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Überraschung: Bayer Leverkusen gewinnt Heinrich-Horn-Gedächtnisturnier der SG 09 Kirchhof

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In Szene gesetzt: Kirchhofs neue Kreisläuferin Carlotta Fege (am Ball) lässt hier Verena Oßwald und Marieke Blase (ganz rechts) stehen. Im Hintergrund beobachtet Bad Wildungens Annika Ingenpaß die Szene.
In Szene gesetzt: Kirchhofs neue Kreisläuferin Carlotta Fege (am Ball) lässt hier Verena Oßwald und Marieke Blase (ganz rechts) stehen. Im Hintergrund beobachtet Bad Wildungens Annika Ingenpaß die Szene. © Richard Kasiewicz

Die Handballerinnen des TSV Bayer Leverkusen haben die elfte Auflage des Heinrich-Horn-Turniers gewonnen. In einem hochklassigen und spannenden Finale setzte sich das Team von Johan Petersson mit 22:21 (11:12) gegen Titelverteidiger BVB Dortmund durch.

Melsungen – Das Finale: Die beiden Erstligisten, die sich souverän durch die Vorrunde gespielt hatten, lieferten sich von Beginn an ein packendes Duell auf Augenhöhe. Nach einer zwischenzeitlichen 5:3-Führung der Borussinnen, konnten die Werkselfen wieder den Anschluss herstellen und lagen zur Halbzeit mit 12:11 vorn.

In der zweiten Halbzeit sorgte Bayer zum 18:15 und 19:16 für eine Vorentscheidung. Den Vorsprung rettete das Team von Johan Petersson anschließend, nachdem seine Spielerinnen einige Chancen liegen ließen (Petersson: „da hätten wir den Sack eher zumachen müssen“) über die Zeit. Trotzdem: „Das war ein sehr gutes Spiel und eine starke Abwehrleistung von uns“, freute sich der Bayer-Trainer über den Coup.

Leverkusen: Jurgutyte 2, Boeters 4, Klein 1, Cormann 1, Kuipers 6, Ronge 1, Lopes 4, Souza 3.

BVB: Bleckmann 1, Rønning 6, Sasaki 2, Zschocke 3, Hausherr 3, Antl 2, Ossenkopp 1, Sprengers 3.

Das Derby

Im Spiel gegen den Nachbarn Bad Wildungen unterlag Kirchhof nach ausgeglichener erster Hälfte mit 16:27 (10:10). „In den ersten 30 Minuten haben wir nicht so gespielt, wie wir uns das vorgestellt hatten“, haderte HSG-Trainerin Tessa Bremmer vor allem über das geringe Tempo im Spiel ihres Teams. Die Folge: Die Vipers mühten sich gegen die stabile 5:1-Abwehr der Gastgeberinnen. Die wiederum die Partie durch ihre starke Rückraumreihe um Greta Kavaliauskaite (5), Deborah Spatz (4) und Neuzugang Lotte Iker (2) als Regisseurin bis zur Pause offen halten konnten.

In der zweiten Hälfte aber gegen die stärker aufspielenden Gäste, bei denen Maksi Pallas (6), Verena Oßwald (6), Annika Ingenpaß (5) und Manuela Brütsch im Tor überzeugten, chancenlos waren. „Die Bad Wildungerinnen haben unsere Abwehr geknackt“, lieferte SG-Trainer Schwarzwald die Erklärung für die klare Niederlage.

Die Gastgeberinnen

Martin Schwarzwald freute sich über eine klare Leistungssteigerung seiner Mannschaft. Nach Anlaufschwierigkeiten gegen HSV Solingen-Gräfrath, als sein Team zu ängstlich agierte, hielt Kirchhof gegen die beiden Bundesligisten phasenweise richtig gut mit. Und besiegte im Spiel um den siebten Platz den Zweitligisten SV Werder Bremen mit 22:19. „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, die sich für ihre Leistung belohnt hat“, freute sich der SG-Coach.

Die Neuzugänge Lotte Iker, Carlotta Fege, Lina Nöchel und Yan Li Stannies deuteten allesamt ihr Potenzial an. Iker begeisterte mit ihren Würfen aus der zweiten Reihe und harmonierte im Zusammenspiel mit Fege am Kreis. „Als die Mannschaft ins Rollen gekommen ist, gab es zudem Lücken für die Halbrechte Nöchel“, erklärte Schwarzwald. Yan Li Stannies teilte sich im Tor mit Aleksandra Orowicz die Einsatzzeiten und zeichnete sich im Spiel gegen Bayer Leverkusen das ein ums andere mal aus.

Die 5:1-Abwehr mit Iker oder Deborah Spatz auf der Spitze soll optimiert werden. „Da machen wir noch Fehler“ (Schwarzwald). Zudem will der A-Lizenz-Inhaber, der kurzfristig auf Spielmacherin Katharina Koltschenko verzichten musste, einen Schwerpunkt auf den Feinschliff im mannschaftstaktischen Bereich legen.

Die Auffälligkeiten

Einen Besuch der besonderen Art gab es am zweiten Turniertag. Tatort-Kommissar „Richy“ Müller, der in einer Hauptrolle im Stück „Notre Dame“ bei den Bad Hersfelder Festspielen zu sehen ist, war in der Halle, nachdem er im gleichen Hotel wie ein Teil der Spielerinnen untergebracht und mit ihnen ins Gespräch gekommen war.

Turnierleiter Udo Horn freute sich, dass am ersten Turniertag 150 Zuschauer und am Sonntag 90 Zuschauer den Weg in die Halle gefunden hatten. Mit dem BVB, Leverkusen und Bad Wildungen präsentierten sich zudem drei verschiedene Turniersieger, die mit einem sehr hohen Tempo agierten (Horn).

Der 1. FSV Mainz 05 um die Ex-Kirchhöferin Christin Kühlborn entpuppte sich als Überraschungsteam. Nachdem 21:17-Erfolg über Erstligist BSV Sachsen Zwickau, musste sich das Team von Trainerin Nikoletta Nagy aber im Spiel um den dritten Platz gegen die Vipers am Ende deutlich geschlagen geben.

Zur besten Spielerin wurde Verena Oßwald (Bad Wildungen), zur besten Torfrau Verena Schmidt (Mainz) gewählt. Mit 22 Treffern wurde Vanessa Brandt (Solingen-Gräfrath) zudem als Torschützenkönigin ausgezeichnet. (Kornelia Wilhelm)

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