Handball-Bundesliga: HSG Bad Wildungen im Mittelfeldduell beim BSV

Vipers wollen mit Energieleistung Buxtehude überholen

Der Ball geht rein: Die Bad Wildunger Rechtsaußen Kira Schnack (rechts) erzielt beim 33:27-Hinspielsieg über Buxtehude gegen Torfrau Katharina Filter einen Treffer. Lone Fischer (verdeckt) und Lynn Schneider (Zweite von rechts) können nicht mehr eingreifen.
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Der Ball geht rein: Die Bad Wildunger Rechtsaußen Kira Schnack (rechts) erzielt beim 33:27-Hinspielsieg über Buxtehude gegen Torfrau Katharina Filter einen Treffer. Lone Fischer (verdeckt) und Lynn Schneider (Zweite von rechts) können nicht mehr eingreifen.

Als Spiel auf Augenhöhe sieht Bad Wildungens Trainerin Tessa Bremmer die Partie am morgigen Samstag (16 Uhr, Schulzentrum Nord) beim Buxtehuder SV an.

Bad Wildungen – „Ich denke, dass die Tagesform über den Ausgang entscheiden wird“, sagt die niederländische Übungsleiterin der Vipers vor der Partie des Zehnten beim Neunten.

Während der BSV wegen einiger Ausfälle den kleineren Kader habe, hätte das Team von Trainer Dirk Leun andererseits den Vorteil, dass es ausgeruht in das Mittelfeldduell gehen könne, findet Bremmer, deren Team dagegen am Mittwoch noch gegen die SG BBM Bietigheim im Einsatz war.

Trotz der äußerst unglücklichen 33:34 (17:19)-Niederlage gegen den Zweiten im dritten Spiel in nur fünf Tagen war die 37-Jährige zu Recht „richtig stolz“ auf ihre Mannschaft.

„Es hat echt Spaß gemacht, ihr von draußen zuzugucken. Wir haben auf einem extrem hohen Niveau gespielt und alle Spielerinnen, die reinkamen haben ihre Leistung gebracht“, sagte Bremmer über die Galavorstellung der Vipers. Selbst von einem Fünf-Tore-Rückstand, 19:24 (36.), hatte sich die HSG nicht schrecken lassen, vielmehr putschen sich die Gastgeberinnen gegen den großen Favoriten mit dem circa zehnfachen Etat zu einer Energieleistung auf, bei der sie den verdienten Punkt nur äußerst knapp verpassten.

„Das hat viel Kraft gekostet. Ich hoffe, dass wir nicht auf das falsche Pferd gesetzt haben“, sagte Bremmer, deren Team sich nach dem 32:33 am Freitag gegen Bensheim/Auerbach zwei Tage später beim 31:26 über Leverkusen „super aufgerappelt“ hatte. Auf den gleichen Effekt hofft die Vipers-Trainerin auch gegen Buxtehude, wobei „die Enttäuschung über die blöde Niederlage gegen Bietigheim noch krasser als nach der Niederlage gegen Bensheim war“.

Brütsch und Struijs wieder fit für die Startsieben

Bremmer hofft deshalb ihr Team bis zum Buxtehude-Spiel auch mental rechtzeitig wieder aufrichten zu können. Dabei dürften dann auch wieder die im medizinischen Bereich arbeitenden Leistungsträgerinnen Manuela Brütsch und Maxime Struijs in der Startsieben stehen, die Bremmer nach ihren Coronaschutzimpfungen zum Wochenbeginn gegen Bietigheim zunächst geschont hatte.

Nachdem Vanessa Plümer in der Anfangsphase auf der Rechtsaußenposition in der Defensive gegen Nationallinksaußen Antje Lauenroth große Probleme hatte, „sie war einen Tick zu offensiv“, so Bremmer, drängte sich Kira Schnack nach ihrer Einwechslung für die Startsieben auf. „Sie hat eine sehr gute Abwehrleistung gezeigt“, lobte Bremmer die Ex-Blombergerin. Das galt auch die für Struijs in der Anfangsformation stehende Rückraumspielerin Marieke Blase, die wie Schnack ebenfalls mit zwei Feldtoren auch im Angriff Akzente setzte.

Um im Buxtehude erfolgreich zu sein und mit einem Sieg den BSV in der Tabelle zu überholen, kann Bremmer als Faustpfand auf ihren breiten Kader setzen, wobei auch durch ihre Rotation die Spielerinnen die hohe Belastung gut wegstecken sollten.

„Wir müssen auch in Buxtehude die gegnerischen Halben wie Liv Süchting und Johanna Heldmann früh angreifen“, erklärt Bremmer und hofft auf eine weitere Energieleistung ihrer Mannschaft.

Leidgeprüfter Leun freut sich auf Mühlner

Für Vipers-Kreisläuferin Maxi Mühlner wird das Spiel in Buxtehude eine ganz besondere Partie, trifft sie so doch morgen auf ihren neuen Klub. „Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Maxi, die sich in Bad Wildungen unter Tessa Bremmer vor allem in der Abwehr toll entwickelt hat. Sie ist eine sehr solide Spielerin und hat, obwohl sie noch sehr jung ist, schon drei Jahre Bundesliga auf dem Buckel. Sie passt hundertprozentig zu unserer Philosophie auf junge deutsche Spielerinnen zu setzen und wird mit Lisa Antl ein starkes Duo am Kreis bilden“, sagt Buxtehudes Trainer Dirk Leun über die 20-Jährige.

Zugleich freut sich der 56-Jährige, „dass wir seit über zwei Monaten endlich wieder einmal in unserer eigenen Halle spielen“, nachdem das letzte Heimspiel des BSV gegen Borussia Dortmund (21:28) wegen der Liveübertragung bei Eurosport in die TV-tauglichere EWE-Arena nach Oldenburg verlegt worden war.

Im Schulzentrum Nord wird der Coach morgen aber auf Lea Rühter (Knorpelschaden), Annika Lott (Schulterprobleme), Mieke Düvel (Fußprobleme), Caroline Müller-Korn (Aufbautraining), Lynn Schneider (Fingerbruch), Luisa Scherer (Außenbandriss), Paulina Golla (Gehirnerschütterung) und Kapitänin Lone Fischer, die wegen einer beim 31:31 in Bensheim (31:31) erlittenen Innenmeniskusverletzung gestern operiert wurde und drei Wochen ausfällt, gleich auf acht Spielerinnen seines 16er Kaders verzichten müssen.

Vor allem deshalb sieht Leun, der seinen Kader mit fünf Talenten auffüllen wird, die Vipers in der Favoritenrolle. Sie dürften zum richtigen Zeitpunkt in Buxtehude gastieren. „Bad Wildungen hat zuletzt drei sehr gute Spiele und einen gefestigten Eindruck gemacht, wobei sie immer mit hohem Tempo gespielt haben“, lobt der Coach. Für die Vipers, aber auch für sein seit fünf Partien siegloses Team, sei „Platz sieben das Optimum“. jh

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