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Saisonbilanz: TG Münden zieht sich selbst aus dem Sumpf

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Von: Manuel Brandenstein

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Die TG-Spieler präsentieren sich nach einem Spiel gemeinsam in Siegerpose.
Am Saisonende immer öfter: Die TG-Spieler und ihre Trainer in Siegerpose. © Per Schröter

Als Tabellenneunter lag die TG Münden um zwei Ränge über der Abstiegszone. Wir blicken auf die Verbandsliga-Saison zurück.

Hann. Münden – Hinter den Verbandsliga-Handballern der TG Münden liegt die dritte, durch Corona beeinflusste, Saison. Nach dem Saisonabbruch im März 2020 als Tabellenvorletzter und der nach nur wenigen Spieltagen beendeten Serie 2020/2021 zeigte sich die TG nun deutlich verbessert. Wir setzen einige Schlaglichter.

Bescheidener Start
Bis Ende Januar sah es richtig schlecht aus. Nicht wenige tippten auf einen Mündener Abstieg, nachdem die Mannschaft nach dem 27:31 in Hildesheim mit 6:14 Punkten auf den vorletzten Platz abgerutscht war. Der 2. TG-Vorsitzende Reiner Schmitz sagt zu der ersten Saisonhälfte: „Wir haben da viele Punkte verschenkt. So, wie es dann später gelaufen ist und wie sich die Mannschaft aus eigener Kraft unten rausgezogen hat, muss man insgesamt zufrieden sein – auch wenn die Zielsetzung intern etwas höher gewesen war.“

Corona-Zwangspause
Anfang Dezember ging es aufgrund Rekord-Infektionszahlen ganz schnell: Zum dritten Mal in Folge konnte eine Saison nicht planmäßig fortgeführt werden – verordnete Spielpause bis Jahresende. Nachdem fast flächendeckend aufgrund der Pandemie die 2G-Plus-Regel eingeführt worden war, schien sogar der nächste Saisonabbruch denkbar, denn zunächst sollten nur Tests offizieller Stellen den weiteren Trainingsbetrieb ermöglichen. Das Vorhaben wurde jedoch schnell entschärft. Jetzt waren Selbsttests der Mannschaften unter Aufsicht und mit Protokoll erlaubt – der Aufwand für die Verantwortlichen wurde damit immer größer. Als es im Januar wieder losgehen sollte, traf Corona erstmals auch die Mündener Mannschaft. Die Folge war eine weitere wochenlange Zwangspause bis Ende Januar.

Die Wende
Fünf Spiele hatte die TG im Februar zu bestreiten; die Punkte aus drei Siegen (darunter der Derbyerfolg gegen Rosdorf) und ein Unentschieden wanderten auf das zuvor so schmale Konto. Endlich stand die Mannschaft deutlich über dem Strich und die Trainer gaben den 10. Tabellenplatz als neues Ziel aus. „Die zuvor gezeigte Mentalität bei Rückschlägen schnell die Köpfe hängen zu lassen, hatte wir als Trainer den Spielern ganz gut ausgetrieben; das war sehr wichtig“, sagt Sebastian Flechtner.

Das letzte Saisondrittel
Jetzt lief es für die TG richtig. In den letzten acht Saisonspielen wurde nur einmal verloren (zu Hause sehr unglücklich gegen die HSG Oha). Sechs Siege und ein Unentschieden bei Tabellenführer Alfeld konnten sich sehen lassen. „Im Nachhinein ist es aber Wahnsinn, dass diese vielen Siege tatsächlich auch nötig waren, um nicht abzusteigen“, so Flechtner. In der Tat: Realistisch waren diese Resultate nicht gewesen, zeigten aber das Potenzial der Mannschaft, die am Ende 24 Punkte auf dem Konto hatte. So viele Zähler hatte man in den vergangenen Jahren noch nie zum Klassenerhalt benötigt.

Trainer
Erstmals hatte die TG zwei gleichberechtigte Trainer. Der zuerst verpflichtete Pascal Zügler wollte eine Entlastung und es kam Dransfelds ehemaliger Frauentrainer Sebastian Flechtner hinzu. Letztlich muss man diesen Versuch zumindest teilweise als gescheitert einordnen. Während der Osterpause – nach dem Heimsieg gegen den MTV Braunschweig II – trennten sich die Wege von Verein und Zügler. Es habe zu viele Reibungspunkte gegeben. Menschlich habe es zwar gepasst, meint Sebastian Flechtner, „aber manchmal war es halt mit den Spielern wie mit kleinen Kindern, die, wenn die Mutter etwas verboten hat, es dann noch einmal beim Vater probieren. Ich habe jedenfalls gelernt, dass es viel schwerer ist, in einem Gespann zu trainieren. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass die Hälfte der Sachen, die uns zum Klassenerhalt geführt haben, von Pascal waren.“

Spieler
Das Trainerduo schaffte es, dass sich zahlreiche Spieler im Saisonverlauf deutlich steigern konnten – eine Entwicklung, die nicht viele Trainer bewirken! Im Endeffekt überzeugte die TG zudem mit einem immer besser werdenden Mannschaftsgeist; der Spaß am gemeinsamen Spiel war allen anzusehen. Das legte den Grundstein für den Erfolg. Die konstanteste Leistung brachte Routinier Christian Grambow, der nicht nur mit 159 Toren bester Werfer der TG war (insgesamt Fünftbester der Liga), sondern auch sehr erfolgreich agierte, indem er seine Nebenleute einsetzte. Davon profitierten beispielsweise der wie ausgewechselt auftrumpfende Linksaußen Klemens Rohdich (80 Treffer) und der vor Einsatzwillen sprühende Niklas Bolse (54). Nicht zu vergessen einer der Jüngsten: Gian Luca Rusteberg bestritt seine erste komplette Saison bei den Männern und erzielte mit seiner dynamischen Spielweise 83 Tore. (Manuel Brandenstein)

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