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Wie aus einem Guss: Wildunger Vipers überrennen Aufsteiger Waiblingen mit 35:24

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Tor-Debüts: Julia Symanzik (Bild) traf gegen Waiblingen von Siebenmeterpunkt zum ersten Mal für die Vipers und auch Teamkollegin Emma Ruwe erzielte ihren ersten Treffer für die Wildungerinnen.
Tor-Debüt: Julia Symanzik erzielte gegen den VfL Waiblingen ihren ersten Bundesligatreffer für die Wildunger Vipers. © malafo

Was für ein Auftritt! Die Handballerinnen der HSG Bad Wildungen Vipers haben ihre Auswärtsaufgabe beim Aufsteiger VfB Waiblingen mit Bravour gelöst und mit 35:24 (20:10) gewonnen.

Waiblingen – Und wer jetzt auf die Bundesliga-Tabelle schaut, muss sich vermutlich kneifen: Die Vipers liegen auf Platz vier. Klar, das ist nur eine Momentaufnahme, aber sie hat trotzdem den Wert zum Einrahmen.

Die Vipers-Trainerin Tessa Bremmer hat vermutlich selten so einen ruhigen Abend auf der Bank verlebt, wie den in Waiblingen. Sogar die Auszeiten, die sie nahm, erschienen nicht dringend oder gar notwendig zu sein, sie waren diesmal für ihre Spielerinnen nur ein gute Gelegenheit, um kurz mal durchzuschnaufen.

Und einen Vereinsrekord haben die Vipers mit ihrer guten Leistung auch noch aufgestellt. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir in einem Bundesligaspiel zur Pause mal mit zehn Toren Vorsprung geführt haben“, sagt Bremmer. Der höchste Bundesligasieg der Vipers sei es aber nicht gewesen, betont die Trainerin.

Dennoch war es eine der besten Leistungen, die die Wildungerinnen jemals in der höchsten deutschen Liga abgeliefert haben .

Die Frage, was war nicht so gut, kann man sich eigentlich sparen, aber gestellt werden muss sie trotzdem. Darauf antwortet die Trainerin: „Klar gibt es immer irgendetwas in einem Spiel, was man besser machen kann, aber das war so wenig heute, also lass ich es.“ Es gibt also aus Waiblingen eigentlich nur Gutes zu erzählen. Die Vipers haben mit ihrem dominanten Auftreten den Aufsteiger schlecht aussehen lassen.

Trainerin Bremmer: Wir waren von Anfang an hellwach

„Ich denke Waiblingen hat keinen guten Tag erwischt, aber wir waren von Anfang an hellwach und sie war schon erschrocken darüber, wie intensiv wir das Spiel begonnen haben, ich glaube schon, dass wir dadurch den Gegner auch eingeschüchtert haben“, sagt Bremmer.

Auf dem Feld sah dieser Spielbeginn so aus: Ein aggressive Vipers-Deckung bot kaum Lücken, wenn sich eine auftat, wurde sie von Torfrau Manuela Brütsch geschlossen. Sie hat in den ersten zehn Minuten gleich drei Paraden gezeigt und im Angriff waren die Vipers schnell und zielstrebig, aber diesmal auch sehr geduldig beim Torwurf. Auf der Anzeigentafel konnte man diesen Leistungsunterschied schon nach zehn Minuten deutlich erkennen 9:2. Doch wer die Vipers kennt, weiß, dass sie in nahezu jedem Spiel einen oder mehrere Hänger haben. Wo war der in Waiblingen? Diesmal Fehlanzeige.

9:2 bereits nach zehn Minuten 

Die Wildungerinnen spielten nahezu 60 Minuten sehr konzentriert und auch als Bremmer bereits in der ersten Hälfte anfing, jeder Spielerin Einsatzzeit zu geben, war kein Bruch im Spielflusses zu erkennen. „Das hat mich richtig gefreut, alle Mädels einzusetzen“, betont Bremmer, „jede Spielerin bei uns im Kader hat es verdient zu spielen, denn da ist diesmal keine, die sich beschwert, wenn sie nicht oder weniger gespielt hat und alle geben Gas im Training.“

Die Begegnung, von der die Waiblingerinnen vorher dachten, es würde eine auf Augenhöhe, wurde dann schnell zu einer einseitigen Partie, in der es bis zum Pausenpfiff nur noch darum ging, wann gelingt den Vipers der Zehn-Tore-Vorsprung. Zwei Minuten vor der der Halbzeitsirene war es durch den Treffer von Anouk Nieuwenweg so weit: 19:9.

Bis auf Lisa-Maria Merck trugen sich auch alle Vipers-Feldspielerinnen in die Torschützenliste ein und Annika Ingenpaß (7), Jana Scheib (8/2), Anika Hampel (5/2) und Verena Oßwald (3) zeigen auch mit ihren Toren, dass sie dieser Mannschaft Führung geben.

In der Kabine warnte Bremmer ihre Spielerinnen davor, dass sie trotz des hohen Vorsprungs den Fokus auf dieses Spieler halten müssen. „Das ist uns dann zwar nicht immer gelungen, aber das fand ich heute auch nicht so schlimm“, sagte die Trainerin.

Waiblingen nicht mehr stark gemacht

Die Vipers ließen die Waiblingerinnen nicht mehr stark werden, weil sie stets eine aggressive Herangehensweise auf die Platte brachten, sowohl im Angriff als auch im 6:0-Defensivverbund, aus dem auch immer wieder eine Spielerin als Störenfried zu richtigen Zeitpunkt heraustrat. Die Resignation der Gastgeberinnen war daher schon früh in der zweiten Halbzeit zu erkennen. Die Vipers bauten ihren Vorsprung bis zur 47. Minute sogar auf 31:18 Tore aus. Die Waiblinger Fans waren mucksmäuschenstill und nur die Anfeuerungsrufe von den Vipers-Anhängern waren zu hören.

Der einzige Aufreger in der zweiten Hälfte war die Rote Karte für Thea Oly-Olson. Sie hatte sich diese Pappe durchaus verdient, nachdem sie Vanessa Nagler in der Wurfphase gefoult hatte.

Und obwohl es so wenig Platz für Ärger bei den Vipers diesmal gab, hat sich eine Spielerin vielleicht doch geärgert: Torfrau Manuela Brütsch wollte sich auch in die Torschützenliste eintragen, aber nach ihrem Wurf von Tor zum leeren Tor prallte der Ball an den Pfosten. Pech für die Vipers an einem Tag, an dem bei ihnen eigentlich alles geklappt hat. (rsm)

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