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Mündener Torhüter auf einem neuen Level

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Von: Manuel Brandenstein

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Ein Trio, das funktioniert: Von links Mario Görtler, Torwarttrainer Udo Traute und Patrick Sonne.
Ein Trio, das funktioniert: Von links Mario Görtler, Torwarttrainer Udo Traute und Patrick Sonne. © Per schröter

Neue Trainingsreize und Gegner-Analysen haben die beiden Handball-Torhüter der TG Münden deutlich nach vorn gebracht.

Hann. Münden – Der berühmte Zettel für Jens Lehmann bei der Fußball-WM 2006 schaffte es sogar ins Museum. Doch hinter den starken Torhüterleistungen bei Handball-Verbandsligist TG Münden steckt viel mehr als eine kurze Notiz. Mario Görtler und Patrick Sonne haben unter Torwarttrainer Udo Traute ein zuvor kaum gekanntes Level erreicht. Die Folge akribischer Arbeit.

Mario Görtler wurde zuvor nicht selten als Trainingsweltmeister bezeichnet. Ein Schlussmann, der alle Veranlagungen besitzt, doch das im Spiel zu selten umsetzen konnte. „Ich selbst habe das oft auch so empfunden, doch seit wir mit Udo zusammenarbeiten, haben wir eine ganz andere Sicherheit gewonnen“, sagt der 24-Jährige. Grundlage der Steigerung ist eine intensive Vorbereitung auf den nächsten Gegner. Dafür analysiert Udo Traute meistens schon mit Beginn der Woche den kommenden Kontrahenten. Der 64-jährige ehemalige Hauptmann der Bundeswehr, der einst selbst zwischen den Pfosten stand, betreibt umfangreiches Videostudium. „Wenn man drei, vier, fünf Spiele durchsieht, erhält man schon gesicherte Erkenntnisse“, sagt er. Detailversessen werden die Wurfbilder der gegnerischen Spieler aufgezeichnet. Der eine wirft zu 90 Prozent in die lange Ecke, der andere weist abweichende Vorlieben auf dem Spielfeld auf. „Meistens ist es doch so“, sagt Udo Traute, „dass die Spieler, gerade wenn das Spiel fortschreitet und die Kräfte nachlassen, in ihre gewohnten Muster verfallen. Und genau darauf kann man sich als Torhüter einstellen. Das ist in erster Linie Konzentrationssache.“

Neben dem Videostudium hat Traute aber auch an den Grundlagen des Torhüterspiels gearbeitet. „Das war zwar alles irgendwie vorhanden, doch wir konnten einige Details verbessern“, berichtet er. Beispielsweise das Verhalten bei Würfen von den Außenpositionen. Da hatten beide Mündener Torhüter in der Vergangenheit oft viel zu früh eine Ecke aufgemacht und nur wenige Bälle abwehren können.

Dass auch Spieler im fortgeschritten Alter noch etwas lernen können, beweist in dieser Saison Patrick Sonne. Der 34-Jährige meint: „Man sagt, dass in meinem Alter die gewohnten Routinen immer wieder durchschlagen, doch ich konnte tatsächlich noch vieles annehmen. Was mir unheimlich geholfen hat, ist, dass Udo nicht nur die Wurfbilder liefert, sondern auch sein Torwarttraining auf den kommenden Gegner abstimmt. Das ist ein großer Unterschied zu früheren Zeiten.“ Auch Sonne berichtet von größerer Ruhe und gesteigertem Selbstvertrauen. Er und Görtler würden jetzt sogar öfter gemeinsam den nächsten Gegner studieren und diskutierten Auffälligkeiten, die ihnen dann ihre Arbeit im Spiel erleichterten.

„Wir als Trainerteam sind mit unseren Keepern super zufrieden“, sagt Traute. Sie sollen dazu beitragen, dass die Rückserie ähnlich erfolgreich wird wie die überraschend starke Hinrunde. (Manuel Brandenstein)

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