gruppe festgelegt. Ihr Ehemann zum Beispiel nimmt das Hallenmikro in die Hand. „Es sind ein bisschen mehr Leute im Einsatz als sonst“, sagt Grimm. Das war’s aber auch schon.

Ruhig und routiniert schmeißen die Dittershäuser den Laden. Dass es in der Halle manchmal zugeht wie am Bahnhof, liegt in der Natur der Dinge. Das eine Team marschiert mit Taschen Richtung Kabine, das andere huscht später geduscht wieder heraus. Zuschauer kommen und gehen. Beim letzten Spiel des Tages zwischen den Männern der TSG und der TGW nehmen fast 300 auf der Tribüne Platz.

Werner PoppenhägerAbteilungsleiter

Derbystimmung pur. Ganz nach dem Geschmack von Abteilungsleiter Werner Poppenhäger. Der Verein habe extra Termine umlegen lassen, damit es öfter zu solchen Spieltagen kommt. Alles in einem Rutsch. „Für uns ist das optimal“, sagt Poppenhäger, der seit 11.30 Uhr in der Halle unterwegs ist. Für einen kleinen Verein wie die TSG seien diese Tage ein Höhepunkt. Aber: Vorsicht vor einschlafenden Beinen.

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