Zu viele Fehler im Spiel gegen Braunschweig

TG Münden stellt sich selbst ein Bein

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Es ging zur Sache: Hier spürt Mündens Maurice Bode, dass die Braunschweiger Abwehr zupacken kann. 

Hann. Münden – Aus dem Derbyerfolg der Vorwoche konnte Handball-Verbandsligist TG Münden keinen Schwung mitnehmen. Das Team musst gegen Mitaufsteiger MTV Braunschweig II eine völlig unnötige 21:22 (13:8)-Niederlage hinnehmen.

René Hüskens erste Schlucke am Bier nach dem Abpfiff könnten auch etwas mit Frustbewältigung zu tun haben. Zunächst hatte er am Samstagabend in der ersten Halbzeit mit zahlreichen Paraden dafür gesorgt, dass eine gegnerische Mannschaft im Gymnasium so wenige Tore erzielte wie seit langem nicht mehr. Später musste der TG-Neuzugang hilflos mit ansehen, wie seine Vorderleute den schönen Vorsprung verspielten – im Nachhinein war der 38. Geburtstag des Keepers am Freitag zuvor gründlich verhagelt worden.

Und das, obwohl sich genauso wie beim Saisonauftakt gegen Altencelle keine Übermannschaft in Münden vorgestellt hatte. Braunschweigs Trainer Stephan Kohn redete nicht lange herum: „Mit dem, was wir heute gezeigt haben, kann man eigentlich kein Spiel gewinnen.“ Diese Analyse traf wohl zu. Dumm nur, dass auch der TG eine Fehlerorgie unterlief und so die Gäste am Ende eines schwachen Spiels von beiden Seiten als glückliche Sieger die Halle verließen.

Ab der 15. Spielminute hatte Münden das Kommando übernommen. Die Mannschaft lieferte zwar kein fehlerfreies Spiel, aber noch wurden unter anderem mehrere unvorbereiteten Würfe von der in der ersten Hälfte fahrigen Gästemannschaft (sogar ein Einwurf landete direkt beim Gegner) nicht bestraft. Die TG wirkte deutlich zielstrebiger und schien einem sicheren Heimsieg entgegenzusteuern.

Doch nach der Pause wirkte das Team immer mehr verunsichert. In 14 Minuten gelangen ganze zwei Tore. Die Braunschweiger waren wieder dran, auch wenn Tim Weinbergers Trefferserie noch einmal für ein Zwischenhoch sorgte. Es wurde turbulent; sogar eine Rudelbildung nach einem Foul an Nico Backs gab es zu sehen. Als Folge sahen Mündens Pascal Pfaffenbach und MTVer Ole Hilgendag die Rote Karte.

Richtig eng wurde es ab der 55. Spielminute, als Felix Plath die Gäste zum ersten Mal seit langer Zeit in Front warf (20:19). Nach Wiegräfes Siebenmetertor in Unterzahl zum 20:20 gingen die kampfstarken Gäste mit zwei Toren in Führung. Zum Schluss bestand noch die Chance auf ein Unentschieden, da René Hüsken den letzten Braunschweiger Wurf pariert hatte. Doch beim finalen Angriff versagten die Nerven. Die TG entschloss sich für jene Option, die prinzipiell die geringste Chance auf Erfolg hat: einen Rechtshänder auf Rechtsaußen praktisch zum Wurf zu nötigen. Das Resultat: MTV-Keeper Philipp Riehl parierte Kiron Hartigs Versuch.

Da der allerletzte Mündener Wurf von Tim Weinberger mit dem Schlusspfiff unglücklich an die Latte krachte, stand man auch im zweiten Heimspiel mit leeren Händen da. Fazit: Die TG ist noch längst nicht in der Spur und könnte – wenn man sieht, das ein Team wie Braunschweig oben mitspielt – mit größerer Konzentration doch ganz wo anders stehen.

TG Münden: Hüsken, Sonne – Backs 7/4, Wiegräfe 6, Weinberger 3, Kleinschmidt 3, Hartig 1, Bode 1, Mangels, Rohdich, Schilke, Pfaffenbach.

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